Überraschendes Aus für „Nacht der Musik“

von Redaktion

Das war‘s mit mehreren Bands an einem Abend in verschiedenen Locations: Die beliebte Veranstaltungsreihe „Nacht der Musik“ findet ab sofort nicht mehr in Bad Aibling statt. Veranstalter und Gastronomen bedauern das überraschende Aus sehr. Doch warum ist Schluss?

Bad Aibling – Es ist ein abruptes Ende, das letztlich doch überraschend kommt. Die beliebte Veranstaltungsreihe „Nacht der Musik“, die seit fast 15 Jahren gewöhnlich im Frühjahr und im Herbst in Bad Aibling stattfand, ist ab sofort Geschichte.

Zweimal jährlich hatte die Musikagentur Wimmer in Kooperation mit dem Stadtmarketing Bad Aibling mehrere Bands organisiert, die an einem Abend in verschiedenen Aiblinger Locations gespielt hatten. Gäste zahlten hierfür einmal Eintritt und konnten dann von Konzert zu Konzert ziehen, was sich unter den Anhängern einer großen Beliebtheit erfreute. Ein Veranstaltungsort war dabei neben Bars oder Kneipen stets auch das Foyer im Rathaus.

Stadt Bad Aibling
streicht Zuschuss

Doch die Stadt zieht sich ab diesem Jahr aus der Partnerschaft zurück, die neben dem Platz im Rathaus auch einen Werbekostenzuschuss beinhaltete. Und dieser Wegfall, so erklärt es Organisator Günter Wimmer nun auf OVB-Nachfrage, macht eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe in Zukunft nicht mehr möglich. „Rund 30 Musiker, unser ganzes Personal, das muss alles auch erst mal bezahlt werden“, erklärt er. Ohne den Zuschuss könne sich die Veranstaltung wirtschaftlich nicht mehr tragen.

Wimmer bedauert den Schritt, da die Veranstaltungsreihe eine „gute Sache“ für das Nachtleben, für die Kultur, die Gastronomie und letztlich für die Bad Aiblinger Innenstadt gewesen sei.

„Es ist sehr schade, wir hätten gerne weitergemacht“, sagt der Veranstalter, der von einer stets guten Zusammenarbeit mit der Stadt spricht. „Nun wurde mir aber mitgeteilt, dass es keinen Zuschuss mehr gibt und ohne können wir nicht weitermachen.“ Denn neben diesem Wegfall würde von nun auch das Rathaus-Foyer als Location fehlen. Problematisch, da in Bad Aibling auch nicht eine Kneipe nach der anderen zu finden sei, so Wimmer.

Gastronomen und Gäste sind enttäuscht

Er räumt zwar ein, dass die Besucherzahlen, je nach Terminlage und Konkurrenzveranstaltungen, natürlich nicht immer explodiert waren. „Insgesamt war es aber einfach eine schöne Veranstaltung, die jeder gekannt hat“, sagt Wimmer, der in den vergangenen Tagen „überraschend viele“ Anrufer am Hörer hatte, die ihr großes Bedauern ausgedrückt hätten.

Und auch wenn man heutzutage viel über die angespannte Haushaltslage der Kommunen sowie über die Tatsache, dass letztlich oft an kulturellen Angeboten gespart wird, lese, kennt Wimmer den Grund des städtischen Ausstieges nicht. Die Stadt Bad Aibling wiederum hat sich bislang auf OVB-Anfrage noch nicht zu dem Thema geäußert.

Diskutiert wird über das Aus der „Nacht der Musik“ freilich trotzdem. So machte etwa Julius Fischer, Inhaber von „Jules Steakhouse“ in Bad Aibling, gegenüber dem OVB seinem Ärger Luft. „Für mich als Gastronom ist das extrem schade. An diesen Tagen war das Lokal immer brechend voll, es wurde getanzt, gesungen und gelacht.“ Fischer spricht von den besten Tagen im Jahr. Er könne es „absolut nicht nachvollziehen“, dass die Stadt eine solche Veranstaltungsreihe nicht mehr unterstützt.

„Aibling blutet kulturell aus“

„Mich fragen derzeit wieder ständig Gäste, wann denn die ‚Nacht der Musik‘ wieder stattfindet“, erzählt Fischer. Seinen Angaben zufolge würden sich einige Gäste bei der Stadt nun beschweren. Auch er selbst sei bereit, irgendwie zu unterstützen, um das Aus der Veranstaltungsreihe vielleicht doch noch abzuwenden. Auf Facebook etwa schlägt der Gastronom eine Unterschriftenaktion vor.

Auch andere Facebook-User zeigen sich enttäuscht und wollen das Ende der regelmäßigen Musik-Veranstaltung nicht wahrhaben. Kommentare wie „Aibling blutet kulturell langsam aus“ oder „es wird sich kaputtgespart“ sind dort zu lesen. Jedoch gibt es auch mehrere Stimmen, die sich gegen einen solchen städtischen Zuschuss aussprechen und die Gastronomen dazu auffordern, die Organisation einer solchen Veranstaltung künftig einfach selbst in die Hand zu nehmen.

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