Bruckmühl – Gutes Radl-
wetter, motivierte und wissbegierige Fahrradfans sowie ein bestens aufgelegtes Führungs-Duo: Das war der perfekte Mix für die Bürgermeister-Fahrradtour, die im Rahmen des Stadtradelns auf dem Plan stand. Um 15 Uhr konnte Rathauschef Richard Richter in Begleitung von Stadtradeln-Koordinator Andreas Wieser zahlreiche radbegeisterte Bruckmühler am Ausgangspunkt Rathaus zur Themen-Rundfahrt „Altes Handwerk“ begrüßen.
Vier Stopps
auf 20 Kilometern
Die knapp 20 Kilometer lange Runde führte durch das östliche und nördliche Gebiet der Marktgemeinde. Bei den vier Zwischenstopps konnten die Radler interessante Blicke hinter die heimischen Handwerks-Kulissen werfen.
Der erste Stopp war bei Tour-Kilometer 3,3 im Ortsteil Heufeld. Hier wartete Alois Huber. Zuerst gab der Maurermeister „aus Leidenschaft“, der sich erfolgreich seit ein paar Jahren auf den traditionellen Gewölbebau spezialisiert hat, anhand von Steinen und Ziegeln einen Überblick über das Maurerhandwerk sowie die diversen Gewölbebau-Möglichkeiten und -Varianten. Für Begeisterung sorgte der Rundgang durch das Büro- und Wohngebäude, für den die Biker aufgrund der alten Holzdielen sogar gerne die Schuhe auszogen. Jeder Raum war von einem eigenen Gewölbe überspannt. Dies begann mit einer sogenannten Böhmischen Kappe, ging weiter über ein Spiegel-, Tonnen- und Kreuzgewölbe bis hin zum Kreuzrippen-Gewölbe mit indirekter Beleuchtung.
Nur zwei Kilometer weiter, im Ortsteil Hinrichssegen, erreichten die Teilnehmer eine kleine Möbelpolsterei. Dort blickte Konrad Hammerl auf eine 46-jährige, breit gefächerte Berufserfahrung zurück. Der Polsterei-Routinier mit Meisterbrief gab an einem Cocktailstuhl aus den 1950er-Jahren sein Wissen über die speziellen Fertigkeiten und Fähigkeiten des alten Handwerks weiter. Dabei beantwortete er auch Fragen.
Die dritte Etappe war mit acht Kilometern nicht nur die längste, sondern zugleich auch auf Waldwegen die idyllischste und anspruchsvollste. Ziel war die alte und ehrwürdige Riedl- Mühle im Ortsteil Holzham.
Hier wurde das Bruckmühler Radl-Team von Andreas Riedl erwartet. Der junge Müllermeister erläuterte mit einer spürbaren großen Portion Herzblut für seinen Beruf den Weg vom Getreide zum Mehl: „Ohne Mehl ist nichts gebacken.“ Zur Historie führte der engagierte 44-Jährige aus, dass die Mühle an der Glonn erstmalig 1648 erwähnt wird und seit 150 Jahren in Familienbesitz sei. Große Augen machte der ein oder andere Radler bei der Mühlenführung durch das altehrwürdige dreistöckige Holzgebäude, in dem pro Jahr 75 Tonnen Weizen, Dinkel und Roggen gemahlen werden.
Die Schlussetappe führte dann über sechs Kilometer ins Ortszentrum von Bruckmühl zum Rahmen-Studio Thaller. Der Bilderrahmenbauer kann auf eine über 30-jährige Historie verweisen. Überrascht waren viele der Rad-Fans über das facettenreiche Portfolio des Handwerkbetriebes. Dazu zählen Fertigrahmen, Leistenmuster oder auch Passepartouts. In der eigenen Galerie sind viele Originalgemälde bekannter Maler sowie Grafiken und Kunstdrucke ausgestellt.
Das handwerkliche Geschick von Klaus Thaller bewunderten die Radl-Gäste bei den Erläuterungen zur Verzierung von individuellen Rahmen mit Gold. Für die Weiterfahrt gab der Handwerksmeister noch einen Rat mit auf den Weg: „Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bilderrahmengröße immer zwei Millimeter größer ist als das Bildmaß, um Beschädigungen der Sichtseite zu vermeiden.“
Am Ende der gut dreieinhalbstündigen Bürgermeister-Tour war das Fazit der Teilnehmer einhellig: tolle Kombination von sportlicher Aktivität und Wissensvermittlung von Handwerkskunst mit einem Rathauschef und einem Tour-Chef zum Anfassen.