Ein unvergessliches Hörerlebnis

von Redaktion

Klangfabrik verzaubert das Kurhaus – Beeindruckendes Hörerlebnis

Bad Aibling – Beim ersten Konzert der „Klangfabrik“ im Saal des Aiblinger Kurhauses erlebten die Besucher musikalische Interpretationen von Landschaft und Sternen. Das Konzert zeigte aber auch auf, dass sinfonische Blasmusik eine enorme Klangvielfalt, eine farbenreiche Vielseitigkeit und eine hohe klangliche Dichte bereithält. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der große Saal und zurecht blickten die Besucher erwartungsfroh auf die mit 70 Musikern besetzte Bühne. Und ihre Erwartungen wurden weit übertroffen.

Sebastian Denzler, staatlich anerkannter Dirigent von Blasorchestern, wurde 1990 geboren und ist im Landkreis Rosenheim aufgewachsen, wo er bis heute mit seiner Familie lebt.

70 Musiker
voller Spielfreude

Die Klangfabrik ist ein neues Projektorchester, mit dem Ziel, in einer ausgewogenen Besetzung aus motivierten Musikerinnen und Musikern hochwertige Werke für sinfonisches Blasorchester zu spielen und die Qualität der Musik in den Vordergrund zu stellen. „Sie bietet aber den Musikern auch die Gelegenheit, ihren musikalischen Horizont zu erweitern und ihre Spielfreude zu zeigen“, betont Denzler. Die 70 Musiker kommen überwiegend aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim. Sie sind zwischen 13 und 60 Jahre alt. Für das erste Konzert in Bad Aibling hat die Klangfabrik ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. In vielen Stunden probte man am Samerberg.

„Es war nicht einfach, die weit verstreuten Musiker immer zu den Proben zusammenzubekommen“, erklärte Sebastian Denzler im Vorfeld. Aber es ist gelungen.

Das Konzert begann mit königlicher Musik von Richard Strauss, dem Königsmarsch. Solvejg Lindner führte informativ und beschwingt durch den Konzertabend. „Heute geht es um den Klang“, betonte sie, und einen besonderen Klang erlebe man nur, „wenn man daran feilt und arbeitet, wie eben in einer Fabrik. Deshalb der Name Klangfabrik“.

Weiter ging es mit „Toccata for Band“ von Frank Erickson, einem Stück, das zwischen dynamisch-rhythmischen Klängen und langsameren und ruhigen Melodien wechselte. „Perthshire Majesty“ entführte die Besucher in die schottischen Highlands. „Das Stück ist eine Hymne auf die schöne Landschaft in Schottland“, verkündete Lindner. Und wie eine Hymne begann das Stück auch. Die einzelnen Soloinstrumente sollten dabei die melancholische Schönheit der Landschaft und die majestätische Weite darstellen.

Den Abschluss des ersten Teils bildete die sinfonische Dichtung „The Wind in the Willows“. Wie in dem Kinderbuchklassiker „Der Wind in den Weiden“ wurden die Tiere, die im Roman die Hauptrollen spielen, liebevoll musikalisch zum Leben erweckt. Mit viel Schwung, genauer mit „Viva Musica“, wurden die Besucher nach der Pause wieder in den Konzertsaal zurückgeführt. Das Stück von Alfred Reed ist ein weiterer Klassiker der sinfonischen Blasmusikliteratur. Stets wechselnde Taktarten schaffen hier eine Art rhythmisches Spinnennetz.

Anschließend führten die Musiker die Besucher in die griechische Mythologie und in den Sternenhimmel ein. Das Stück „Cassiopeia“ des Portugiesen Carlos Marquez erzählt die Geschichte der äthiopischen Königin Cassiopeia. „Nach ihrem Tod wurde sie zur Strafe als Sternbild an den Himmel versetzt, wo wir sie heute noch sehen können“, erklärte die Moderatorin.

„Theme from Band of Brothers“ vom „Mozart der Blasmusik“, Michael Kamen, ist auch die Titelmelodie einer amerikanischen Serie. In dem Lied geht es um den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive der US-Soldaten. Ein vor allem emotional ergreifendes Stück, das die Tragik des Krieges darstellt. Mit „Fluch der Karibik“ endeten über zwei Stunden Hörgenuss vom Feinsten. Das Lied ließ die grandiosen Szenen und Charaktere des Films vor dem Auge der Besucher nochmals lebendig werden.

Orchester
mit Leidenschaft

Langanhaltender Applaus forderte eine Zugabe heraus, die mit „Olympic Spirit“ von John Williams gespielt wurde: ein Song voller Energie und Leidenschaft, die, so Denzler, auch die Attribute des Orchesters widerspiegelt. „Mit Teamgeist und Entschlossenheit kann etwas großes entstehen“, erklärte Denzler. Mit stehendem Applaus endete ein unvergesslicher Abend, den ein Besucher schon zur Pause auf den Punkt brachte: „Neue Klänge, einfach fantastisch.“

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