Bruckmühl – „Tagundnachtgleiche – Malerei und Zeichnung von Harry Meyer und Ansgar Skiba“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl, in die Carina Kaminski bei der gut besuchten Vernissage einführte. „Die Ausstellung regt an und bringt zwei Künstler in Dialog, die Tag und Nacht als gleichberechtigte Erfahrungsräume verstehen“, betonte die Kulturbeauftragte des Landkreises Augsburg eingangs ihrer Rede. Das gemeinsame Verständnis der beiden fuße auf einem breiten kunsthistorischen Wissen und auf dem Anspruch, eine eigene und einzigartige Bildsprache zu entwickeln. Nur damit sei es möglich, als ernstzunehmender Künstler Position zu beziehen und zu einer Aussage zu kommen.
Tradition
und Moderne
„Tradition und Moderne sind für Skiba und Meyer keine Gegensätze, die sich ausschließen. Vielmehr hat es den Anschein, dass das Wissen um die Tradition, auf der sie aufbauen, den Blick für das notwendige Neue und Eigene schärft. Ihr Fokus liegt dabei – das lässt sich auch in der Ausstellung unschwer erkennen – auf der Natur und im weiteren Sinne auch auf der Reflexion unseres Umgangs mit ihr“, erklärte sie. Skiba, ein moderner Romantiker, der in seinen Zeichnungen vielfach die Motive der Romantik aufgreife, suche ganz bewusst den direkten Kontakt mit der Natur und sei einer der wenigen zeitgenössischen Künstler, die auch nachts draußen arbeiten. Dennoch vollende er seine Zeichnungen meist im Atelier, was zu einer bewussten Loslösung von den Vorlagen und zu einer gewollten Freiheit bei der Ausgestaltung der Motive führe. „Auch die teilweise sehr großen zeitlichen Abstände bis zur Fertigstellung einer Zeichnung tragen dazu bei, dass Skiba in der Lage ist, mit frischem Blick und dem nötigen inneren Abstand auf seine Arbeiten zu blicken und sie so zu eigenen Bildern zu machen“, konstatierte die Rednerin. Harry Meyer sei bekannt für seine expressiven, farbgewaltigen Gemälde, die sich pastos, geradezu reliefartig vom Malgrund abheben. „Seit Jahrzehnten arbeitet er sich mit viel Farbe an klassischen Motiven der Malerei ab. Arbeitet in Serien, deren Werke immer gleich betitelt sind und von denen doch keines wie das andere ist. Benannt nach dem, was ihnen im Kern zugrunde liegt, gelingt es Harry Meyer mit seinen Gemälden, die Dinge gleichermaßen künstlerisch zu verfremden und ihrem Wesen nach zu erfassen“, schilderte die Kunstexpertin und fügte hinzu: „Was uns auf Meyers Gemälde begegnet, ist die urwüchsige, gewaltige Kraft der Natur, die sich völlig unabhängig vom Menschen manifestiert und diesem letztlich nichts anderes als Ehrfurcht abverlangt“. Eröffnet hatte die Vernissage Kulturreferent Stefan Mager. „Es ist ein besonderer Moment, zwei herausragende Künstler, deren Werke auf faszinierende Weise Natur, Farbe und Form erforschen, in einer gemeinsamen Ausstellung zu erleben“, stellte er fest und führte weiter aus: „Was beide Künstler verbindet, ist ihre Leidenschaft für die Natur als Inspirationsquelle sowie ihre Fähigkeit, Emotionen durch ihre Werke unmittelbar spürbar zu machen. Diese Ausstellung ist nicht nur eine Gelegenheit, Kunst zu betrachten; sie lädt uns ein, innezuhalten und die Welt aus neuen Perspektiven zu sehen. Lassen Sie sich von den Werken inspirieren und nehmen Sie sich Zeit, die Details zu entdecken.“ Die Ausstellung (die 168. in der Galerie-Geschichte) mit ihrer rekordverdächtigen Anzahl von 81 Exponaten ist in der „Galerie Markt Bruckmühl“ (Telefon 08062/ 5307) noch bis zum 18. Mai zu sehen. (Öffnungszeiten: Mittwoch 14 bis 18 Uhr und Samstag/Sonntag von 11 bis 18 Uhr). bjn