Götting gedenkt der Widerstandskämpfer

von Redaktion

Pfarrei erinnert an zwei mutige Männer

Götting – Am morgigen Samstag erinnert die Pfarrei Götting an den 80. Jahrestag der Ermordung von Pfarrer Josef Grimm und Hauptlehrer Georg Hangl, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor.

In der Nacht vom 27. auf den 28. April 1945, unmittelbar vor dem Einmarsch der alliierten Truppen, versuchte die Freiheitsaktion Bayern in München durch einen Aufstand, die nationalsozialistischen Machthaber abzusetzen. Über den Rundfunk forderten sie die Bevölkerung zur Unterstützung auf. In zahlreichen oberbayerischen Orten folgten Anwohner diesem Aufruf, darunter auch in Götting. Dort hissten Pfarrer Grimm (1900 bis 1945) und Hauptlehrer Hangl (1889 bis 1945) an der Südseite des Kirchturms morgens eine weiß-blaue Fahne. Diese hing jedoch nur kurze Zeit, da bald darauf über den Rundfunk das Scheitern der Freiheitsaktion Bayern bekannt gegeben wurde.

Dennoch begann eine kleine Gruppe von SS-Soldaten in Götting nachzuforschen und nahm die beiden Männer fest. Pfarrer Josef Grimm wurde im Wald oberhalb von Unterleiten misshandelt und erschossen. Hauptlehrer Georg Hangl wurde mitten im Ort getötet, nachdem er abgeführt worden war und vermutlich zu fliehen versuchte.

Pfarrer Grimm wird von der Kirche als Blutzeuge des 20. Jahrhunderts unter den „Zeugen für Christus“ geführt. Papst Johannes Paul II. empfahl in diesem Zusammenhang, „nicht die Erinnerung zu verlieren an diejenigen, die das Martyrium erlitten haben“. Im Jahr 2009 wurde an der Pfarrkirche Götting ein Denkmal für Grimm und Hangl eingeweiht.

Die morgige Gedenkfeier beginnt um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. Anschließend, gegen 19.30 Uhr, hält Dr. Norbert Göttler im Pfarrsaal einen Vortrag mit Filmvorführung. Göttler, ehemaliger Bezirksheimatpfleger von Oberbayern, veröffentlichte kürzlich das Buch „Die weiße Fahne“. Darin behandelt er die nationalsozialistischen Endphasenverbrechen in Bayern im April 1945 und ordnet die Göttinger Morde in einen größeren historischen Kontext ein. Laut Göttler werfen diese schrecklichen und zum Teil ungesühnten Gewalttaten ein beklemmendes Licht auf die Geburtsstunde der jungen Bundesrepublik.

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