Bad Aibling – Über eine wesentliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen dürfen sich jetzt die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs freuen, die für die Pflege des Friedhofs zuständig sind. Stand ihnen für Büro, Aufenthaltsraum, Umkleide und Sanitäranlagen bisher nur eine Fläche von rund 17 Quadratmetern zur Verfügung, sind sie jetzt in knapp 96 Quadratmeter großen Räumlichkeiten untergebracht.
Möglich wurde dies durch die Umnutzung eines nicht mehr benötigten Unterrichtscontainers, der während des Neubaus der Georgs-Schule als Mensa und Besprechungsraum diente. „Der wurde am Friedhof jetzt gleichsam zu seinem dritten Leben erweckt“, freut sich Bürgermeister Stephan Schlier, dass die Stadt das „deutlich verbesserte Umfeld für die Bediensteten“ relativ kostengünstig bewerkstelligen konnte. Die Arbeitsstunden des städtischen Bauhofs miteingerechnet, fielen Gesamtkosten von rund 30000 Euro für die Umsetzung der Maßnahme an.
„Wir haben rund 75 Prozent aller anfallenden Arbeiten in Eigenleistung erbracht. Lediglich das Dach haben wir bei einer Zimmerei in Auftrag gegeben“, berichtet Sepp Feuersinger, der Leiter des städtischen Bauhofs. Auch was die Inneneinrichtung betrifft, hat Feuersinger auf möglichst kostengünstige Lösungen geachtet. Auf den gebrauchten PC, der sich im Büro befindet, konnte die Luitpoldschule verzichten. Den dazugehörigen Drucker hat er in einem städtischen Kindergarten besorgt, der dort keine Verwendung mehr fand.
Kreative
Umnutzung
Für den Innenausbau wurden unter anderem Teile umfunktioniert, die in der ehemaligen Fliegerhalle im B&O-Gelände in Mietraching als Prallschutz dienten. Das schlichte Holzkreuz an der Wand hat Feuersinger in einem städtischen Gebäude entdeckt, wo es offensichtlich ausgedient hatte. „Ein Kreuz schmeißt man nicht einfach weg“, sagt er und hat es gut sichtbar an der Wand im Büro aufgehängt. Besonders froh sind die Mitarbeiter über die nunmehr vorhandene Küche samt Aufenthaltsraum. Unter anderem gehört eine Eckbank mit Tisch dazu. Diese Garnitur gab es für die Stadt zum Nulltarif. „Sie stammt von einem Mitarbeiter, der sie zu Hause nicht mehr benötigte und uns gestiftet hat“, freut sich der Bauhofleiter.
„Das ist kein Vergleich zu vorher. Jetzt kann man sich in der Mittagspause auch mal ein warmes Essen zubereiten oder bei Bedarf seine nasse Kleidung trocknen“, sagt Günther Peschke, der seit zwei Jahren am Friedhof tätig ist.
Sein Kollege Hans Vogl, dessen Arbeitsplatz der Gottesacker bereits seit 26 Jahren ist, pflichtet ihm uneingeschränkt bei. „Unsere Situation hat sich total verbessert. Das war allerdings auch dringend nötig“, so Vogl. Lediglich eine Duschmöglichkeit ließ sich in dem Container nicht realisieren. Aber auch für dieses Problem zeichnet sich bereits eine zeitnahe Lösung ab. „Da funktionieren wir den bisherigen Aufenthaltsraum einfach um“, berichtet Feuersinger.
Gute Lösung
für alle gefunden
Nicht zuletzt angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt weiß der Bürgermeister die Kreativität und das Kostenbewusstsein des Bauhofleiters sehr zu schätzen. „Das ist vorbildlich. Wir haben dennoch eine Lösung, die absolut in Ordnung ist“, zeigt sich der Rathauschef überzeugt.
Da pflichtet ihm der Bauhofleiter bei – nicht zuletzt deswegen, weil die amtliche Abnahme der Räumlichkeiten ergeben hat, dass die jetzige Lösung auch aus Sicht des Arbeitsschutzes den geltenden Anforderungen entspricht.
Mittlerweile hat Bauhof-Leiter Sepp Feuersinger auch verschmerzt, dass fehlende Mittel ihm einen Strich durch seine ursprüngliche Planung gemacht haben. Die sah ein neues Gebäude vor, das mit Kosten von rund 200000 Euro zu Buche geschlagen hätte. „Ich kann mit dieser Lösung jetzt ganz gut leben. Sie ist auf jeden Fall zu 200 Prozent besser als die bisherige. Vor allem freut mich, dass auch meine Mitarbeiter mit dieser Variante glücklich sind“, sagt er.