Bad Feilnbach – Wie bereits bekannt ist, soll in der Eulenau in der Gemeinde Bad Feilnbach ein Logistikzentrum entstehen. Über den aktuellen Stand der Planungen informierten jetzt Torben Semmler von „Stafield & Partners“, Burkhart John von der Projektgesellschaft Green Logistik, Matthias Götz und Michèle Hagenauer vom Planungsverband äußerer Wirtschaftsraum München sowie Dominik Philipp von DTFLR-Architekten die Gemeinderäte und interessierten Bürger im voll besetzten Bad Feilnbacher Rathaussaal.
Bad Feilnbachs Bürgermeister Max Singer erläuterte eingangs den Werdegang des herausfordernden Vorhabens, in einem sensiblen Biotop- und Naturschutzgebiet und zwischen Autobahn A8 und Gut Eulenau einen Bebauungsplan aufzustellen.
Überplanung in sensiblem Bereich
Wie mehrfach berichtet, wurde dazu 2016 die Idee initiiert und 2018 der Planungsverband äußerer Wirtschaftsraum München eingebunden. Es folgten Kartierungen und wurden Bodengutachten beauftragt sowie Planungsfirmen gesucht.
Die chronologische Entwicklung seit Beauftragung des Beratungsdienstleisters für Unternehmensstrategie, Wachstum und Leistung, „Stafield & Partners“, zeigte hierzu Torben Semmler auf. Mit Unterzeichnung des Kaufvertrages für das Grundstück mit einer Fläche von 70000 Quadratmeter begann 2022 die Konzeptvorstellung, gefolgt von internen Planungen, Architektenwettbewerb und Grundstücksankauf. Die weitergehenden Planungen starteten im ersten Quartal 2024.
Als Grundlage für eine erste Öffentlichkeitsbeteiligung liegt inzwischen ein sogenannter B-Plan (Grobplan) vor, der ausschließlich die bauliche Nutzung beinhaltet und dessen Abschluss bis 2026 erwartet wird.
Den Ausführungen von Dominik Philipp zufolge bestand die Aufgabe seines Architekturbüros mit Hauptsitz in Vorarlberg darin, ein Gewerbegebiet in einem natürlichen Raum zu entwickeln. Keineswegs sei angedacht, durch Eingriffe in ein natürliches Umfeld den Moor- und Wasserhaushalt zu schwächen.
Ziel sei bei diesem Vorhaben ein „Grünes Gewerbegebiet“ mit einem funktionellen Gebäude mit einer Gewerbefläche von 50000 Quadratmeter und geplanter Höhe von 29,5 Meter, das sich in das Landschaftsbild einfügt.
Positiv wirken sollen auch Fassaden und Außenbereiche mit Wasserflächen zur Stärkung der Aufenthaltsqualität. Ausgearbeitet werde ein Konzept mit Fokus auf dem Umgang mit Regenwasser, Fauna und Flora sowie Nachhaltigkeit in Bezug auf Energie. Die Planungen sehen Photovoltaik, begrünte Dachflächen und eine Grundwassernutzung vor.
Auf Anfrage aus der Bürgerschaft hieß es, eine öffentliche Erschließung liege in der Hand der Gemeinde. Etwa 300 Mitarbeiter fänden auf Anfrage voraussichtlich einen lukrativen Arbeitsplatz mit Parkmöglichkeiten auf dem Gelände.
Bezüglich mobiler Bewegungen werden zwischen 70 und 100 Lkw pro Tag erwartet, deren Zulieferungen und Abtransporte mittels einer zusätzlich geplanten Ampelanlage im Bereich der Staatsstraße geregelt werden. Der Verkehr an der Hauptader zur Autobahn sowie in Richtung Bad Aibling soll „nicht wesentlich beeinträchtigt werden“, erfuhren die Besucher. Ausgeschlossen werde nach derzeitigem Stand ein Verkehrskreisel, wie Bürger in der nachfolgenden Aussprache anregten.
Fragen aus der Versammlung gab es zum Umgang mit dem moorigen und weichen Untergrund sowie der Grundwassersituation im Bebauungsgebiet. Wie die Architekten bekundeten, seien frühzeitig spezielle Planungs- und Fachbüros bezüglich Statik und Grundwasserverhalten eingebunden worden. Für die spätere Bodenplatte und stabilen Halt würden äußerst aufwendig im Vorfeld sogenannte Rückstopfpfosten (Pfähle) in den Untergrund eingebracht. Etwaige bauliche Weiterentwicklungen seien nicht zu erwarten.
In Verbindung mit den Plänen und dem Logistikzentrum fällt in der Regel immer der Name des in Stephanskirchen ansässigen internationalen Modeunternehmens „Marc O‘Polo“. Spruchreifes könne man dazu jedoch nach wie vor nicht mitteilen, sagte ein Unternehmenssprecher auf erneute Anfrage des OVB. Er verweist auf die Aussage, dass man derzeit zusammen mit der Gemeinde Bad Feilnbach prüfe, „ob und inwieweit diese Fläche für eine Logistiklösung von Marc O’Polo genutzt werden kann.“
„Noch ist nichts spruchreif“
Nach wie vor befinde man sich „in einem vorbereitenden Stadium für eine mögliche Entscheidungsfindung.“ Bad Feilnbachs Bürgermeister Max Singer berichtete bei der Infoveranstaltung, die Regierung von Oberbayern habe dem Unternehmen für das Vorhaben eine Ausnahmegenehmigung mit vorhabenbezogenem Projektplan erteilt. Eine bauliche Nutzung wäre demnach ausschließlich einem Logistikzentrum vorbehalten.