Großkarolinenfeld – Saufgelage und Scherben in Großkarolinenfelds Ortsmitte während des Frühlingsfestes – damit soll nun Schluss sein. Der Gemeinderat hat sich für eine Alkoholverbotszone rund um das Rathaus ausgesprochen. Die Idee wurde intensiv diskutiert und die Abstimmung fiel knapp aus.
„Diese Bereiche werden zum sogenannten Vorglühen genutzt“, erklärte Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei). Die Preise für Alkohol im Zelt seien manchen wohl zu teuer, da konsumiere man lieber billige mitgebrachte Getränke, bevor es zum Feiern gehe.
Kaputte Glasflaschen
sind ein Problem
Das Problem: In der Vergangenheit wurden dann Sachbeschädigungen und Verschmutzungen durch zerschlagene Glasflaschen auf den Pflasterflächen, den Grünflächen und im Bachlauf festgestellt.
Nachdem die Gemeinde das Areal rund um das neue Rathaus vor einigen Jahren aufgewertet hat, werden die Anlagen sowie der renaturierte Bach allerdings stark als Erholungsflächen genutzt. Bei Kindern sind Bachlauf und der angrenzende Spielplatz ebenfalls beliebt. Die Verschmutzungen haben daher laut Gemeindeverwaltung zu einem hohen Verletzungsrisiko geführt. Die Gemeinde musste im vergangenen Jahr sogar Warnschilder deswegen aufstellen. „Um diesen Auswüchsen entgegenzuwirken und um auch dem Jugendschutz im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gerecht zu werden“, hat die Verwaltung daher nach Absprache mit der Polizei Bad Aibling vorgeschlagen, eine Alkoholverbotszone für den Zeitraum des Frühlingsfestes rund um das Rathaus per Verordnung festzulegen. Roman Hörfurter (PLW) sprach sich gegen den Vorschlag aus. „Ich halte das nicht für zielführend“, meinte er. Im Bereich des Spielplatzes sei Alkoholkonsum sowieso verboten. Außerdem gebe der Jugendschutz einen rechtlichen Rahmen. „Damit verlagern wir das Problem nur in andere Bereiche“, betonte er. Auch am Weiher, am Kindergarten oder am Bahnhofsplatz würden sich junge Leute zum Trinken treffen. Er meinte, wenn man schon ein Volksfest habe, müsse man das eben ein paar Tage aushalten. Denn sonst müsse man konsequenterweise auch bei anderen Festen eine Verbotszone einrichten.
Christian Baumann, Leiter der Gemeindeverwaltung, hielt dagegen: „Das ist aber hier ein exponierter Bereich, den man besonders schützen muss.“ Er erinnerte an die massiven Probleme mit Scherben im Bach im vergangenen Jahr. Man habe das Areal aufgewertet, damit es von den Bürgern genutzt werden könne. Dann solle man auch zusehen, dass man es gefahrlos nutzen kann. Er betonte, dass auch die Polizei hier einen Schwerpunkt sehe und das Vorhaben daher unterstütze. Leonhard Krichbaumer (CSU) meinte, es gebe hierzu keine richtige und keine falsche Entscheidung. Scherben könnten auch trotz Verbots im Bach landen. Wenn man es verhindern könne, sei es aber besser.
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Polizeikontrollen
Josef Lausch (FW-GBV) schlug vor, die Verbotszone heuer noch nicht zu machen, dafür aber für verstärkte Polizeikontrollen zu sorgen. Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei) hielt dagegen, dass diese in vielen Fälle keine rechtliche Grundlage habe, einzugreifen. „Ich sehe das als einen Versuch. Ob es etwas bringt, können wir danach gemeinsam entscheiden“, so der Bürgermeister. Es gehe ihm außerdem darum, ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen.
Mit zwölf zu neun Stimmen sprach sich das Gremium für die Einrichtung der Alkoholverbotszone aus. Sie soll per Verordnung bekannt gegeben und außerdem beschildert werden.