Bad Aibling – Als ein besonderes Friedenssymbol soll sich die Pfarrkirche Sankt Georg an Pfingsten präsentieren. 1000 aus weißem Papier gefaltete Tauben will die Pfarrgemeinde in dem Gotteshaus aushängen. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bärbel Merk hat deshalb jetzt eine Bastelinitiative gestartet, an der sich die gesamte Bevölkerung beteiligen kann.
Die Grund- und Mittelschule sowie die katholische Kindertagesstätte Sankt Georg, Pfadfinder und Ministranten haben ihr Mitwirken bereits zugesagt. Über ein Jahr hat sich Merk mit dem Gedanken zum Start dieser Aktion getragen. Sie hofft auf eine rege Beteiligung, „damit wir gemeinsam ein starkes Zeichen für den Frieden senden können“. Papier zum Falten der Tauben und eine Bastelanleitung liegen in der Georgskirche aus. „Das geht ganz einfach und überfordert niemanden“, sagt Merk. Der Gedanke, eine solche Aktion in Bad Aibling zu starten, kam ihr beim Besuch einer Kirche in München „Dort habe ich eine Installation gesehen, die den Eindruck vermittelte, als würden die Tauben durch das Schiff des Gotteshauses fliegen“, berichtet Merk. Als sie dann etwas später in einer Kirche in Bad Reichenhall eine ähnliche Installation sah, war für sie endgültig klar, ihre Idee in die Tat umzusetzen.
Nicht nur bei ihrer Stellvertreterin im Pfarrgemeinderat, Hedi Westphal, stieß das Konzept auf spontane Begeisterung. Für Natascha Wittling, die Leiterin der Kindertagesstätte Sankt Georg, war die Beteiligung an der Aktion überhaupt keine Frage. „Wir sind eine kirchliche Einrichtung und arbeiten seit jeher eng mit der Kirche zusammen, weil wir den Kindern christliche Werte vermitteln wollen. Hierfür bietet sich diese Aktion förmlich an“, sagt Wittling. Wie viele Tauben der Kindergarten beisteuern kann, weiß sie noch nicht. Details müsse sie mit der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden erst noch klären.
In der Georgschule koordiniert Elke Netscher die Aktion. Sie ist Leiterin der Nachmittagsbetreuung und engagiert sich ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde. „Frieden ist das höchste Gut. Die Aktion ist pädagogisch sehr wertvoll und passt gut in die heutige Zeit“, ist Netscher überzeugt. Schließlich gelte die Taube in allen Religionen als Friedensbotschafter.
In der Schule wurde mit dem Basteln bereits begonnen. Mitte Mai sollen die Kinder nach den Plänen von Netscher ihre Friedenstauben fertiggestellt haben. „Die Schülerinnen und Schüler haben beim Fertigen der Papiergebilde Gestaltungsspielraum und dürfen ihre Tauben auch mit persönlichen Botschaften versehen“, sagt die Leiterin der Nachmittagsbetreuung.
Dass Bärbel Merk ihr Ziel erreicht, 1000 Tauben in der Kirche aufhängen zu können, davon ist Netscher überzeugt. „Derzeit haben wir 636 Kinder, von denen 100 die Nachmittagsbetreuung besuchen. Jedes Kind steuert mindestens eine Taube bei“, rechnet Netscher vor, dass somit allein knapp zwei Drittel der benötigten Papiertauben von der Schule kommen. Sollte die Zielmarke von 1000 Tauben tatsächlich überschritten werden, ist das für Bärbel Merk kein Problem. „Wir kriegen die schon unter“, sagt sie. tt