Am Anfang waren es sieben Steiger

von Redaktion

Feuerwehr Holzham wird heuer 150 – Blick auf bewegte Vergangenheit

Bruckmühl – Vom 18. bis 23. Juni 2025 steht in der Marktgemeinde Bruckmühl die Pflege alter Tradition im Fokus. An fünf Festtagen feiert die Feuerwehr Holzham ihr 150-jähriges Jubiläum. Die zahlreichen Feuerwehrkameraden, Gäste und Besucher werden in einem Festzelt am Feuerwehrgerätehaus neben dem Holzhamer Gemeinschaftshaus in Oberholzham 51 empfangen. „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die komplette Organisation und Logistik stehen. Es kann losgehen“, lautete das Credo der Holzhamer Blaulichtmannschaft.

In dem historischen Geschichtsbuch der Holzhamer Floriansjünger ist der 23. März 1875 als offizielles Gründungsdatum in schwarzer Tinte fixiert.

Ausstattung in
der Pionierzeit

Das Einsatz-Equipment der Feuerwehr-Pionierzeit bestand aus einer vom königlichen Hofspritzen-Fabrikanten Dominikus Kirchmeier gefertigten Saugspritze, zur damaligen Zeit die modernste technische Errungenschaft, mit 150 Meter Schlauchleitung. 1899 wirft die Chronik mit einer siebenköpfigen „Steigermannschaft“, 65 Angehörigen der „Spritzenmannschaft“ und neun Mitgliedern der „Ordnungsmannschaft“ eine beeindruckende Stärke aus. Für ihr ehrenamtliches Engagement mussten die Floriansjünger in den Anfängen sogar noch Geld mitbringen und laut Feuerwehrordnung monatlich fünf Pfennig in die gemeinsame Kasse einbezahlen.

1906 wurde die Einsatzbereitschaft durch die Anschaffung einer fahrbaren Handdruckspritze erhöht. Ein Jahr später folgte der Bau des kleinen Feuerwehrgerätehauses in Oberholzham. Eine Ziegler Tragkraftspitze Modell „TS 8-8“ ersetzte 1963 die in die Jahre gekommene Robelspritze. Einziges Manko: Dieses neuere Spritzenmodell musste noch bis 1981 von einem Traktor zum Einsatzort gezogen werden. Im Rahmen des 100-jährigen Gründungsfestes fand 1975 die Weihe der neuen Fahne statt. Ein Meilenstein war der Neubau des Feuerwehrgerätehauses als Anbau an das alte Holzhamer Schulgebäude. Das Richtfest fand am 23. September 1981 statt. Anfang Dezember des gleichen Jahres konnten die Holzhamer Feuerwehrler auch noch ihr neues Löschgruppenfahrzeug LF8 in Empfang nehmen. Das Einsatz-Portfolio wurde 1982 um die Anschaffung von Atemschutzgeräten erweitert. Ab Juni 1987 trainierte die Holzhamer Blaulichtmannschaft auf dem Anwesen von Vigil Neureither, Unterholzham, sogar in ihrem eigenen Atemschutzraum, in der sogenannten „Kriechstrecke“.

Daneben glänzten die Feuerwehrler auch mit aufsehenerregendem Erfindergeist. Um bei Brandeinsätzen eine größere Wasser-Reichweite zu erzielen, montierten sie kurzerhand einen Wasserwerfer mit einem B-Schlauch-Anschluss fest auf das Fahrzeugdach. Mit der Verwendung von professionellen Nebelmaschinen werden seit Anfang der 90er-Jahre in alten Abrissgebäuden oder leer stehenden Anwesen reale Brandszenarien als Übungsprozedere dargestellt und abgearbeitet.

Seit September 1997 haben die Floriansjünger im Holzhamer Gemeinschaftshaus auf zwei Ebenen ihr neues Zuhause. Dazu kam es auch auf dem Fahrzeugsektor mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 zu einer richtungsweisenden Modernisierung.

Im Jahr 2000 konnte nicht nur ein Akku-Spreizer für schwere Autounfälle angeschafft, sondern auch das 125-jährige Jubiläum gefeiert werden. Im Sommer 2009 sorgten die Feuerwehrler mit der „1. FMX Show“ für ein bayernweit einmaliges Spektakel. Bei dem Freestyle-Motocross-Contest flogen Motorräder mit waghalsigen Tricks, atemberaubenden Sprüngen und heißen Manövern durch die Luft. Der Fuhrpark erhielt schließlich im September 2019 mit dem VW Mannschaftstransportwagen (MTW), „Holzham 14/1“, eine zielgerichtete Erweiterung.

Welch hohen Stellenwert die Holzhamer Dorf-Feuerwehr mit ihrer derzeitigen 58er-Mannstärke in der Marktgemeinde hat, zeigt ein Blick in die Jahresstatistik 2024. Die wirft 39 Alarmierungen mit 1476 Einsatzstunden aus. Das anspruchsvolle Einsatzspektrum erstreckte sich von Sicherheitswachen über Brandsituationen, Unwetterlagen bis Personensuchen und Verkehrsunfällen mit Personenschäden. Die Holzhamer Floriansjünger sind mit ihrer Professionalität samt modernem Einsatz-Equipment ein wichtiger Eckpfeiler im Team der regionalen und überregionalen Blaulicht-Organisationen.

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