Dreder Musi begeistert Publikum

von Redaktion

Musikalische Schmankerl von Beethoven bis Big Band und Mini-Trompete im Kurhaus

Bad Aibling – Eine gute Tradition ist das Frühjahrskonzert der Dreder Musi in den Tagen vor Ostern. Auch heuer kamen die Freunde der konzertanten Blasmusik im restlos ausverkauften Kurhaussaal, in dem sogar auf der Galerie kein Platz mehr zu finden war, auf ihre Kosten.

Einen 56 Personen starken Klangkörper hatten die Dirigenten, Vater Roland und Sohn Anian Merk, auf die Bühne gebracht. Dazu kamen noch die „Woida Sänger“, und was alle Akteure zu Gehör brachten, forderte wiederholt den tosenden Applaus des Publikums heraus.

Das Repertoire war breit gefächert und zeigte, dass die „Dreder“ alle musikalischen Stilrichtungen sicher abdecken können. Davon überzeugte sich die Zuhörerschar, darunter neben Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier und dessen Amtskollegen der umliegenden Gemeinden unter anderem Landrat Otto Lederer, Landtagsabgeordneter Sepp Lausch sowie Stadtpfarrer Philipp Kielbassa und Pfarrer Markus Merz von der evangelischen Christusgemeinde, bereits beim Auftaktstück, dem Konzertmarsch „Thermik“ von Hans Krinner Junior.

Berühmtester Schluss
der gesamten Klassik

Die folgende Ouvertüre zu Egmont, komponiert von Ludwig van Beethoven, hat nach den Worten von Roland Merk den „wohl berühmtesten Schluss der gesamten Klassik“, bemerkte der Kapellmeister. Weiter ging es mit der Elisabeth-Serenade von Ronald Binge und beim Walzer „Freut euch des Lebens“ von Johann Strauß Sohn sah sich so mancher in den goldenen Konzertsaal des Wiener Musikvereins versetzt, in welchem 1870 dessen Uraufführung zu hören war.

„Das Gute, das Schlechte und das Hässliche“ verkörperten Josef Merk, Martin Oswald und Norbert Schneider als Solisten bei Ennio Morricones Il Triello, einem Solo für drei Trompeten, nicht nur mit den Blasinstrumenten, sondern auch äußerlich in Gestalt dreier Westernhelden. Mit dem Konzertmarsch „Edler Magellan“ von Josef Steinbacher und Andreas Winkler ging es in die Pause.

Dies nutzten die Zuhörer, um ihr „Wunschkonzert“ anhand auf dem Tisch liegender Blätter zusammenzustellen.

Im kommenden Jahr feiert die Dreder Musi ihr 80-jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll unter anderem mit einem Konzert gefeiert werden, welches sich die Freunde der Kapelle selbst zusammenstellen können. Mit „Domi Adventus“, dem letzten Teil von Alexander Pflugers Marsch-Trilogie, die sich mit den Abenteuern des niederländischen Seefahrers Abel Tasman befasst, ging es in den zweiten Konzertteil, der mit einigen Überraschungen aufwartete.

So kam bei „Das Dschungelbuch“ der „Sherman-Brothers“ (Richard und Robert) das „Instrument des Jahres“, die Stimme, zur Geltung. Anian Merk sorgte für Erstaunen, als er dies bekannt gab und bemerkte, „die Stimme ist ein Instrument, mit dem man besonders kreativ sein kann“. Dies bewiesen in dem Arrangement die „Woida Sänger“, die das Stück gesanglich begleiteten.

Merk kannte auch den Grund, warum man von „Kaiserwetter“ spricht: „Der österreichische Kaiser Franz Josef hatte am 18. August Geburtstag, es herrschte immer sommerlich schönes Wetter, wenn der Monarch seinen Ehrentag feierte.“ Dies inspirierte Mathias Haslinger zu seiner Polka „Kaiserwetter“ und vor Augen hatten viele das Bild von Franz Josef mit gezwirbeltem Bart in seiner mit Orden geschmückten Uniform.

Modern wurde es dann mit „visit to George Gershwin“, nach einem Arrangement von Vlad Kabec und der von Paul Meinhold arrangierten „Glenn-Miller-Story“. Bei Letzterer bewies die Dreder Musi, dass sie auch Big-Band-Sound kann.

Mit dem „Prinz-Eitel-Friedrich-Marsch“ war das Programm beendet, doch wer die „Dreder“ kennt, weiß, dass diese nicht ohne Zugabe davonkommt und hier gab es eine weitere Überraschung: „Grenzenlos“ hieß das (vor)letzte Stück, bei dem Ludwig Krabichler (Tenorhorn), Florian Kirchberger, Margit Forstmair (Flügelhorn) und Stefan Sedlmaier (Tuba) als Solisten überzeugten. Durchaus ungewöhnlich, werden doch solche „Zugaben“ gemeinhin vom kompletten Orchester gespielt.

Humvorvolle Einlage
mit stilechtem Banner

In diesen Genuss kam das Publikum mit der allerletzten Darbietung, die eine lange Tradition hat und nie fehlen darf: Der Bayerische Defiliermarsch, der jedoch heuer auch eine Besonderheit hatte: Zu den vier üblichen Trompeten gesellte sich diesmal eine „Spielzeugtrompete“, stilecht mit einem kleinen weiß-blauen Rauten-Banner verziert und „gespielt“ von Kapellmeister Roland Merk.

Ob er dem ungewöhnlichen Instrument“ tatsächlich Töne entlocken konnte, ging in der kraftvollen Darbietung unter, Sinn für Humor hatte Merk damit allemal bewiesen.

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