Tuntenhausen – Vor einiger Zeit schon berichtete Bürgermeister Georg Weigl den Gemeinderäten von der Öko-Modellregion (ÖMR) VG (Verwaltungsgemeinschaft) Glonn. Nun wird diese für die Gemeinde Realität: Tuntenhausen tritt ihr bei.
Anfangs der Sitzung informierte Weigl Räte und Zuhörer darüber, dass die Bayerische Staatsregierung aus dem Programm Bio Regio 2030 bis zu 30 Prozent ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen generieren möchte. „Zur Erreichung dieses Zieles werden bayernweit regionale Öko-Modellregionen gegründet, die die Vernetzung zwischen konventionellen Landwirten, Bio-Landwirten und Verbrauchern vorantreiben“, klärte Weigl auf.
Vor allem soll dabei die Bewusstseinsbildung auf Verbraucherseite eine der Aufgaben sein. Aber auch die Landwirte sollen durch Informationsaustausch und Fachveranstaltungen unterstützt werden. Aktuell, so der Bürgermeister, möchte sich die Öko-Modellregion VG Glonn vergrößern und hat Tuntenhausen als angrenzende Gemeinde mit ähnlicher Struktur als weiteres Mitglied vorgesehen.
Deshalb stellten die beiden Öko-Modellregionsmanager Angelika Gsellmann und Franz Hobmeier die Rahmendaten und die sich daraus zu erzielenden Vorteile für Betriebe und Bürger vor.
Gsellmann ging anfangs auf den Hintergrund ein: „Die Nachfrage nach Bioprodukten in Bayern wächst stärker als die heimische Öko-Erzeugung.“ Deshalb soll die Ausweitung des Ökoanbaus als staatliches Ziel gefördert und unterstützt werden. Der Ökolandbau-Anteil in Bayern soll bis 2030 auf 30 Prozent steigen. Notwendig dazu ist, dass das ökologische Bewusstsein in der Bevölkerung und auch in den politisch verantwortlichen Gremien noch weiter gestärkt wird. „Die Kommunen müssen dabei als wichtige Akteure eingebunden werden“, betonte Gsellmann.
Die Frage „Was bringt die ÖMR einer Kommune?“ behandelte dann Franz Hobmeier. Man habe einen Kümmerer vor Ort, die Wertschöpfung bleibe in der Region, man bekomme die positiven Auswirkungen des Ökolandbaus auf Boden- und Gewässerschutz sowie Erhaltung der Biodiversität zu spüren.
In der anschließenden regen Diskussion kam zuerst das Thema Kosten auf. Bürgermeister Weigl und Franz Hobmeier bezifferten diese mit einem Betrag zwischen rund 4000 bis 8000 Euro pro Jahr für die Gemeinde. Johann Stürzer (CSU/FW) hatte etwas Bedenken wegen der vielen konventionellen Landwirte in der Gemeinde (an die 90 Prozent), dass diese Nachteile hätten. Diese Sorge sah Andreas Gigglinger (CSU/FW) nicht. Nach seiner Auffassung entscheidet alleine der Verbraucher. Ansonsten zeigten sich die Gemeinderäte offen für einen Beitritt.
Da sich aktuell auch andere Gemeinden – unter anderem Aying – noch anschließen wollen, will man diesen Schritt abwarten, um dann einen Blockeintritt zu realisieren. Nach Hobmeier dürfte das zur Jahresmitte der Fall sein.
Einstimmig fassten die Kommunalpolitiker dann den Beschluss, dass die Gemeinde Tuntenhausen der Öko-Modellregion VG Glonn zum nächstmöglichen Zeitpunkt beitritt.