Bruckmühl – Für visionäres Denken und Handeln steht nicht nur die Bruckmühler Rathausleitung im engen Schulterschluss mit der Gemeindeverwaltung, sondern auch der Marktgemeinderat. In dem Zusammenhang beschäftigte sich das Ratsplenum jüngst mit der Feinuntersuchung zum Bruckmühler Ortskern.
Verkehrszählung
soll helfen
Am Ende des Sachvortrages von Stadtmarketing-Chefin Silvia Mischi nahmen die Räte auf Empfehlung des Arbeitskreises Ortsentwicklung die damit verbundenen Untersuchungsergebnisse zur Kenntnis. Im zweiten Schritt beauftragten sie die Verwaltung, drei Vergleichsangebote für eine Verkehrszählung mit Erfassung des Ziel- und Quellverkehrs einzuholen. In einem dritten Schritt griffen sie nicht nur die Idee für ein Parkdeck auf, sondern beauftragten wiederum die Verwaltung, eine mögliche Realisierung zu prüfen und dafür gegebenenfalls ein geeignetes Architekturbüro zu finden.
Nach Darstellung der Sachbearbeiterin Stadtmarketing wurde bereits im Frühjahr 2022 das Büro Schreiber Architektur und Stadtplanung mit einer Feinuntersuchung für den Bruckmühler Ortskern beauftragt. Ziel war die Erarbeitung von Leitlinien für die künftige Neuordnung des öffentlichen Raumes. Grundlage dafür bildete das im Jahr 2017 beschlossene Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) sowie das Verkehrskonzept aus 2020. Aus der abschließenden ISEK-Beurteilung ging unter anderem hervor, dass im Ortskern „noch erhebliche städtebauliche und strukturelle Mängel“ vorlägen. Handlungsbedarf bestehe beispielsweise bei der Verkehrssituation, der Aufenthaltsqualität sowie in Hinblick auf eine Stärkung der Attraktivität des Einzelhandels.
Fokusbereiche der nun vorliegenden Feinuntersuchung waren – analog der ISEK-Studie – ein referenzgebender Abschnitt der Sonnenwiechser Straße von der Rathausstraße bis zur Kirchdorfer-Straße sowie die Konstellation Rathausplatz/ Bruck an der Leitha Park/ Sonnenwiechserstraße als auch das Bahnhofsumfeld. Als „Zuckerl“ beinhaltete die Evaluierung noch den Triftbach im Ortszentrum. Komplettiert wurde dies mit den Ergebnissen der Parkraumanalyse.
„Die Feinuntersuchung hat nach Auswertung des Status Quo die Aufgabe, mit neuen Ansätzen mögliche Nutzungskonzepte aufzuzeigen, die dann Schritt für Schritt aufeinander aufbauen. Heute geht es primär darum, die dafür erforderlichen ersten Beschlüsse zu fassen“, erläuterte Sachbearbeiterin Mischi.
Im weiteren Sitzungsverlauf zeigte sie die dabei recherchierten Stärken, Schwächen und Ziele des Ortskernbereiches auf: Zu den Stärken zählen unter anderem die ÖPNV-Anbindung mit der Bahnstrecke, der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich mit Tempo 30 im Ortskern, das „gut angenommene“ örtliche Bussystem, die positive Nutzungsmischung im Ort, der belebte Schul- und Bildungsstandort, die Grünflächen und die Umweltqualität, die Tatsache, das mit dem Triftbach ein Gewässer in der Ortsmitte vorhanden ist, die erfolgreiche Umsetzung des Projekts „Kulturmühle“, die sozialen Einrichtungen sowie die vor Ort befindlichen Gesundheitsdienste.
Auf der Negativseite wurden dagegen fehlende Vor-Zonen zum öffentlichen Raum, ein hoher Versiegelungsgrad, der Modernisierungsstau in der Ortsmitte, die Barrierewirkung der Bahnlinie, fehlende Einkaufsmagnete, ein eingeschränktes Kultur- und Freizeitangebote für junge Menschen, die schwierige Straßensituation sowie zu schmale Gehwege aufgeführt.
Entwicklungen
aufgezeigt
Doch es gibt Entwicklungspotenzial, wie die Feinstudie ebenfalls aufzeigte: Dazu zählen beispielsweise die Innenverdichtung der „Rösnerwiese“, die Anpassung des Gebäudebestands an Wohnbedürfnisse von Familien, der Ausbau der Verkehrsberuhigung, die Aufwertung des öffentlichen Raumes, eine Verbesserung der Grünflächen, die Neuordnung des Parkraums sowie die Fortführung des Radverkehrskonzeptes und die Aufwertung als Einkaufsstandort.
Generell soll mehr Raum für Fußgänger, aber auch ein Mehr an Stellplätzen für Radler geschaffen werden. Parkplätze sollen hingegen auf ein Parkdeck verlagert, mehr Grün durch Pflanzentröge statt Bäume erreicht werden.