Filme schauen und diskutieren

von Redaktion

17. „Nonfiktionale“ eröffnet – Am morgigen Sonntag Preisverleihung im „Aib-Vision“

Bad Aibling – Im Vergleich zur großen Berliner Schwester „Biennale“ gibt es bei der Auftaktveranstaltung der „Nonfiktionale“ weder einen roten Teppich noch Starrummel und Blitzlichtgewitter. Dennoch zählt das Aiblinger Dokumentarfilm-Festival zu den wichtigen seiner Art in der Filmszene. Aus 180 eingereichten Filmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden 16 Filme ausgewählt. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Kinosaal 1 im Kinozentrum „AibVision“ und zum Auftakt kamen unter anderm die Landkreis-Kulturreferentin Anke Hellmann, ihre Aiblinger „Amtskollegin“ Elisabeth Geßner und weitere Stadtratsmitglieder.

Motto lautet
„Ans Licht“

„Herzlich willkommen zur 17. Ausgabe der ,Nonfiktionale‘“, das Festival ist wahrlich keine Eintagsfliege“, betonte Bürgermeister Stephan Schlier in seiner Eröffnungsansprache. Das Festival-Motto „Ans Licht“ sei spannend und passend, weil es viel zusammenbringe. „Ich bin gespannt auf den Auftaktfilm und die nachfolgenden Filme“, erklärte der Rathauschef und fügte hinzu: „Die Strahlkraft der „Nonfiktionale“ geht inzwischen weit über die Grenzen Aiblings hinaus“. Festival-Chefin Dr. Tamara Danicic konstatierte eingangs: „Vielerorts werden Kulturbudgets gekürzt, umso wichtiger ist es, dass wir hier sind. Wir wollen bei der „Nonfiktionale“ nicht nur Filme zeigen, sondern auch den Diskurs suchen“. Sie wies auf die Reihe „Junge Doks“ für die Jugendlichen sowie auf die beiden Workshops „Schülerkritik“ am Gymnasium Bad Aibling und „Praxisworkshop am Gymnasium Bruckmühl“ hin. Außerdem erwähnte sie das Kinderprogramm für Grundschüler, den Familiennachmittag und die Kooperation mit JIM’s Bergwerk, wo eine Videoinstallation präsentiert wird. Co-Organisatorin Melanie Liebheit stellte fest: „Vor uns liegen intensive und spannende Tage. Wir sehen Menschen, die im Verborgenen leben und hier ans Licht gebracht werden“. Gemeinsam richteten die beiden Festival-Protagonistinnen ihren Dank an alle Sponsoren und Unterstützer („ohne diese Partner geht das nicht“), unter anderem an die Stadt Bad Aibling, den Landkreis Rosenheim, die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, die OVB-Stiftung und an Kinobesitzer Robert Siersch. Anschließend wurde der bereits mehrfach dekorierte Auftaktfilm „Anima – Die Kleider meines Vaters“ gezeigt. Regisseurin Ulrike Decker enthüllt darin ein Geheimnis in ihrer Familie, das sich auf sexuelle Neigungen ihres Vaters bezieht und das erst mit seinem plötzlichen Tod enthüllt wurde.

In den hinterlassenen Tagebüchern entdeckt die Tochter auch Parallelen zu ihrer eigenen Identität (wir berichteten). Im Anschluss schilderte Uli Decker im Gespräch mit Dr. Tamara Danicic Hintergründe zu dem innerhalb von sechs Jahren entstandenen Werk. „Am Totenbett meines Vaters hatte ich 1000 Fragen an ihn, aber ich konnte sie ihm nicht mehr stellen“, bekannte sie und führte weiter aus: „Ich musste mit dem Film erzählen, was hinter bayerischen Fassaden passiert. Dass es Dinge gibt, die zur Schönheit des Lebens beitragen könnten, wenn sie nicht in der Verborgenheit bleiben müssten“. Die Filmemacherin beantwortete zudem bereitwillig auch Fragen aus dem Publikum.

Auszeichnung
der Stadt

Die „Nonfiktionale“ endet am morgigen Sonntag mit der Preisverleihung. Dabei wird die Festival-Jury den mit 2000 Euro dotierten Preis der Stadt Bad Aibling für den besten Film und den Dedo-Weigert-Preis für die beste Kamera vergeben.

Ferner wird ein von der Schülerjury des Aiblinger Gymnasiums (Sonja Schmid, Elisa Englhauser und Lena Vidal) ausgewählter Film mit dem vom Jörg Blaesig und dem Ehepaar Eckhard und Yvonne Rockstroh gestifteten Aiblinger Bürgerpreis in Höhe von 500 Euro ausgezeichnet.

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