Bad Aibling – Es war ein Vormittag voller emotionaler Worte. Mit Andreas Krämer hatte bereits vor einigen Wochen eine echte Institution das Aiblinger Rathaus verlassen. Über drei Jahrzehnte begleitete und prägte der Architekt und Bauamtsleiter die Entwicklung der Kurstadt. Im Hotel Lindner nahm er nun noch einmal Abschied von einigen ausgewählten Weggefährten und betonte dabei, wie viel ihm die Arbeit und das Miteinander bedeutet haben.
„Ich habe immer sehr gerne für die Stadt gearbeitet“, erklärte Andreas Krämer gegenüber dem Mangfall-Boten und blickte auch mit Wehmut auf die bewegende Zeit zurück. Zahlreiche Projekte, darunter die Therme Bad Aibling oder der Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg, fielen in seine Amtszeit, in der er auch in etlichen Sitzungen von Bauausschuss und Stadtrat Rede und Antwort stehen musste.
Lob von langjährigen
Weggefährten
„Wo sind die Jahre geblieben? Du warst fast vier Jahrzehnte dabei“, betonte Aiblings Zweite Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz und überreichte Krämer im Namen der Stadt ein Dankes-Geschenk. Krämer sei 37 Jahre lang „mit vollem Ehrgeiz“ zur Arbeit gekommen. „Es war großartig, jemanden wie dich, in der Stadt zuhaben“, so Hieble-Fritz.
„Es war stets eine schöne Zusammenarbeit“, sagte auch Altbürgermeister Felix Schwaller, der zu den langjährigen Wegbegleitern Krämers zählt. Laut Schwaller habe es nur wenige Tage gegeben, an denen man nicht gesprochen habe. „Der Stadtbaumeister hat oft eine größere Außenwirkung als ein Bürgermeister“, betonte er die Bedeutung Krämers. So seien es eben oftmals die Bauprojekte in der Stadt, die viele Menschen bewegten, ergänzte Hieble-Fritz, die die vielen Meilensteine in Krämers Schaffenszeit hervorhob.
„Wir möchten einfach Danke sagen“, betonte Hieble-Fritz und wünschte Krämer nur das Beste und viel Freude mit seiner Familie, mit seinen Enkelkindern und in seiner oft sportlich geprägten Freizeit. Emotionale Worte wählte auch Monika Reindl, die sich zu Beginn des Jahres nach über drei Jahrzehnten als Seele des Bauamt-Sekretariats ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet hatte. Sie bezeichnete Krämer als einen „tollen Chef“, der ihr immer den Rücken gestärkt hätte. Den Dank konnte Krämer nur zurückgeben und zeigte sich dankbar, Mitarbeiter wie Reindl gehabt zu haben.
Auch Uschi Eder, Personalrätin sowie Ansprechpartnerin im Bürgermeister-Vorzimmer und ebenfalls kürzlich in den Ruhestand verabschiedet, stellte die herausragende Zusammenarbeit mit Krämer heraus. Man sei als Team aufgetreten und habe sich einander immer geholfen. Damals sei die Zeit oftmals von einem „familiären Miteinander“ geprägt gewesen.
„Bitte nicht zu viel“, sagte Krämer schmunzelnd und reagierte ergriffen auf die herzlichen Wortbeiträge. „Danke für die freundlichen Worte, ich habe das immer mit Freude gemacht.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Bauhofs, die immer draußen für die Leute unterwegs seien, war ihm stets wichtig, erklärte der ehemalige Stadtbaumeister. Nach 37 Jahren beginne für ihn nun eine neue Zeitrechnung. Und nach den ersten Wochen im Ruhestand macht er deutlich: „Mir geht es sehr gut.“
Nicolas Bettinger