Bad Feilnbach/Bad Aibling/Tuntenhausen – Zwei Fremde schlendern durch die Gänge ihrer heimatlichen Edeka-Filiale. Dann kommt der Moment, aus dem Filme gemacht werden: Beide greifen gleichzeitig zur gleichen Packung Nudeln. Ihre Hände berühren sich, die Blicke treffen sich, das Herz schlägt schneller und schon haben sich beide ineinander verliebt. Es ist ein Moment, der in der Realität immer seltener wird. Denn heutzutage finden sich immer mehr Paare über soziale Netzwerke oder Online-Datingseiten, wie Tinder, Parship oder Badoo.
Wie sieht‘s im
Mangfalltal aus?
Doch nun soll das Kennenlernen fernab vom Internet wohl wieder beliebter werden. Das denken sich zumindest einige Edeka-Filialen in Deutschland. Denn dort können Kunden neben den normalen schwarzen Einkaufskörben auch zum pinkfarbenen „Flirt-Korb“ greifen. Damit zeigen Singles, dass sie offen für ein Kennenlernen sind. Doch wie sieht es in den Filialen im Mangfalltal aus? Sind hier die Edeka-Märkte ebenfalls zur Partnerbörse geworden?
„Derzeit haben wir solche Körbe in unseren Märkten nicht im Einsatz“, erklärt Marco Schreiner, der im Edeka Prechtl für Marketing und Vertrieb zuständig ist. Die „Flirt-Körbe“ sind ihm bekannt. Vorwiegend würden einige Edeka-Läden in Norddeutschland die pinkfarbenen Einkaufshelfer ihren Kunden anbieten. Doch in den Prechtl-Filialen in Bad Aibling, Bad Feilnbach, Raubling und Brannenburg stehen sie noch nicht.
Dabei liegt die Betonung auf „noch“. Denn ganz abgeneigt sei man diesem speziellen Dating-Konzept nicht. „Die Idee finden wir interessant und könnten uns vorstellen, bei vermehrter Nachfrage eine solche Aktion zeitweise anzubieten. Eine dauerhafte Einführung ist jedoch momentan nicht geplant“, sagt Schreiner. Nicht anders sieht es in Tuntenhausen aus. In Irmgard Zäuners Edeka am Moorweg stehen die pinkfarbenen Körbe ebenfalls nicht bereit.
Und das aus einem bestimmten Grund, wie sie sagt: „Ich glaube, dass das auf dem Land, wo jeder jeden kennt, schwierig ist wegen des Geredes und des Respekts davor.“ Dennoch findet sie, dass das eine „nette Sache“ ist und es in der Stadt gut ankommen könnte.
Die Idee, den eigenen Supermarkt in eine reale Dating-Plattform zu verwandeln, kommt laut anderer Medien ursprünglich von Mallorca. Über Tiktok sind mehrere Videos viral gegangen, wie junge Singles zwischen 19 und 20 Uhr bei der Supermarktkette Marcadona einkaufen gehen und gleichzeitig die Liebe fürs Leben suchen.
Auf Mallorca wurde dafür aber kein pinkfarbener Einkaufskorb, sondern eine umgekehrte Ananas im Einkaufswagen verwendet. Die Tropenfrucht soll zum Kennenlernen in der Weinabteilung locken. Doch mit der Ananas ist es noch nicht vorbei. Wer zusätzlich noch einen Salat im Einkaufswagen hat, ist nur auf einen One-Night-Stand aus. Wer hingegen Linsen mit sich führt, sucht etwas Dauerhaftes. Eine Melone macht deutlich, dass jemand einen Kinderwunsch hat. Stupsen sich zwei Einkaufswagen an, ist das ein Treffer auf den ersten Blick.
Der Trend aus Spanien soll vor allem dazu inspirieren, den Supermarktbesuch wieder achtsamer zu gestalten. Wer mit offenen Augen durch die Läden spaziert, hat eine höhere Chance auf ein spontanes Kennenlernen – egal ob daraus die große Liebe wird oder eine neue Freundschaft.