Bad Aibling – Nach mehreren Jahren Pause lud das Gymnasium Bad Aibling – nach dem mit Rock-, Pop- und Bigband-Musik gefüllten Frühjahrskonzert im März 2025 – zu einem weiteren Musikhöhepunkt ein: dem Frühjahrkonzert 2.0 – im doppelten Sinn: Es wurde an zwei aufeinanderfolgenden Abenden im jeweils vollen Kurhaus-Konzertsaal präsentiert. Sein Programm widmete sich der Klassik mit modernen „Abstechern“.
Für den erfrischenden Auftakt sorgte der Nachwuchs-Chor der 7. Klassen oder wie er vom informativ-eloquenten Moderatoren-Duo Lara Coban und Moritz Schönacher genannt wurde: „Die Großen von den Kleinen“. Mit „Colors of the Wind“ aus dem Disney-Film „Pocahontas“ und dem witzig-flotten „Der dicke Dachdecker“ von Bodo Wartke sangen sich die Siebtklässler in die Herzen der Besucher.
„Die großen Kleinen machen den Auftakt“
Die weitere „Setliste“ des ersten Konzertteils gehörte dann der Klassik. Das „wohltemperierte“ Cello-Ensemble ließ die „Serenade“ von Georg Goltermann und die „Humoreske“ von Antonín Dvorak erklingen. Dann wurde es voller auf der Bühne: Das bestens abgestimmte Orchester trat in Aktion und zwar zunächst als reine Streich-Formation mit der Romance aus dem „Cello Concerto Nr. 1“ von Carl Philipp Stamitz mit Miriam Spinner als souveräner Violoncello-Solistin.
Anschließend gesellten sich zu zwei Werken von Antonin Dvorak Holz- und Blechbläser sowie Schlagwerke hinzu: zum slawischen Tanz „Furiant“ (mit furiosen Passagen) und zum 4. Satz seiner 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“.
Den zweiten Teil des genüsslichen Abends bildete ein mitreißend-berührender Streifzug durch die Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin, gestaltet vom glänzend harmonierenden „Großen Chor“ in unterschiedlichen Formationen.
Auflockerungen durchs Bairische
Eingebettet in die Lieder „Oh I can’t sit down“, „Calvarie“, „Somebody‘s knocking“ und „It take a long pull to get there“ waren die Solo-Gesangsnummern „My man’s gone now“ mit Maria Stadler, „I got plenty of nutting“ mit Nazar Dzobas, „Summertime“ mit Lara-Marie Hubel, „Bess you is my woman now“ mit Nazar Dzobas und Ida Eirainer im Duett und „It ain’t necessarily so“ mit Michael Promberger. Die Solistinnen und Solisten überzeugten mit hervorragenden Leistungen restlos.
Aufgelockert wurde das zunehmend tragische, englischsprachige Bühnengeschehen durch Isabella Zakel und Ludwig Strauß als „De Zwoa“. Im Stil von „Opern auf Bayerisch“ erläuterten sie in köstlicher Weise und reinem „Boarisch“ die jeweiligen Szenen und lieferten dabei urige Übersetzungen: Aus „My man’s gone now“ machten sie „Mei Mo is furt“ und aus Sporting Life, dem Lover von Bess, wurde der „Tschamsterer“. Mit „I’m on my way“ beschloss die „Chor-Vollversammlung“ den großartigen Konzertabend.
Die rundum begeisterten Besucher dankten den über 100 Mitwirkenden mit tosendem und lang anhaltendem Applaus. Auch Oberstudiendirektor Mark Lörz war vollends begeistert: „Ihr wart fantastisch! Vielen Dank für den wunderbaren Abend und die vielen Gänsehautmomente, die ihr uns beschert habt. Ich bin stolz auf unsere Schule und auf alle Mitwirkenden“, bekannte er.
Am Ende bekamen von ihm die Solisten und die beiden Moderations-Duos als Extra-Zuckerl Rosen und zusammen mit seinem Vorgänger Michael Beer überreichte er Blumensträuße an die Musik-Verantwortlichen Susanne Tutert (Chöre) und Dietgard Luber (Orchester und Cello-Ensemble).
Eine Stunde unterrichtsfrei
Und noch ein Zuckerl hatte der Schulleiter parat: „Alle Mitwirkenden haben morgen die erste Unterrichtsstunde frei!“ Anzumerken ist noch, dass Moderator Moritz Schönacher zu Beginn einen Wermutstropfen ins Konzert goss: „Unsere Kurhauskonzerte folgen schon einer langen, über zehn Jahre dauernden Tradition. Leider ist es der Stadt nicht mehr möglich, die Aiblinger Schulen für die Konzerte im Kurhaus zu unterstützen. Durch die Eintrittsgelder, durch eine Spende des Fördervereins und durch die Musicalkasse der Fachschaft Musik kann das heutige Konzert in diesem Rahmen stattfinden.“ bjn