Au – Die Gestaltung der sanierten Schule in Au sorgt weiterhin für Gesprächsstoff in der Bevölkerung. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Fassade sogar als „einfach greislich“ bezeichnet. Auf Antrag der CSU-Fraktion soll nun ein gemeinsames Projekt der Schulfamilie, des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins sowie des Bauhofs Vorschläge erarbeiten, wie die Süd- und Ostseite des Gebäudes optisch aufgewertet werden kann. Doch nicht alle Mitglieder des Gemeinderats zeigten sich von dieser Idee überzeugt.
Optische Aufwertung
durch Bepflanzung
Bereits Ende März hatte die CSU-Fraktion ihren Antrag eingebracht. Darin bezeichnete sie die Schulsanierung als „wichtige und richtige Entscheidung“, wies aber darauf hin, dass die Außenfassade immer wieder für Diskussionen sorge. Daher solle die Verwaltung beauftragt werden, gemeinsam mit der Schulfamilie, dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem Bauhof ein Projekt zur optischen Verbesserung der Fassade zu entwickeln. „Ziel dabei ist, durch Bepflanzung der Süd- und Ostseite des Schulgebäudes eine optische Aufwertung herzustellen“, heißt es im Antrag.
Ein erstes Treffen mit mehreren Beteiligten vor Ort habe verschiedene Fragen aufgeworfen: Mit welchem Budget könnte ein angemessenes Ergebnis erzielt werden? Da für 2025 keine Haushaltsmittel vorgesehen seien, müsse eine Umsetzung wohl gegebenenfalls 2026 erfolgen. Zudem sei zu klären, inwieweit der Gemeinderat einbezogen werden soll oder ob das Projekt in Eigenverantwortung der Verwaltung, des Bauhofs und der Schule durchgeführt werden könne. Auch der zusätzliche Pflegeaufwand – vor allem für den Bauhof – wurde angesprochen. Ebenso müssten Auswirkungen auf das Gebäude berücksichtigt werden. Eine mögliche Bepflanzung mit Obstgehölzen könnte zudem zu vermehrtem Wespenaufkommen durch Fallobst führen.
Peter Menhofer (ÜW) begrüßte den Antrag ausdrücklich: „Ich unterstütze das zu einhundert Prozent.“ Gleichzeitig solle aber genau geprüft werden, welche Vorschläge umsetzbar seien – insbesondere mit Blick auf das Architektenmonopol bei der Gestaltung des Gebäudes.
Sepp Rauscher (CSU) erläuterte die Hintergründe: Die ursprünglich geplante Holzverschalung sei aus Kostengründen nicht realisiert worden. Die derzeitige Gestaltung sei „schon gewöhnungsbedürftig“, doch der Gemeinderat sei sich einig, „dass wir das Gebäude aufhübschen wollen“, so Rauscher. Er könne sich etwa wilden Wein oder auch Pfirsich- und Aprikosenbäume vorstellen. Den Gemeinderat wolle er in das Projekt bewusst nicht einbinden: „Den würde ich absichtlich rauslassen.“
Christian Bergener (ÜW), der beruflich in der Baubranche tätig ist, äußerte deutliche Bedenken. An der Ostseite gebe es bereits eine Bepflanzung. Eine zusätzliche Begrünung sei problematisch: „Das Gebäude hat einen Vollwärmeschutz, das wäre schädlich“, warnte er.
Unterstützung bekam er von Gerhard Mair (CSU), selbst erfahrener Maurermeister. Inge Gasteiger (SPD/ Parteifreie) zeigte Verständnis für beide Seiten und schlug vor, ob nicht durch farbliche Gestaltung, etwa an den Fenstern, ein freundlicherer Gesamteindruck erzielt werden könne. Auch Sieglinde Angermaier (Grüne) äußerte Bedenken gegen eine direkte Bepflanzung am Gebäude. Schäden durch Wurzeln oder eindringendes Wasser müssten vermieden werden. Sie regte an, ein Schreiben der Schulleitung zu berücksichtigen, das auf Anfrage der Gemeinde zu der Thematik verfasst worden war. Darin lobt das Kollegium die Gestaltung der Innenräume, in denen man sich sehr wohlfühle. Die Farbe der Fassade sei für das Lehrpersonal hingegen weniger relevant, da die meisten Kollegen nicht in Au wohnen würden. Schulleiterin Margit Batt betonte: „Für mein gesamtes Kollegium und mich ist die Neugestaltung des Pausenhofbelages viel dringlicher als die Fassade.“ Der Schulhof wirke weiterhin wie eine Baustelle. „Es kommt zu vielen Verletzungen bei den Kindern, die Steinchen verkratzen unsere Flurböden, die Markierungen der Fahrradausbildung müssen ständig nachgebessert werden, die Löcher im ‚Stabilizer‘ verursachen Ärger und Stürze“, so Batt. Auch sie bezweifelte, dass eine hellere Farbe allein eine spürbare Verbesserung bringen würde.
Zwölf zu vier
Stimmen für Projekt
Diese Einschätzung teilte auch Christian Bergener: „Das Gebäude wird immer so aussehen, das wird nicht schöner.“ CSU-Fraktionsvorsitzender Martin Kolb hingegen sieht in einem gemeinsamen Projekt einen sinnvollen Schritt: „Das ist der richtige Weg, spannt die Leute zusammen, die sich damit beschäftigen wollen.“
Am Ende der Diskussion votierte der Gemeinderat mit zwölf zu vier Stimmen dafür, die Verwaltung mit der Anbahnung eines Projekts zu beauftragen. Gemeinsam mit der Schulfamilie, dem Obst- und Gartenbauverein und dem Bauhof sollen nun konkrete Vorschläge für eine optische Aufwertung der Süd- und Ostfassade des Schulgebäudes erarbeitet werden – sei es durch Begrünung oder andere Maßnahmen.