Kita Höhenrain wird neu gebaut

von Redaktion

Architektin stellt Entwurf vor – Kosten von über 7,5 Millionen Euro

Feldkirchen-Westerham – Es ist ein Projekt, das für viele wichtig ist. Der Umbau des Kindergartens Höhenrain beschäftigt nicht nur Bürgermeister Johannes Zistl (OLV), sondern den gesamten Gemeinderat schon seit einiger Zeit. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun von der Architektin Monika Rieder der Entwurfsplan und die Kostenberechnung vorgestellt. Dem Entwurf wurde einstimmig zugestimmt.

Räumliche
Grenze erreicht

Aktuell befindet sich der Kindergarten Höhenrain noch im Gemeindehaus. Bedeutet, dass sich dort auch kirchliche und örtliche Vereine sowie die Musikkapelle aufhalten. Räumlich stoße man deshalb hin und wieder an seine Kapazitätsgrenzen. Ein Grund, dieses Gebäude neu zu gestalten, um sowohl die Kinderbetreuung als auch das Höhenrainer Vereinsleben zu verbessern. Und Architektin Monika Rieder weiß, wie das funktionieren kann.

Neues Gebäude wird dreistöckig ausgebaut

Im Spätherbst dieses Jahres soll das an das Gemeindehaus angebaute Gebäude in der Schlossstraße 6 abgerissen werden. Das Gemeindehaus wird daraufhin erweitert und dreistöckig ausgebaut. „Im Erdgeschoss soll der Kindergarten mit dem Kinderrestaurant einziehen. Im zweiten Stock die Krippe und im Dachgeschoss der Hort“, erklärt Monika Rieder. Im März 2026 sollen die Tiefbau- und Rohbauarbeiten beginnen. Die Fertigstellung des gesamten Umbaus ist für den Sommer 2028 geplant.

Eine Änderung im Entwurfsplan wurde durch eine neue Brandschutzanforderung für das Obergeschoss nötig. Es brauche einen Flur für die Sicherung des zweiten Rettungswegs. „Das hat auf Erd- und Obergeschoss den Einfluss gehabt, dass wir mit der Ostwand schräg rausgerückt sind, um die nötige Fläche für den Flur im Obergeschoss zu schaffen“, sagt Rieder. Diese Lösung sei auch deshalb entstanden, weil man keine Kinderbetreuungsplätze verlieren möchte.

Im Dachgeschoss „springt“ man von der schräg ausgerückten Ostwand wieder zurück, um eine „saubere und gradlinige Grundgestaltung zu haben“. Die Architektin erklärt weiter: „Wir wollen die Konstruktion so einfach wie möglich halten, damit wir dabei auch nicht zu viele Kosten verbrauchen.“ Die Fassade des Erdgeschosses soll verputzt und ab dem Obergeschoss in Holzbau errichtet werden.

„Bei den Fensterformaten haben wir geschaut, dass wir ein möglichst harmonisches Fassadenbild bekommen“, sagt Rieder. Nur wenn die Belichtung in den Räumen verbessert werden muss, habe man mit den Größen der Fenster variiert. So werde es auf der Ostseite vereinzelt „größere Fensterelemente“ geben, da hier die schattigste Seite ist und die Räume so besser belichtet werden können. Auch im Außenbereich wird sich einiges ändern. Das gesamte Grundstück soll so weit wie möglich bebaut werden, weshalb nicht mehr viel an Freifläche übrig bleiben wird.

Vorgesehen war auch ein großer Lichtgraben, der aber nun aufgrund der wenigen Flächen doch kleiner gehalten wird. „Damit wir zum einen mehr an ebener Fläche übrig haben und zum anderen aus Kostengründen“, sagt die Architektin. Damit bleibt auch noch genug Raum, um einen Spielbereich für die Kinder zu errichten. So soll unter anderem die Bobbycar-Bahn erweitert werden.

Einiges
eingespart

Doch wie viel Geld wird dieses Projekt nun kosten? Alles in einem liegt die aktuelle Kostenschätzung bei 7627725,49 Euro. Zu Beginn lag die Einschätzung noch bei etwa 8,7 Millionen Euro. „Wir konnten einiges einsparen, da wir die technische Ausstattung so einfach wie möglich halten“, sagt Monika Rieder. Das betrifft zum Beispiel die Lüftung. So ist nur eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung für Sanitärbereiche gedacht. In den übrigen Räumen soll es ganz klassisch durch das händische Lüften geschehen. Und auch bei der Heizung konnte man einsparen, da ein Nahwärmeanschluss mit Fußbodenheizung vorgesehen ist.

In diesen Kosten ist außerdem auch der neue Boden für die Sporthalle enthalten. „Hier ist der Pakettboden schon deutlich abgenutzt“, ergänzt Rieder. Zudem ist in der Entwurfsplanung der Energiestandard mit einem Effizienzhaus 40 vorgesehen. Bedeutet, dass das Kinderhaus nur 40 Prozent der Primärenergie verbraucht und damit besonders energieeffizient ist. Die Architektin konnte zudem vermelden, dass für das Projekt eine Förderung von insgesamt 2204726 Euro möglich ist.

Zuspruch für diesen Entwurfsplan gab es von allen anwesenden Gemeinderäten. Nur kleine Anmerkungen oder Wünsche auf Änderung waren dabei. Wie zum Beispiel von der Zweiten Bürgermeisterin Christiane Noisternig (CSU). „Ich bin ein Fan von einer gradlinigen Fassade und in dem Entwurf gibt es eine eher unruhige Stelle“, sagt sie.

Sie würde sich wünschen, dass die drei größeren Fenster, die im Dachgeschoss eingeplant sind, auch im ersten Obergeschoss aufgegriffen werden. Da es hier unter anderem ein sehr kleines Fenster gibt, was sich deutlich absetzt. „Ich finde, dass gerade von der Straßenseite die Fenster in einem gleichen Raster angeordnet sein sollten“, sagt Noisternig. Die Architektin verstand den Einwand, gab aber auch zu bedenken, dass das kleine Fenster zum Badezimmer gehöre und sich direkt dahinter die Toilette befinden wird.

Von Thomas Henties (Grüne) gab es eine kurze Nachfrage zum Brandschutz. „Ich bin mir sicher, dass der Brandschutz eingehalten wird, aber mich wundert es, dass man keine Bandmeldeanlage einbauen muss“, sagt er. Die Architektin klärte auf, dass es keine Brandmeldeanlage braucht, da die zwei Rettungswege „sauber sichergestellt“ seien. „Und wie es in jedem Wohnbau Vorschrift ist, wird es auch hier in jedem Raum einen Rauchmelder geben“, sagte Monika Rieder. Diese werden über Funk miteinander vernetzt sein, was bedeutet, dass, wenn ein Rauchmelder anschlägt, alle anderen ebenfalls Alarm schlagen.

Rathauschef
ist zufrieden

Mit der Planung ist auch der Bürgermeister zufrieden. „Wenn man sich anschaut, was da oben entstehen soll, ist das irre“, sagte Johannes Zistl.

Insgesamt wird eine Fläche von 1570 Quadratmetern neu gestaltet. Drei Kindergartengruppen und ein Proberaum für die Musikkapelle werden durch diesen Bau errichtet. So sollen in Zukunft zwei Krippengruppen mit 26 Plätzen, eine Kindergartengruppe ebenfalls mit 26 Plätzen und 52 Hortplätze für die Gemeinde geschaffen werden. „Es ist irre, was wir da angehen, und aus meiner Sicht sehr erfreulich“, betont Zistl.

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