29 Einsätze, Neuwahlen und eine Vision

von Redaktion

Jahresversammlung der Feuerwehr Kirchdorf gespickt mit aktuellen Themen

Bruckmühl – Die straff getakteten 165 Minuten der traditionellen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf waren von einer beeindruckenden Jahresstatistik mit einem breiten Einsatzspektrum, den Neuwahlen der Kommandanten und der gesamten Führungsriege des Feuerwehrvereins, Beförderungen sowie von der Vision eines zweiten Einsatzfahrzeugs mit Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses geprägt.

Bei der Jahresversammlung der Kirchdorfer Floriansjünger konnte der Vorsitzende Tobias Schwegler in der bis auf den letzten Platz gefüllten Gaststube des Gasthauses „Großer Wirt“ neben Rathauschef Richard Richter, Kreisbrandinspektor (KBI) Max Goldbrunner und Kreisbrandmeister Werner Maier-Matheke auch den Feuerwehrreferenten (FWR) der Marktgemeinde, Andreas Riedl, begrüßen.

2024 insgesamt
29-mal ausgerückt

Albert Schwegler ging in seinem 30. und zugleich letzten „Tätigkeitsbericht des Ersten Kommandanten“ auf die vergangenen zwölf arbeitsreichen Monate ein. Bei 29 Einsätzen leisteten die 236 eingesetzten Floriansjünger insgesamt 326 Einsatzstunden ab.

Mit 19 Alarmierungen lag der Fokus auf dem Gebiet der technischen Hilfeleistungen. Hier bildeten wiederum Verkehrsunfälle sowie Unwetter und Starkregenereignisse die Schwerpunkte. Zum anspruchsvollen Einsatzspektrum gehörten auch sechs Brandsituationen samt einer Großbrand-Einsatzlage eines landwirtschaftlichen Anwesens im Ortsteil Noderwiechs sowie ein ABC-Einsatz und drei „Sonstige Tätigkeiten“. Unverständnis zeigte der scheidende Kommandant bei Alarmierungen „zur Beseitigung von in die Staatsstraße hineinhängenden Baumästen“: „Das ist dann doch wirklich die Aufgabe der Straßen- und Streckenkontrolle des Landkreises.“ In Summe hob er das professionelle Zusammenspiel mit anderen Blaulicht-Einsatzkräften hervor.

Abschließend ging der Kirchdorfer Feuerwehrchef noch auf die „Vision ,zweites Einsatzfahrzeug‘“ und Vergrößerung des Feuerwehrgerätehauses ein. „Vielleicht können wir da ja die nächsten Bürgermeisterwahlen als Druckmittel ansetzen“, untermauerte er sein Anliegen mit einem Augenzwinkern.

Im Anschluss daran präsentierte Kassier Georg Spiel mit einer detaillierten Gegenüberstellung der Ausgaben- und Einnahmensituation eine solide Finanzstruktur der Wehr. Schriftführer Benedikt Niklas setzte bei seinem humoristischen Querschnitt aus dem zurückliegenden Gesellschaftsleben mit diversen Vereinsaktivitäten, Teilnahmen an Brauchtumsveranstaltungen sowie Feuerwehrfesten und -jubiläen kabarettistische Akzente. Für Lacher sorgte seine finale Feststellung, „soll noch einer sagen, dass Männer in Uniform nicht sexy sind“.

Mit einem Zahlen-, Daten- und Fakten-Check von 618 abgeleisteten Stunden ging Zweiter Kommandant Josef Grabichler auf die Aus- und Fortbildungssituation ein. Dabei schlagen elf Monatsübungen mit 355 Stunden zu Buche. In Ergänzung dazu haben 15 Kameraden bei der MTA-Ausbildung schon jeweils 39 Unterrichtseinheiten mit einem Gesamtvolumen von 263 Stunden absolviert. KBI Goldbrunner ging auf die aktuelle Situation im Bereich der Inspektion ein. Dabei streifte er die Themenbereiche Digitale Alarmierung, Ausbildung und Lehrgangsangebote, Einsatzfahrzeugkonzept und Mobile Atemschutzübungsanlage.

Lob und Respekt zollte er dem hohen Einsatzwert der Dorf-Feuerwehr: „Hier engagiert sich eine junge und hoch motivierte Truppe.“ In dem Zusammenhang appellierte er an die Floriansjünger, auch einmal über die weibliche Komponente nachzudenken: „Auch die Mädels machen einen guten Feuerwehr-Job, also, warum nicht auch bei der Kirchdorfer Wehr?“, appellierte der Kreisbrandinspektor abschließend mit einem Lächeln und nach oben zeigenden Daumen.

Zuverlässig, schnell
und einsatzstark

Bürgermeister Richard Richter dankte den Kirchdorfer Feuerwehrlern für ihr ehrenamtliches Engagement: „Ihr steht für die Begriffe schnell, zuverlässig und einsatzstark.“ FWR Riedl gab dazu einen Überblick über die Ist-Situation der sieben Gemeinde-Wehren mit ihren 383 Aktiven, 85 Nachwuchskräften und insgesamt 374 Einsätzen.

Auf das zweite Einsatzfahrzeug angesprochen, antwortete er frei nach Franz Beckenbauer: „Ja, dann schau’n wir mal.“ Über die Neuwahl des Kommandanten-Duos und der Führungs-Crew des Feuerwehrvereins, Beförderungen sowie die Ehrung des scheidenden Kommandanten wird gesondert berichtet.

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