Wasserburg – Es ist eine der alljährlichen Großveranstaltungen in Wasserburg und das Sportereignis der Stadt schlechthin: das Altstadtspringen. Der Wettbewerb findet an morgigen Samstag statt, und er wird wieder – gutes Wetter vorausgesetzt – über den Tag verteilt Tausende Besucher in die Altstadt locken.
66 Athleten aus 18
Vereinen am Start
Für die Organisation sorgt, wie schon in den Vorjahren, Willy Atzenberger vom TSV 1880 Wasserburg. Ein erfahrener Mann, der im Verein die Abteilungen Rasenkraft- und Breitensport leitet und hauptamtlich als Landestrainer Nachwuchsarbeit leistet. Sechsmal hat der 44-Jährige bereits das Wasserburger Stabhochspringen über die Bühne gebracht – 2018 war Premiere, 2020 und 2021 kam Corona dazwischen. 66 Athleten aus 18 Vereinen haben sich angemeldet, die meisten kommen von Vereinen aus Deutschland – unter anderem aus Bayern, Rheinland-Pfalz, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Brandenburg und aus dem Saarland. Erwartet werden aber auch Teilnehmer aus Österreich, Italien, Spanien, ja sogar aus Singapur und Australien. Mit von der Partie sind erneut die Wasserburger Lokalmatadore Christian Wimmer und Michael Schwarz.
Los geht die Veranstaltung morgen um 9.25 Uhr. Im ersten von fünf Wettbewerben sind die Altersklassen U14 und U16 an der Reihe, es folgen die U-20-Springer und -Springerinnen. Am Nachmittag um 15.50 Uhr treten dann die Frauen an. Um 21 Uhr, nach dem Finale der Männer, geht das Event zu Ende.
Was die Sprunghöhen angeht, zeigt sich Atzenberger optimistisch: „Da könnten wir einen neuen Rekord erleben.“ Einen Rekord hat im vergangenen Jahr Riccardo Klotz aufgestellt: Der 25-Jährige aus Innsbruck schaffte 5,65 Meter – ein bis dahin neuer Veranstaltungsrekord. Klotz war bereits bei der ersten Auflage des Springens 2018 am Start, nun darf man sich abermals auf ihn freuen. Die Altstadtkulisse sieht Atzenberger als idealen Schauplatz: Wenn das Springen im Badria-Stadion stattfinden würde, müssten die Zuschauer extra hinfahren, gibt er zu bedenken. „Das ist für so manche ein Hindernis. In der Altstadt hingegen können die Leute zwanglos zusammenkommen und gehen, wann sie wollen. Das Konzept geht auf. Viele bleiben nach dem Einkaufen einfach am Anlauf stehen und schauen fasziniert zu.“
Auf diese Weise konnte schon in den vergangenen Jahren niederschwellig Interesse am Sport geweckt werden. Einige neue Mitglieder, vor allem jüngere, wurden laut Atzenberger für den TSV gewonnen.
Die Anlaufbahn stellt wieder die Bachmehringer Holzbaufirma Huber & Sohn, die Sprungvorrichtung mitsamt Matte wird aus dem Badria-Stadion herangeschafft, Unterstützung leistet das Eiselfinger Bauunternehmen Pauker.
Die Sprunggeräte – die 800 Euro teuren Stäbe – werden von den Sportlerinnen und Sportlern und deren Vereinen mitgebracht. Ehrenamtliche Kampfrichter schauen, dass der Wettbewerb regelkonform abläuft. Insgesamt 124 Helfer vom TSV sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Die Finanzierung der Veranstaltung übernehmen eine Reihe von Sponsoren, der Verein soll kein Risiko tragen.
Die Zuschauer werden während der Sportveranstaltung bestens versorgt, unter anderem gibt es Grillfleisch und Pizza, zudem Kaffee, Kuchen und Eis. Auch eine große Tombola ist organisiert, eine Hüpfburg für Kinder und ein Hau-den-Lukas. Laute Bands sollen am Abend nicht auftreten. „Wir wollen Rücksicht auf die Anwohner nehmen“, sagt der Veranstalter.
Auf jeden Fall freut sich Willy Atzenberger riesig auf die Veranstaltung. Er fühle dieselbe Begeisterung wie schon in den Anfangsjahren, berichtet er gegenüber der Wasserburger Zeitung. Ganz nahe an den Athleten zu sein, sie auf dem Siegerpodest jubeln zu sehen – das sei seine Motivation, erzählt er begeistert.