Willinger Dirndl feiern Jubiläum

von Redaktion

Großes Fest trotz kurzer Vereinsgeschichte: Vom 30. April bis 5. Mai feiert die Dirndlschaft Willing ihr fünfjähriges Bestehen. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Was geplant ist und warum die jungen Frauen auf Frauenpower und die Dorfgemeinschaft setzen.

Bad Aibling – Die Willinger Dirndlschaft feiert vom 30. April bis zum 5. Mai ihr fünfjähriges Bestehen. Der Festausschuss um Vorsitzende Johanna Schönach steht bereits in den Startlöchern für die „heiße Phase“. Es sind nur noch wenige Tage, bis es mit der „Take-Off-Party“ im Festzelt am Kirchweg losgeht, dennoch fanden Dirndl-Chefin Johanna Schönach, ihre Stellvertreterin Bernadette Stadler sowie Lucia Stadler und Martina Widhammer, verantwortlich für die Finanzen, Zeit, um mit dem Mangfall-Boten über die Beweggründe für das Jubiläumsfest und den Stand der Vorbereitungen zu sprechen.

Den Verein in kurzer
Zeit gut aufgestellt

Das fünfjährige Vereinsjubiläum ist eines, das üblicherweise nicht so groß gefeiert wird. Die Willinger Dirndl wollen sich das aber trotzdem nicht nehmen lassen. „Wir freuen uns zum einen darüber, dass es uns innerhalb der fünf Jahre gelungen ist, den Verein gut aufzustellen – wir haben mittlerweile 45 junge Dirndl aus Willing und Umgebung als Mitglieder. Andererseits wissen wir nicht, ob wir ein zehnjähriges Jubiläum als Dirndl erleben werden“, erklären Johanna Schönach und Bernadette Stadler ihre Beweggründe. Sie beziehen sich dabei auf die Regeln des Vereins: Dem Verein dürfen alle Dirndl ab einem Alter von 16 Jahren beitreten – mit einer Heirat ist es aber unweigerlich vorbei mit der Zugehörigkeit.

Einen weiteren Grund für die Festlichkeiten nennt Bernadette Stadler: „Wir möchten ja, dass der Verein auch nach unserer Zeit weiter besteht und wollen damit all jenen, die noch nicht beigetreten sind, einen Ansporn dazu geben.“ Martina Widhammer fügt hinzu: „So ein Fest schweißt allein durch die gemeinsame Vorbereitung zusammen.“

Guter Zusammenhalt
zeigt sich im Vorfeld

Seit mehr als einem Jahr trifft sich der Festausschuss, dem noch weitere Dirndl angehören, bis zu dreimal in der Woche. Die Wohnstube im Hause Schönach wird dann regelmäßig zum „Sitzungssaal“. Das Fest ist zum großen Teil reine „Frauensache“, informiert das Quartett nicht ohne Stolz. „Nur“ zum Zeltaufstellen, für die Verlegung der Versorgungsleitungen (Strom, Wasser und Beleuchtung) und die elektrischen Anschlüsse brauche es „starke Männer“ und Fachkräfte, die sich aus den Willinger Burschen, aus Vätern und Großvätern sowie der Willinger Dorfgemeinschaft rekrutieren. „Hier zeigt sich der dörfliche Zusammenhalt“, ist Lucia Stadler überzeugt.

Zugute kommt den Veranstalterinnen auch, dass mehr als 50 Prozent der Willinger Dirndl noch in weiteren Vereinen, wie beispielsweise im Trachtenverein, bei der Feuerwehr oder in der Faschingsgilde aktiv sind. Auch dort finden die jungen Frauen Hilfe, wenn sie denn gebraucht wird.

Doch was tun die Willinger Dirndl eigentlich, wenn sie nicht gerade ein Jubiläums-Fest vorbereiten? „Wir sind natürlich sehr gerne auf Festen aller Art unterwegs“, sagt Martina Widhammer. Dazu gehören ihr zufolge Besuche von Festen befreundeter Vereine oder die jährliche „Maibaum-Stüberl-Tour“, zu welcher die jungen Damen mit dem Bus fahren. „Hier steuern wir nicht nur bekannte Vereine an, da geht es auch mal nach Siegertsbrunn im Landkreis München“, erzählt Johanna Schönach. Bei diesen Ausflügen ist es der Dirndlschaft wichtig, dass immer alle gemeinsam starten und alle Teilnehmerinnen wieder wohlbehalten zurückkehren. Ein jährliches „Muss“, wie die vier Dirndl betonen, ist auch die Teilnahme am Faschingszug. Diese war heuer besonders, schließlich regierte Vorsitzende Johanna Schönach im Fasching 2025 Bad Aiblings Narren. „Johanna ist einfach eine Powerfrau. Wie sie das alles unter einen Hut gebracht hat, ist einfach der Wahnsinn“, zollen ihr ihre Mitstreiterinnen Respekt. Auch eigene Veranstaltungen stehen im Jahresverlauf einige an: das Weinfest sowie im jährlichen Wechsel entweder ein Sommerfest oder ein Frühschoppen.

Engagement
im Dorfleben

Wer denkt, die Dirndl sind nur zur Gaudi unterwegs, der irrt aber gewaltig. Im Dorfleben engagieren sich die Dirndl auch, etwa bei den Festen der Ortvereine, zum Beispiel als Zeichenverkäuferinnen oder als Bedienungen. Seit drei Jahren organisieren die Willinger Dirndl zudem das „Christkindl-Basteln“, bei dem die jungen Frauen am 23. Dezember vormittags kleinere Kinder und am Nachmittag dann ältere Kinder betreuen. „Wir wollen so den Eltern ermöglichen, noch letzte Besorgungen für das Weihnachtsfest zu erledigen, ohne die Kinder in der hektischen Zeit mitnehmen zu müssen“, erklärt Lucia Stadler.

Doch nun liegt das Augenmerk des Vereins zu hundert Prozent auf dem großen Jubiläumsfest. Jedes Ausschuss-Mitglied hat seine Aufgabe und Zuständigkeit. Dadurch sind „kurze und direkte Wege gewährleistet, wenn es gilt, ein Problem oder Anliegen zu lösen“, macht die Vorsitzende deutlich. Mit Freude blicken sie auf das Jubiläumsfest voraus: Es werde zwar wenig Schlaf geben in den kommenden Tagen. „Aber des is uns bewusst und mia san’s g’wohnt.“ Beste Voraussetzungen also. Nun muss nur noch der Wettergott mitspielen. Aber so engagiert, wie die Willinger Dirndl ihre Veranstaltungen vorbereiten, dürfte dessen Wohlwollen gesichert sein.

Fest und Los-Aktion

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