Meilensteine der Jahrzehnte mitgeprägt

von Redaktion

Nach 37 Jahren im Dienste der Stadt geht Bad Aiblings Stadtbaumeister Andreas Krämer jetzt in den Ruhestand. In seine Ägide fallen wichtige Projekte, die die Kurstadt heute ausmachen.

Bad Aibling – Mit dem Stadtbaumeister Andreas Krämer verlässt eine Institution das Aiblinger Rathaus. Über drei Jahrzehnte hat der Architekt und Bauamtsleiter die Entwicklung der Kurstadt begleitet und geprägt.

In seine Ägide fallen städtebauliche Meilensteine, wie sie nur selten in der Amtszeit eines Einzelnen vorkommen, vor allem in einer Stadt der Größe Bad Aiblings. „Ich erinnere mich gut, als Andreas Krämer damals bei der Stadt anfing. Ein junger Architekt voller Tatendrang und Ideen“, sagt Altbürgermeister Felix Schwaller, der damals – im Herbst 1987 – als Zweiter Bürgermeister der Stadt fungierte.

Der Mann für schwierige Fälle

Im Jahr 1991 übernahm Andreas Krämer die Leitung des städtischen Bauamts und wurde Stadtbaumeister. Und hatte gleich mit der Angelegenheit zu tun, die Schwaller als die schwierigste der 90er-Jahre bezeichnete: dem Um- und Neubau des Aiblinger Kurhauses.

Das darauffolgende Jahrzehnt war dann zum einen durch Planung und Bau der Therme Bad Aibling (Eröffnung 2007) sowie die enge Zusammenarbeit von Schwaller, Krämer, dem damaligen Stadtwerkeleiter Fritz-Walter Keilhauer und dem Architekturbüro Behnisch geprägt. Zum anderen begleitete der Stadtbaumeister auch eines der größten Konversionsprojekte im Freistaat Bayern eng als Architekt: die Entwicklung des ehemaligen US- und Kasernen-Areals in Mietraching in das zukunftsweisende B&O-Parkgelände.

Neugestaltung
der Innenstadt

Ungezählt sind die Sitzungen von Bauausschuss und Stadtrat von den ersten Entwurfsplanungen über wegweisende Entscheidungen hin bis zu mittlerweile bereits wieder erforderlichen Bebauungsplanänderungen.

Zeit, einmal „durchzuschnaufen“ gab es nie, denn es standen zudem der Umbau des ehemaligen Bezirksamtes in das Stadtverwaltungsgebäude Am Klafferer 4 sowie der Abriss und Neubau des Rathauses am Marienplatz an.

Und dies im Zusammenspiel mit der Neugestaltung der Innenstadt samt Neubau der Brücken über Glonn und Mühlbach. Als dieses Großprojekt abgeschlossen war, traf der Stadtrat nach zähem Ringen und langen Debatten seine Entscheidung zu einem Bauwerk, das zu Krämers letztem beruflichem Akt wurde: der Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg.

Viel Zeit, zahllose Besprechungen und Diskussionen flossen in diesen Jahrzehnten naturgemäß auch in Projekte, die letztlich nicht verwirklicht wurden, beispielsweise die Ansiedlung von Kathrein an der Autobahn, große Projekte am Kellerberg oder auf dem Ludwigsbad-Areal, das Thema Nordumgehung oder die Machbarkeitsstudie „Sportstättenneubau am Sportpark und Umwandlung des Jahnsportplatzes in ein allgemeines Wohngebiet“.

Bei allem habe er den Stadtbaumeister stets als sehr loyal erlebt, sowie als einen Mitarbeiter, der im Stadtrat unabhängig von Parteiinteressen versucht habe, Themen zu vermitteln, so Schwaller. „Andreas Krämer hat viel geleistet und auch viel ausgehalten“, bescheinigt er Krämer, den er als Mensch und Stadtbaumeister sehr geschätzt habe.

Nicht zuletzt trägt auch der Arbeiterwohlfahrt-Kindergarten „Burg Sonnenstein“ seine Handschrift, er wurde nach den Entwürfen des Stadtbaumeisters errichtet.

Nach 37 Jahren im Dienst der Stadt Bad Aibling hat sich Andreas Krämer nun in den Ruhestand verabschiedet. Eine Zeit, in der ihm nach eigenen Worten vor allem auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sehr am Herzen lagen: „Sie waren in der Regel immer vor Ort, wo die Bürger von Bad Aibling sicher sein konnten: Wenn die Männer vom Bauhof kommen wird alles gut gerichtet“, betont Krämer.

Sport als große Leidenschaft

Privat war Andreas Krämer dem Sport und vor allem der Leichtathletik immer sehr verbunden. Beim „Team Wendelstein“ übernahm er das professionelle Training des erfolgreichen 400-Meter-Läufer Jonas Plass, der unter anderem 2006 deutscher Meister bei den U23-Junioren wurde, 2011 mit der Staffel das WM-Finale in Daegu (Südkorea) als Karriere-Highlight erreichte sowie deutscher Meister wurde und 2012 außerdem Mitglied der 4×4-Staffel war, die bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki (Finnland) Bronze gewann.

Jetzt im Ruhestand hat der ursprünglich aus Solingen stammende Architekt unter anderem auch wieder Zeit für Reisen und längere Aufenthalte in den Niederlanden, die er schon bei früheren Trainingslageraufenthalten sehr geschätzt hat und wo er nun vor allem die Zeit, die Ruhe und die Luft am Meer genießt.

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