Bad Aiblings „Liesl“ feiert 90. Geburtstag

von Redaktion

Humorvolle Jubilarin blickt auf bewegtes Leben voller Engagement

Bad Aibling – „Zufriedenstellend und dem Alter entsprechend“ bezeichnete Elisabeth Reiser ihren Gesundheitszustand auf Nachfrage von Bürgermeister Stephan Schlier, der die Jubilarin anlässlich ihres 90. Geburtstages besucht hatte. Der Bürgermeister brachte genügend Zeit mit, um sich mit Elisabeth Reiser, die in Bad Aibling alle nur „Liesl“ nennen, zu unterhalten.

Eine gemeinsame Linie war schnell gefunden, arbeitete Liesl Reiser doch einst bei der Aiblinger Stadtverwaltung, unter anderem in der Kämmerei. Dort lernte sie „ihren“ Franz kennen, der dort ihr Chef war. Die beiden heirateten 1957, feierten somit vor drei Jahren eiserne Hochzeit und zogen 1960 in das Eigenheim in der Ellmosener Straße. Vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter, kamen zur Welt. Mittlerweile freut sich das Geburtstagskind über sechs Enkel und fünf Urenkel, „das sechste Urenkerl ist schon unterwegs“, verriet sie schmunzelnd.

Elisabeth Reiser kam einst in Oberschlesien zur Welt. Vertreibung und Flucht führten die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bad Aibling. Dort engagierte sie sich jahrzehntelang ehrenamtlich im Zweigverein des Katholischen Frauenbunds. Es gab kaum eine Veranstaltung, bei der sie nicht im Arbeitskreis mithalf. Bei Empfängen oder Zusammenkünften richtete sie mit weiteren Damen kalte Buffets her, und auch von ihren Backkünsten konnten sich die Besucher überzeugen. „Das geht heutzutage leider nicht mehr so leicht, aber einen Nusskranz habe ich für die Geburtstags-Kaffeetafel noch selbst gebacken“, erzählte Liesl Reiser dem Bürgermeister.

Es gab viel zu lachen, denn auch im hohen Alter hat sie ihren Humor nicht verloren. Den zeigte sie jahrelang beim Frauenbund-Faschingskranzl. Lustige Einlagen waren ohne sie lange undenkbar, und wenn die Liesl auf die Bühne trat, blieb kein Auge trocken. Lustig ging es auch bei den „Frauenbund-Sängerinnen“ zu. Die Damen ließen ihre Stimmen auch gerne zu kirchlichen Festen, Musikanten-Treffen oder bei privaten Feiern erklingen. „Das waren sehr schöne Zeiten“, schwelgte sie in Erinnerungen. Elisabeth Reiser ist nach wie vor am Geschehen in der Stadt interessiert. uhe

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