Bad Feilnbach – Eine große Trauergemeinde gab Veronika Kirner aus Bad Feilnbach, die ihre letzte Ruhestätte im Kirchenfriedhof in Lippertskirchen fand, das letzte Geleit. Mit der Familie der Verstorbenen nahmen Nachbarn, Freunde und Vereinskameraden des GTEV „D’Jenbachtaler“ Bad Feilnbach Abschied von der „Liasn Vroni“, die als Veronika Paul im Februar 1939 beim Oberbinder in Derndorf das Licht der Welt erblickte.
In seiner Predigt nannte Pfarrer Ernst Kögler wichtige Stationen aus ihrem Leben: So folgte sie nach dem Besuch der Volksschule und der hauswirtschaftlichen Berufsschule ihrer älteren Schwester Katharina als Almerin auf die Hansen-Alm. Sie lernte Josef Kirner kennen und lieben. Im September 1961 heiratete sie in den „Liasn-Hof“ in Feilnbach ein, eine kleine Landwirtschaft, die sie die nächsten Jahre bewirtschaftete. Von 1963 bis 1979 wurden dem Ehepaar sechs Kinder geschenkt, drei Buben und drei Mädchen.
„Trotz der vielen Arbeit fand sie noch Zeit für Ihre Steckenpferde, wofür sie weit über unseren Ort hinaus bekannt und geschätzt war und von Kindesbeinen an eine große Begabung hatte“, erinnerte Kögler an Kirners vielfältige Talente. So schuf sie kunstvolle Butter-Figuren zu verschiedensten Anlässen, fertigte detailreiche Krippenfiguren, nähte und verstand es bis zuletzt, Ostereier kunstvoll zu verzieren.
Auch ihre feinen Klosterarbeiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Zwei schöne Exemplare zieren den Hochaltar in der Wallfahrtskirche „Maria Morgenstern“ in Lippertskirchen, in der auch der Seelengottesdienst gefeiert wurde. Mit Leidenschaft widmete sich die Vroni zeit ihres Lebens auch ihrem Garten, ihren Rosen und den Balkonblumen und verwandelte damit das „Liasn“-Anwesen in Feilnbach jedes Jahr in ein blühendes Paradies.
Mit dem Tod ihres Sohnes Andreas 2015 und ihres Mannes Josef im Jahr darauf hielt das Leben auch Schicksalsschläge für Vroni Kirner bereit. Sie war der Kristallisationspunkt ihrer großen Familie, die sie immer wieder zusammenholte und hatte ihre helle Freude an ihren 14 Enkelkindern und zuletzt an ihrer Urenkelin Johanna, die an ihrem 85. Geburtstag zur Welt gekommen ist.
Vroni Kirner unternahm gerne Reisen, die jedoch nie sehr lange dauerten. „Sie wollte nicht so lange von daheim weg sein“, wie Pfarrer Kögler betonte. „Veronika Kirner ist jetzt selber unterwegs auf ihrer letzten Reise – heim, dahin wo wir alle hingehören, sie ist aufgebrochen zur endgültigen und wahren Heimat.“ kok