Hohenthann – Das Kinderhaus Purzelbaum erhöht ab dem Kita-Jahr 2025/2026 die Elternbeiträge um rund 13 Prozent. Das beschloss kürzlich der Tuntenhausener Gemeinderat.
Bürgermeister Georg Weigl erklärte zu Beginn der Sitzung, dass eine kontinuierliche Überprüfung der Elternbeiträge richtig ist, weil sich dadurch zu starke Erhöhungen vermeiden ließen. „Leider steigen die Kosten ständig“, monierte der Bürgermeister und verwies auf Unterhaltskosten, Betriebskosten und Personalkosten. Auch prangerte er die ungerechte Kostenverteilung der Kita-Finanzierung an und verwies darauf, dass bei Einführung des BayKiBiG (Bayerisches Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindergärten, anderen Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege) eine Kostendrittelung zwischen Freistaat Bayern, Gemeinde und Eltern angedacht war. „Die heutige BayKiBiG Förderung deckte aber schätzungsweise leider nur 60 Prozent der Kosten ab“, resümierte Weigl, sodass die Gemeinden das verbleibende Defizit über den Haushalt decken müssen.
Aus Sicht der Verwaltung ist nach neuester Berechnung für das kommende Kita-Jahr 2025/2026 eine Beitragsanpassung unumgänglich. Der erarbeitete Vorschlag wurde auch mit dem Kita-Verbund Beyharting (mit den Kindertagesstätten in Ostermünchen, Tuntenhausen und Beyharting) und der Kita Nano GmbH Bruckmühl (Waldkindergarten) abgestimmt, erklärte Christine Schindlbeck von der Gemeindeverwaltung. Unter die Lupe genommen wurden dabei auch die Kita-Gebühren der benachbarten Kommunen wie Feldkirchen-Westerham, Schechen, Großkarolinenfeld, Kolbermoor und Bad Aibling.
Der Vorschlag der Verwaltung sieht bei der Standardbuchung (vier bis fünf Stunden) im Kindergarten eine 12,9-prozentige Steigerung vor, würde aber einen einheitlichen Gebührenansatz im Kita-Verbund Beyharting beziehungsweise in den Gemeinden Schechen und Großkarolinenfeld widerspiegeln. Neben diesen Elternbeiträgen waren auch die zusätzlichen Gebühren wie Anmeldegebühr, Brotzeitgeld, Mittagessenspreise und Portfoliogeld zwecks einer Anpassung zu überprüfen.
Das Kita-Brotzeitgeld beträgt seit dem ersten Januar 2024 monatlich 24 Euro (vorher 18 Euro). Hier sei erwähnt, so Schindlbeck, dass die Brotzeit über regionale Anbieter (unter anderem Metzgerei Wachter, Bäckerei Schiedermeier, Edeka Zäuner und BioGut Wallenberg) bezogen wird. Bei diesem Betrag wird man es belassen.
Das Portfoliogeld ist eine pädagogische Form des Bildungsverlaufs und enthält eine Kombination aus Bild- und Schriftdokumenten. Hier ergab die Neukalku-
lation eine Erhöhung um einen Euro pro Monat. Der jährliche Portfoliobetrag erhöht sich damit von bisher 33 Euro auf 45 Euro zum ersten September 2025.
Die Anmeldegebühr von 15 Euro bleibt unverändert. Bürgermeister Georg Weigl wies noch darauf hin, dass finanzschwächere Eltern sich an staatliche Stellen wenden können (Landratsamt).
„Leider steigt unser Defizit in den Kinderhäusern stetig“, beklagte der Bürgermeister. Eine Einsparung ist nach seinen Worten aber letztlich nur beim Personal möglich. An der Qualität der Kinderbetreuung zu sparen, darin sieht der Bürgermeister allerdings ein klares „No Go“. Das sahen auch die Gemeinderäte unisono so und deshalb wurde dem Beschluss, die Elternbeiträge und die zusätzlichen Gebühren gemäß dem Vorschlag der Verwaltung ab dem
1. September 2025 anzupassen, einstimmig zugestimmt.
Demnach ergibt sich folgende Staffelung der Elternbeiträge für das kommende Kita-Jahr 2025/2026:
Die Beträge verstehen sich jeweils ohne Abzug von 100 Euro EB-Zuschuss. ws