Ostermünchen – Im Einzugsbereich der Kita Ostermünchen gibt es einen Bedarf an Kindergartenplätzen für Drei- bis Sechsjährige. Deshalb stand bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wieder die Frage im Raum, ob ein Neubau oder eine Pavillon- beziehungsweise Containerlösung realisiert werden soll. Viele Gemeinderäte votierten für die Containerlösung, wäre da nicht die Bobby-Car-Fahrbahn in Gefahr.
Kurzfristig über Container lösbar
Bereits im Dezember informierte die Verwaltung den Gemeinderat über die örtliche Bedarfsplanung für den Kita-Einzugsbereich Ostermünchen. Das Ergebnis damals: Eine Prüfung, ob die Planung eines Neubaus in Angriff genommen wird, erfolgt Ende des Jahres 2025. Sofern sich kurzfristig für das Kita-Jahr 2025/2026 ein Bedarf herauskristallisiert, soll dieser mittels einer Containerlösung abgedeckt werden. Bürgermeister Georg Weigl sagte: „Ein Neubau oder Ausbau nur mit einer Gruppe geht nicht.“
Christine Schindlbeck von der Verwaltung zeigte den Räten deshalb die aktuelle Entwicklung der Geburtenzahlen auf, aus denen hervorgeht, dass der Kindergartenplatzbedarf für eine weitere Gruppe gegeben ist. Laut Kindergartenleitung sind die 16 Krippenplätze belegt. Die bisher vier Kindergartengruppen mit 100 Plätzen wären dann mit 82 Kindern belegt. Von diesen Kindern haben allerdings neun Kinder den Integrationsfaktor 4,5 und belegen damit rechnerisch bis zu drei Plätze. „Eine Platzreduzierung auf unter drei Plätze wäre in jedem Einzelfall mit dem Kreisjugendamt vorher abzustimmen“, erklärte Weigl, der aber sogleich zurückblickte: „Wir hatten dort bereits von 2019 bis 2021 einmal eine Containerlösung, die allseits sehr positiv empfunden wurde“, wie der Bürgermeister feststellte. Seinerzeit waren es acht Module der Größe 12,11 Meter auf 10,34 Meter mit genehmigten 25 Kindergartenplätzen. Träger war auch damals schon der Kita-Verbund Beyharting.
Positiv wäre auch in diesem Fall, dass der vorhandene alte Standort befestigt ist und die damals verlegten Anschlüsse noch vorhanden sind. „Im Hinblick auf die Kosten und den gegebenen Zeitdruck wäre eine befristete dreijährige Containeranmietung optimal“, betonte Weigl.
Allerdings existiert mittlerweile an dem damals und jetzt auch wieder geplanten Standort eine asphaltierte Bobby-Car-Fahrbahn. Deshalb schlug die Kindergartenleitung der Verwaltung andere Standorte vor, so zum Beispiel an der äußersten südöstlichen Grundstücksgrenze. Ferner möchte man das Raumangebot um weitere bis zu fünf Containermodule auf insgesamt 13 erhöhen.
Allerdings würde das erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen, was anschließend zu einer breiten und langen Diskussion führte: Anschlüsse müssten neu verlegt werden, Erdarbeiten für den neuen Standort und die Zuwege fielen an und auch die Miet- und Ausstattungskosten würden sich merklich erhöhen. „Im Haushalt 2025 sind derzeit nur 19000 Euro an Mietkosten für acht Module und vier Monate angesetzt“, bedauerte Weigl. Alleine die Verlegung an einen anderen Standort würde Mehrkosten von circa 10000 Euro verursachen. Ein Kauf der Container wiederum würde bis zu 500000 Euro kosten.
Bei der folgenden Diskussion ging es aber nur noch um die Bobby-Car-Fahrbahn. Für Dr. Anna Fernández Diarte (UW Ostermünchen) ist der Bobby-Car-Platz eminent wichtig. Auch Karin Buchner (Frauenliste) plädierte dafür: „Bewegung ist für die Kinder sehr notwendig.“ Auch Thomas Kranz (Liste 83104) plädierte für die Beibehaltung des Parcours. Johannes Lechner würde ihn einfach nach hinten versetzen, ebenso Maria Breuer (UW Ostermünchen).
„Lassen oder ersetzen“, war auch die Meinung von Theresia Englhart (Frauenliste). Christian Birmoser (Unabhängige Tuntenhausen) schränkte ein: „Wir müssen schon auch auf das Geld schauen.“ Christine Schindlbeck fügte an, dass die anderen Kita-Einrichtungen der Gemeinde ebenfalls keine Bobby-Car-Fahrbahn hätten.
Rahmenbedingungen würden passen
Weigl sprach abermals die Kostenseite an und drängte auf den bisherigen Standort, da hier bereits alle Anschlüsse vorhanden sind. Zugleich verschärfte er das Kostenthema: Bei der Ganztagsschule in Schönau ist mit einem deutlichen Defizit zu rechnen – „da kommt etwas auf uns zu.“ Der Dritte Bürgermeister Martin Lurz (WG Hohenthann) brachte es dann auf den Punkt: „Wir müssen irgendwann mit dem Sparen auch mal anfangen.“
Und somit lautete der Beschluss: Der vorhandene befestigte Standort (Bobby-Car-Fahrbahn) soll wieder als Standort genutzt beziehungsweise Richtung Osten erweitert werden und östlich des Standortes soll eine neue Bobby-Car-Fahrbahn gebaut werden. Als Containerlösung sollen baurechtlich und betriebsrechtlich zehn Module in den Ausmaßen 12,78 Meter mal 12,11 Meter, für drei Jahre in Mietnutzung dienen. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die entsprechenden Mietverträge abzuschließen. Dem stimmten die Gemeinderäte mit 17 zu eins Stimmen zu.