Feldkirchen-Westerham/Bruckmühl – Auch wenn aktuell in den Haushalten der Region aufgrund des trüben Wetters eher die Suche nach dem Regenschirm als nach dem Bikini auf der Tagesordnung steht: Der Sommer wird kommen. Und mit ihm die Sehnsucht nach einem entspannten Badetag an einem der Seen in der Region.
Wobei zwei dieser Gewässer im Mangfalltal – der Lauser Weiher bei Feldkirchen-Westerham und die Höglinger Weiher bei Bruckmühl – in der Vergangenheit ein bisschen Sorgen bereitet haben. Das OVB hat nachgehakt, ob der Badespaß dort gefährdet ist.
Gefährliche
Burgunderblutalge
Es war eine Nachricht, die im Herbst 2024 vor allem Hundebesitzer aufgeschreckt hatte: Auf den Höglinger Weihern waren zunächst undefinierbare Schlieren aufgetaucht, woraufhin das Gesundheitsamt Rosenheim sowie das Wasserwirtschaftsamt aktiv wurden. Im Rahmen einer Beprobung des Gewässers stellte sich heraus, dass sich dort die gefährliche Burgunderblutalge breitgemacht hatte.
Die Burgunderblutalge, die zu den Blaualgen zählt, kann vor allem für kleine Kinder und Hunde sogar lebensgefährlich werden, wie das Landratsamt Rosenheim damals mitteilte. „Blaualgen-Toxine sind vor allem dann gefährlich, wenn sie mit dem Wasser verschluckt oder Wassertröpfchen eingeatmet werden“, teilte im Herbst 2024 Behördensprecherin Simone Beigel auf OVB-Anfrage mit und verwies darauf, dass die möglichen Symptome von Erbrechen und Durchfall über allergische Hautreaktionen bis hin zu Leber- oder Nierenschäden reichen.
Entwarnung an
Höglinger Weihern
Die Behörden warnten daraufhin eindringlich vor Kontakt mit dem Wasser der Höglinger Weiher, konnten dann aber im Februar 2025 endlich Entwarnung geben, nachdem die Algen wieder verschwunden waren. Auch die Warnschilder, die im Herbst 2024 dort aufgestellt worden waren, wurden wieder entfernt. An diesem positiven Zustand scheint sich seit Februar auch nichts mehr geändert zu haben, auch wenn in einem Facebook-Forum jüngst davon die Rede war, dass das Wasser „noch recht übel“ aussehe.
Silvia Mischi, unter anderem zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Marktgemeinde Bruckmühl, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass „wie an jedem See und je nach Wetter“ das Wasser auch „mal trüber“ sein kann. Nach Informationen der Gemeinde sei dort im Hinblick auf die Wasserqualität aber „alles gut“. Eine Aussage, die durch einen Blick auf die Homepage des Landkreises Rosenheim untermauert wird. Dort ist bei der Auflistung der Badeseen beim „Naherholungsgebiet Höglinger Seen“ das Ergebnis einer aktuellen Wasserbeprobung vom 5. Mai zu finden. Demnach sei das Wasser dort „bakteriologisch nicht zu beanstanden“.
Badeplatz und
Wiese noch gesperrt
Zum selben Ergebnis kommt die Behörde beim Lauser Weiher, dessen Beprobung ebenfalls am 5. Mai erfolgt ist. Dennoch müssen die Wasserratten dort derzeit noch auf den Badespaß verzichten. Denn der Badeplatz und die dazugehörige Wiese sind seit wenigen Tagen gesperrt. Grund ist der starke Pflanzenwuchs im Gewässer, der „das Baden im Moment nicht möglich“ macht, wie die Kommune auf ihrer Homepage mitteilt.
Einsatz eines
Mähbootes
„Nachdem die bisherige Einstreuung von Biolit-Steinmehl sowie das Absenken des Wasserspiegels, um die Schlammbereiche auszutrocknen, nicht den nötigen Effekt gebracht haben, wird nun der starke Bewuchs mit Schlingpflanzen mithilfe eines Mähbootes reduziert“, konkretisiert Karolin Lohwasser, Sprecherin der Gemeinde, die Arbeiten, die dort derzeit stattfinden. „Das entnommene Grüngut wird an Land gelagert, damit Kleinstlebewesen zurück ins Wasser gelangen können.“
Fische werden
eingesetzt
Einen konkreten Termin, wann der Badeplatz den Besuchern wieder zur Verfügung steht, gibt es noch nicht. Nach Einschätzung der Kommune könne die Maßnahme rund vier Wochen dauern.
„Zunächst werden die Pflanzen abgemäht. Der Pflanzenschnitt wird noch einige Tage auf der Liegewiese gelagert, damit mögliche Kleintiere wieder die Zeit haben, ins Wasser zurückzufinden“, skizziert Lohwasser die einzelnen Schritte. „Anschließend wird das Pflanzengut abtransportiert. Im Anschluss daran werden Fische eingesetzt. Hier muss man auch noch die Eingewöhnungsphase von rund ein bis zwei Wochen abwarten.“
Dass Badegäste und Fische dort zukünftig wieder ein Paradies vorfinden, lassen sich die Gemeinden Aying und Feldkirchen-Westerham sowie der Kreisfischereiverein Bad Aibling als Pächter des Gewässers einiges kosten.
„Die genauen Kosten stehen noch nicht fest“, sagt Karolin Lohwasser, „aber für die Mäharbeiten und Entsorgung rechnen wir mit einem fünfstelligen Betrag.“ Dieser werde zwischen den drei Parteien aufgeteilt.