Am Karfreitag

Umweltfrevler entsorgen Sperrmüll am Kreuzweg

von Redaktion

Kirchenpflegerin Maria Grünwald entdeckt bei Routineinspektion vor Karfreitag alte Bürostühle und Christbaumständer

Bad Aibling/Ellmosen – Seit 2008 kümmert sich Maria Grünwald um die Pflege des Kreuzwegs, der vom Wimmer-Stadel am Ortsende von Ellmosen nach Thann führt. Die Frühjahrsinspektion, die sie alle Jahre vor der traditionellen Karfreitagsprozession auf dem rund 1,5 Kilometer langen Wegstück durch den Thanner Wald vornimmt, war für die Ellmosener Kirchenpflegerin heuer mit einer unliebsamen Überraschung verbunden.

Unbekannte Umweltfrevler haben im Gehölz in der Nähe einer der insgesamt 14 Votivtafeln des Kreuzwegs vier alte Bürostühle sowie einen Christbaumständer samt verdörrtem Baum verbotswidrig entsorgt. „Für dieses Handeln habe ich keinerlei Verständnis. Das ärgert mich“, bekennt Grünwald freimütig.

Damit sich der Kreuzweg am Karfreitag in einem ansehnlichen Zustand befindet, hat sie nicht nur den Sperrmüll zu einer Sammelstelle am Waldrand getragen und anschließend zur Entsorgung in den Bad Aiblinger Wertstoffhof gebracht. Auch heuer hat sie unter anderem überhängende Äste abgeschnitten, damit die Wegstrecke für die Prozessionsteilnehmer gut begehbar ist. Zu den Aufgaben, die die 78-Jährige regelmäßig wahrnimmt, gehören darüber hinaus auch die Kontrolle der Buchsbepflanzung an den einzelnen Stationen des Kreuzwegs und das Säubern der Tafeln, die an Christi Leiden und Sterben erinnern. „Damit das Grün frisch bleibt, muss ich es immer wieder einmal gießen. Auch das Jäten von Unkraut fällt regelmäßig an“, berichtet Grünwald.

Wenn die örtliche Kolpingsfamilie im Dezember ihre traditionelle Fackelwanderung auf dem Kreuzweg durchführt, geht sie die Strecke jedes Mal kurz vorher ab und zündet an jeder Votivtafel eine Kerze an. „Das verleiht der Wanderung bei Dunkelheit einen besonderen Flair“, findet sie.

Auch wenn das Auffinden von Sperrmüll entlang des Kreuzwegs eher die Ausnahme darstellt, die Respektlosigkeit mancher Menschen vor der Natur ruft bei ihr regelmäßig Kopfschütteln hervor. Papiertaschentücher, kleinerer Plastikmüll, Dosen, Zigarettenkippen oder Getränkeflaschen findet sie bei ihren Kontrollgängen immer wieder. „Wenn ich was sehe, dann hebe ich dass halt auf“, sagt sie.

Für heuer hat sie ihren Teil erledigt, den sie zu einem würdigen Verlauf der Karfreitagsprozession beitragen kann. Sie zieht alle Jahre etliche Dutzend Betende an. Ein letzter Kontrollgang vor dem Feiertag steht freilich noch aus. „Damit auch wirklich alles passt“, so Grünwald.

Auch wenn sie das Verhalten so mancher Zeitgenossen manchmal fassungslos macht, überwiegt für die Kirchenpflegerin letztlich doch die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit. „Ich bekomme viele positive Rückmeldungen. Das motiviert mich immer wieder neu“, gesteht sie.Norbert Kotter

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