Tuntenhausen – Ein gemeinsamer Antrag für eine neue Dreifachturnhalle für den TSV Hohenthann-Beyharting (TSV) und den SV Ostermünchen (SVO) wurde in der jüngsten Ratssitzung behandelt. Nach intensiver Beratung gab es weder ein Nein noch ein Ja; der Antrag wurde zur Kenntnis genommen und vorerst zurückgestellt. Im Antrag, den beide Vereine im Dezember an die Gemeinde stellten, führten sie die Gründe an.
Erhebliche
Einschränkungen
Für den SVO reicht die bestehende Schulturnhalle trotz der Nutzung samstags im Winter nicht aus, um das Angebot an Hallensportarten adäquat abzudecken. Viele Sportarten können deshalb nicht oder nur eingeschränkt angeboten werden, was sich auf die Mitgliederzahl und die sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen negativ auswirkt. Der TSV wiederum sieht sich gezwungen, die Mehrzweckhalle häufig für Veranstaltungen örtlicher Vereine zur Verfügung zu stellen. Dies führt auch hier zu erheblichen Einschränkungen in der Nutzung und Planung des Sportbetriebes.
Deshalb plädierten beide Vereine für die Errichtung einer Dreifach-Turnhalle, die nicht nur den Bedarf an Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für beide Vereine deckt, sondern auch den Schulsport und andere sportliche Aktivitäten der Gemeinde fördert. „Die Gründe sind nachvollziehbar dargestellt“, resümierte Bürgermeister Georg Weigl. Vor allem in Winter sind beide Turnhallen, wie der Bürgermeister bestätigte, stark ausgelastet. Deshalb brachte der Bürgermeister auch gleich einen (Teil-) Lösungsvorschlag ins Spiel: Die Nutzung der Mehrzweckhalle in Schönau durch die örtlichen Vereine soll durch einen geplanten Bürgersaal entlastet werden. Dann würde die Mehrzweckhalle nur noch für die nebenan befindliche Grundschule und den TSV zur Verfügung stehen. Anders dagegen ist die Lage allerdings in Ostermünchen.
Hier wurde eine Erweiterung schon im Rahmen des großen Wasserschadens 2016 mit den Verantwortlichen diskutiert. „Zu diesem Zeitpunkt sah man noch keine Notwendigkeit“, führte Weigl aus. Eine Erweiterung zu einer Zweifachturnhalle muss man aufgrund der damaligen erheblichen Investitionen ganz genau prüfen. Leider liegen die Kosten laut Verwaltung für so eine Dreifachturnhalle bei rund 10 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass eine staatliche Förderung nur im Zusammenhang mit der Nutzung als Schulsportanlage möglich ist. Weigl fasste zusammen: „Ein solches Projekt ist nur zu stemmen, wenn wir erhebliche Zuschüsse dafür erhalten.“ Stefan Hofbauer (ÜW Ostermünchen), gleichzeitig Hauptkassier des SVO, sah zwar ein, dass eine Dreifachturnhalle für Tuntenhausen schwer finanzierbar ist. Aber er hielt ein flammendes Plädoyer für eine Erweiterung, da die Situation bei den Hallensportarten extrem beengt ist. „Wir dürfen das nicht auf die lange Bank schieben“, machte er deutlich und schlug vor, alle Förderungen durch die Sportverbände zu prüfen. „Vielleicht wäre lediglich eine Vergrößerung der Halle günstiger“, fügte Weigl seine Gedanken an. Auch Dr. Anna Fernández Diarte (ÜW Ostermünchen) unterstrich die Notwendigkeit einer Hallenerweiterung in Ostermünchen. „Man kann hier nicht einmal ein kleines Fußballturnier ausrichten“, so die Ostermünchnerin.
Turnbereich ist
hinzugekommen
Hofbauer warf noch ein, dass seit 2016 gerade im Turnbereich viele neue Kurse hinzugekommen sind. Er erinnerte dabei an die zahlreichen Präventionskurse, die gerade von den Krankenkassen gerne gesehen werden. Johannes Lechner (CSU/FW) fragte nach, ob eine Auslagerung kleinerer Sportarten eine Lösung wäre. Nach Weigl ist die kleine Schulturnhalle schon ausgenutzt, der Sportraum am Sportplatz in Berg hat ein Manko, er ist sehr klein und nicht beheizbar. Am Ende gab es dann den einstimmigen Beschluss, den Antrag auf Errichtung einer neuen Turnhalle zur Kenntnis zu nehmen und zurückzustellen. In der Folge sind jetzt alle Möglichkeiten von Zuwendungen und Förderungen zu prüfen.