Derndorf – Ein ereignisreicher Tag im Leben des jungen Paares Maria und Sebastian Wallner war jener Mai-Tag vor 60 Jahren: Um 18 Uhr trafen sie sich im damaligen Gemeindeamt und Schulhaus zu Litzldorf, wo sie vom Gemeindeschreiber Sepp Höfer erwartet wurden und mit ihrem Jawort ihr Eheversprechen bekundeten. Bescheiden war im Anschluss ein gemeinsames Beisammensein beim „Presssack-Essen“ auf dem bäuerlichen Anwesen beim „Schneider“ zu Derndorf, wo sich der Bräutigam verdingte. Schließlich durfte das standesamtliche Prozedere keinerlei Folgen für die kirchliche Trauung am darauffolgenden Tag in der Pfarrkirche „St. Laurentius“ in Pfaffenhofen/Inn haben.
Mit vielen Vereinen verbunden
Im Heimatdorf von Maria, in dem sie geboren wurde und aufwuchs, beteuerte das Paar vor Gott den Willen, seinen gemeinsamen Lebensweg in guten und schwierigen Zeiten zu gehen. Die Feierlichkeiten, umrahmt von der Feilnbegga Musi, fanden beim Wirt in Pfaffenhofen statt. Daran erinnern sich die beiden Eheleute auch noch nach 60 Jahren gerne und feierten nun „Diamantene Hochzeit“, verbunden mit einem Dankamt in der Pfarrkirche „St. Michael“ in Litzldorf.
Zum Kreis der Gratulanten gesellte sich Bad Feilnbachs Zweiter Bürgermeister Sepp Rauscher, der dem Brautpaar neben persönlichen auch die Glückwünsche im Namen der Gemeinde entgegenbrachte. Seinen Worten folgend, hätten manche Ehen heutzutage eine eher kurze Überlebensdauer. Umso mehr bewundere er das „Diamantene“ Ehepaar, das nach so vielen Jahren bis ins fortgeschrittene Alter in Treue verbunden ist und gemeinsam alle Höhen und Tiefen getragen habe.
Maria Wallner erblickte am 11. September 1943 das Licht der Welt und verbrachte ihre Kindheit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern in Hinterreuth bei Marienberg, Gemeinde Schechen. Sie besuchte die Volksschule, die landwirtschaftliche Berufsschule und Haushaltungsschule und bewirtete in Derndorf über 45 Jahre Feriengäste. 30 Jahre lang spielte sie im Litzldorfer Theater mit, war 16 Jahre lang Vorsitzende im Frauenbund Feilnbach-Litzldorf. Beim GTEV „D´Sulzbergler“ Litzldorf trug sie zu kirchlichen und weltlichen Anlässen den Schalk.
Sebastian Wallner kam am 16. Dezember 1935 in Derndorf zur Welt und besuchte die Volksschule in Litzldorf. Bis 20. Januar 1954 war der „Rappe Wast“ 17 Jahre lang Bauernknecht in Giebing bei Hittenkirchen. Daraufhin lernte er in Weihenstephan den Beruf des „Milchprüfers“, den er bis Ende 1993 im Zuge der „Wegrationalisierung“ gewissenhaft ausübte. Es folgten Arbeitslosigkeit und Verrentung. Er gehörte 1968 zu den Gründungsmitgliedern der Jungbauernschaft Litzldorf. 20 Jahre trug er als Vorsitzender vom Wasserbeschaffungsverband Derndorf Verantwortung für sauberes Trinkwasser. Vor Kurzem ehrte ihn der Trachtenverein GTEV „Almarausch“ Hittenkirchen für 70 Jahre Mitgliedschaft. Ebenso schätzen ihn die „D´Sulzbergler“ Litzldorf.
Drei Söhne wurden den Eheleuten geschenkt, die im heimatlichen Umfeld zwischen Sulzberg und Farrenpoint wohlbehütet aufwuchsen und sich entfalten durften. Ganzer Stolz ist deren beruflicher und gesellschaftlicher Werdegang, so Maria und Sebastian im Interview.
Anton Wallner wurde Bankkaufmann und war von 2018 bis 2024 Bürgermeister der Gemeinde Bad Feilnbach. Bruder Michael ist Schreinermeister, engagiert sich im Pfarrgemeinderat der Pfarrei Herz Jesu und unterstützt seine Tochter im Café „STEFANIES“. Dritter im Bunde ist Markus, er ist erfolgreicher Handelsfachwirt und eine tragende Säule im Trachtenverein GTEV „D´Sulzbergler“ Litzldorf. Die Werte, welche die Söhne von ihren Eltern erhielten, gingen vorbildlich an die sieben Enkel und einen Urenkel über. Auch sie zählen zu wertvollen Säulen in kirchlichen und gesellschaftlichen Bereichen.