500 Jahre Palestrina gefeiert

von Redaktion

Bruckmühler Renaissance-Chor und „Concerto dei Venti“ begeistern in Emmauskirche

Feldkirchen-Westerham – Ein gewaltiges Unterfangen, das Dr. Ines Gnettner, Organistin und Chorleiterin an der evangelisch-lutherischen Kirche Bruckmühl, auf die Beine gestellt und mit großem Erfolg durchgeführt hat: Zu Ehren von Giovanni Pierluigi di Palestrina (1525 bis 1594) hatte sie mit den 19 Damen und Herren des Renaissance-Chors Bruckmühl und dem „Concerto dei Venti“ aus Bad Reichenhall ein Jubiläumskonzert „500 Jahre Palestrina – Eine Verneigung vor dem Meister der Renaissance“ erarbeitet und in der Emmauskirche in Feldkirchen-Westerham zur umjubelten Aufführung gebracht.

Das Ensemble „Concerto dei Venti“ wurde von dem Barockposaunisten und Träger des Kulturpreises der Stadt Bad Reichenhall, Robert Schlegl, gegründet. Es hat sich auf die Musik der Renaissance und das Spiel auf historischen Instrumenten spezialisiert, zum Beispiel dem Zink, einem historischen Blechblasinstrument – auch Cornett genannt –, dessen Klang stark an die menschliche Stimme erinnert und welches dem Spieler hohes Können abverlangt.

Martin Bolterauer spielte den Zink, die Barockposaunen bliesen Adam Bregmann, Cas Gevers und Robert Schlegl. Bemerkenswert war die internationale Zusammensetzung des sehr virtuos musizierenden Ensembles: Die Spieler kamen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA.

Der Renaissance-Chor Bruckmühl erfreute durch einen sehr guten, homogenen Klang und verwies durch die bis ins Detail mittelalterliche Gewandung der Sänger charmant auf die Entstehungszeit dieser Musik.

Chor und Ensemble wechselten sich mit Werken auch weniger bekannter Meister dieser Zeit ab. Ines Gnettner und Robert Schlegl gaben jeweils kurze Informationen zu den Gruppen, den Kompositionen und natürlich zu Palestrina selbst.

Der fulminante Schlusspunkt war das sechsstimmige Kyrie aus der berühmten Missa Papae Marcelli, das von Chor und Ensemble gemeinsam musiziert wurde. Dabei spielten die Bläser „colla parte“, das heißt die Gesangsstimmen spielten mit, was eine großartige Klangwolke mit überwältigender Polyfonie ergab. Auch dies wurde von allen Beteiligten souverän gemeistert. Den zahlreichen Besuchern wird dieses außergewöhnliche Konzert in Erinnerung bleiben. Die eingelegten Spenden wurden zur Deckung der Kosten des Konzerts verwendet. kig

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