Bad Aibling – Es ist gewiss einer der spektakulärsten Diebstähle, den die Region zuletzt erlebt hat. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd brachen Unbekannte am vergangenen Montag in den frühen Morgenstunden in das Kurhaus ein und entwendeten dabei unter anderem einen mehrere hundert Kilogramm schweren Tresor, in dem sich Bargeld und Dokumente befanden.
Während die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim ermittelt, erklärte Kurhaus-Pächter Stefan Linnerer am Dienstagabend gegenüber dem Mangfall-Boten, dass von Tätern, dem Fluchtfahrzeug und dem entwendeten Tresor bislang jede Spur fehlt.
Spektakulär war der Einbruch vor allem deshalb, da die Täter den Tresor, der laut Angaben der Polizei sowie von Kurdirektor Thomas Jahn zwischen 300 und 500 Kilogramm schwer sein muss, verschwinden ließen.
Laut Polizei verschafften sich die Einbrecher am frühen Montagmorgen gegen 3 Uhr Zutritt zum Kurhaus. Dabei waren sie über „gewaltsam aufgebrochene Fenster“ ins Innere des Gebäudes gelangt, brachen dort eine Bürotür auf und hatten es anschließend auf einen schweren Tresor sowie auf einen kleineren Geldschrank abgesehen. Den Kleineren konnten die Täter offenbar aufbrechen. Den schweren Geldschrank nahmen sie mit.
Hierzu hatte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber dem Mangfall-Boten erklärt, dass sich der gewichtige Tresor im ersten Stockwerk des Kurhauses befunden hat. „Von dort aus müssen ihn die Täter mit Kraft und Gewalt über das Erdgeschoss ins Freie geschleppt haben.“ Dann muss der Koloss mit einem bislang unbekannten Fahrzeug abtransportiert worden sein. Doch wie wurde der spektakuläre Vorfall eigentlich bemerkt?
Klar ist, dass die Polizeikräfte nicht durch ein automatisiertes Alarmsystem informiert wurden. Laut Polizeisprecher Sonntag habe eine Person, die über ein Sicherheitssystem des Kurhauses auf den Einbruch aufmerksam geworden war, die Polizei alarmiert.
Kurhaus-Pächter Linnerer erklärte nun, dass es sich hierbei um einen Mitarbeiter handelte, der Bewegungen im Gebäude durch die Videoüberwachung feststellte. „Er hat dann gesehen, wie ein Mann durchs Haus schleicht“, erzählt Linnerer von den beunruhigenden Beobachtungen. Zu sehen war eine maskierte Person, zu hören waren mindestens zwei Männer, berichtet der Pächter. Doch als der Ernst der Lage klar war und die Polizei alarmiert wurde, hatten sich die unbekannten Täter bereits aus dem Staub gemacht. So ruhen die Hoffnungen nun lediglich auf den Ergebnissen der Spurensicherung und möglichen Zeugenhinweisen. Nicolas Bettinger