Ortsgemeinschaft spendet für Kirchenrenovierung

von Redaktion

Theresia Benda-Pelzer organisiert humorvollen Benefizabend

Westerham – Die Kostenschätzung für die Sanierung der Filialkirche St. Peter und Paul in Westerham belief sich im Jahr 2020 auf circa 400000 Euro. Die Finanzierung erfolgt durch freie Mittel der Kirchenstiftung der Filialkirche und der Pfarrei St. Laurentius, Feldkirchen sowie durch eine Zusage von 20 Prozent der politischen Gemeinde, Eigenleistungen und Spenden.

Bisherige Sanierungsarbeiten umfassten den Turm innen und außen sowie die Sakristei. Die bisherigen Kosten beliefen sich auf circa 250.000 Euro. Die Kostenschätzungen wurden unterschritten, weil Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Ortsgemeinschaft mit Handwerkern im Ort und der Nachbarschaft zusammengearbeitet haben und so auch Planungsleistungen kostengünstig erbracht werden konnten.

Die Westerhamer Ortsgemeinschaft hat wieder einmal ihren Zusammenhalt gezeigt. Die Initiative von Theresia Benda-Pelzer, einen kostenlosen Theaterabend zu ermöglichen, brachte durch Spenden der über 200 Zuschauer, die gespendeten Trinkgelder der Küchenbrigade und einer privaten Getränkeaktion über 3000 Euro für die Renovierung der Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul. Und angekündigte Überweisungen einiger „Großspender“ stehen noch aus. Die 15 Schauspieler und Musikanten spielten kostenlos.

Die Initiative war die Zusage der Westerhamerin Theresia Benda-Pelzer, bekannt als Schauspielerin auf vielen Bühnen des Oberlands, einen vergnüglichen Theaterabend über, von und mit Karl Valentin als Benefiz zu organisieren. Also: Drehbuch schreiben, Ablaufpläne erstellen, Requisiten besorgen, Mitspieler zum Mitmachen bewegen, Bühne gestalten. Für die Technik konnte sie Martin und Heidi Oswald gewinnen.

Die Gemeinschaft von Schützen und Trachtlern brachte den „Westerhamer Kulturpalast“, wie sie als Karl Valentin dann in der Aufführung das Schützen- und Trachtenhaus bezeichnete, für den Abend auf Vordermann.

Der große Saal im Schützen- und Trachtenhaus war brechend voll. Und es gab ein zweistündiges Feuerwerk an Schauspiel- und Musikkunst. Theresia Benda-Pelzer als Karl Valentin riss die Zuschauer zu Lachstürmen hin. Schon bei der Schilderung des bewegten Lebens des Karl Valentin durch Michael Pelzer, der damit „versuchen wollte, dem Menschen und Künstler Karl Valentin näher zu kommen“ und dessen Bedeutung mit Bert Brecht unterstrich, der Valentin mit Charlie Chaplin gleichgesetzt hatte, sprengte sie durchs Publikum gehend und redend die Ernsthaftigkeit.

Und dann durch musikalische Einlagen unterbrochen „die Gerichtsverhandlung“, der Monolog „Aquarium“, der Dialog mit dem „Sprachforscher“ und die mit lokalen Spitzen versehenen „Rittersleut“. Schließlich mit der Leier auf einem imaginären Felsen sitzend als Loreley singend die Leier schlagend: Das Publikum tobte.

Der Höhepunkt kam dann aber noch: Valentins „Orchesterprobe“ mit Theresia Benda-Pelzer als Karl Valentin und ihrer Schauspielerkollegin aus Valley, Gabi Neuner, als Kapellmeister. Elisabeth und Michael Stacheter organisierten und leiteten das aus zwölf ortsansässigen Musikanten zusammengestellte „Vorstadtorchester“. Es geriet zu einem – wie Kurt Tucholsky es einmal beschrieben hat – „Höllentanz der Vernunft um beide Pole des Irrsinns.“

Der Applaus und die Zugabe-Rufe zeigten einen von vielen geäußerten Wunsch: „Schade, dass es so einen unvergesslichen Abend nicht nochmal gibt.“ Kirchenpfleger Martin Atzinger dazu: „Vielleicht ist es gerade die Einmaligkeit, die bei uns hängen bleibt.“

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