Einsatz-Szenario realistisch nachgespielt

von Redaktion

Blaulicht-Kräfte stellen Pkw-Brand mit verletzter Person in Tiefgarage nach

Bruckmühl Auszug aus dem „Feuerwehr Einsatz-Tagebuch“: 19.36 Uhr Erich-Kästner-Weg: Anwohner der Hausnummer 4 und 6 bemerken Rauchschwaden, die aus den Lüftungs- und Fensterschächten der Tiefgarage (TG) aufsteigen. 19.39 Uhr: Erste Rauchschwaden kriechen durch das geschlossene TG-Tor. 19.41 Uhr: Eine Anwohnerin vermisst ihren Lebensgefährten, der nur etwas aus seinem Pkw in der TG holen wollte. 19.43 Uhr: Bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim geht ein Notruf über die „110“ aus Bruckmühl, Erich-Kästner-Weg, ein. Sechs Minuten später erreichen mit Blaulicht 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bruckmühl mit dem HLF (Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug) und der Drehleiter den Einsatzort. Sekunden später kommen auch noch fünf Mitglieder der BRK-Bereitschaft und des First-Responder-Teams (FR) dazu.

Kabelbrand und
Rauchgasvergiftung

Dies war das Szenario für die Übung „Pkw-Brand in der TG mit verletzter Person“ der Feuerwehr Bruckmühl, des Bruckmühler BRK und des First-Responder- Teams, das in dieser Art und der Aufgabenstellung erstmalig durchgeführt wurde. Das von Feuerwehrkommandant Maximilian Weiß und Gruppenführer Alexander Hörauf erstellte „Drehbuch“ gab folgendes Szenario vor: Ein Kabelbruch setzte in der TG den Motorraum eines Pkws in Brand. Der Fahrzeugbesitzer (ein 65 Kilogramm schwerer Dummy), der den Brand löschen wollte, wurde aufgrund einer Rauchgasvergiftung bewusstlos und lag bäuchlings mit dem Oberkörper halb im Auto und halb auf dem TG-Boden. Zum Übungsgeschehen: Die Ausgangslage war für die eintreffenden Blaulicht-Kräfte diffus. Nach einem kurzen Informationsaustausch mit dem vor dem Haus wartenden Anwohner, der den Notruf abgesetzt hatte, verschaffte sich Einsatzleiter Max Neumeir einen ersten Überblick über das Lagebild. Während das Treppenhaus der Hausnummer 4 rauchfrei war, konnte man in dem TG-Bereich nicht mal mehr die Hand vor Augen sehen. Auch lag nach Zeugenaussagen die Vermutung vor, dass sich in der TG noch eine vermisste männliche Person befinden könnte. Mit kurzen und klaren Kommandos wurden die ersten Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Unter der kritischen Bewertung von Bruckmühls Kreisbrandmeister (KBM) Werner Maier-Matheke folgte der Löschangriff über das Treppenhaus durch Atemschutzträger. Nach Absuche der TG konnte die Brandursache lokalisiert und die vermisste, verletzte und bewusstlose Person aufgefunden werden. Letztere wurde unter extremer körperlicher Belastung aus dem Kellerbereich ins Freie getragen. Dort übernahmen „Hand-in-Hand“ die BRK-Kräfte und das FR-Team die weitere medizinische Versorgung.

Parallel dazu starteten die Floriansjünger den Löschangriff des Motorbrandes. Mit Lüftern und starken Gebläsen wurde dazu gleichzeitig der Rauch aus dem TG-Bereich geblasen. Die Besatzung der FF-Drehleiter stand währenddessen vor Ort, die ganze Zeit für etwaige Rettungsmaßnahmen der Hausbewohner aus den oberen Stockwerken in „Alarm- und Einsatz-Bereitschaft“.

Um 20.27 Uhr kam von dem Übungsleiter-Duo Weiß/Hörauf das Codewort „Übungsende“. Bei der Übungsbesprechung vor Ort zog Kommandant Weiß ein erstes positives Kurzfazit: „Nachdem die anfängliche ‚Chaosphase‘, was ist überhaupt los, was muss wie, wo, wann getan werden, abgearbeitet war, wurden die erforderlichen Einsatzmaßnahmen engagiert und gut strukturiert mit klaren Befehlsstrukturen angepackt.

Analyse
im Nachgang

Die kleinen Knackpunkte, die es bei so einem komplexen Einsatzgeschehen immer gibt, sind notiert und werden analysiert.“ Aufgrund der Tatsache, dass im Bereich der Marktgemeinde Bruckmühl geplante und beantragte Mehrfamilienhäuser überwiegend nur noch in Verbindung mit TG einen Genehmigungsbescheid erhalten, zeigte sich Bruckmühls Feuerwehr-Chef Weiß dann auch abschließend besonders erfreut, so ein Übungsszenario an einem Realobjekt durchführen zu können. „So sind wir für etwaige ähnliche Einsätze gut vorbereitet und laufen nicht sprichwörtlich ins Leere“, bringt es Feuerwehrkamerad und Ausbilder Hörauf auf den Punkt. Voll des Lobes war auch KBM Maier-Matheke bei seinem Fazit, „alles in allem eine gute Übung, an der ein oder anderen kleinen Stellschraube muss dann im Nachgang noch in den anstehenden Ausbildungseinheiten gedreht werden“.

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