Ein neues Gipfelkreuz für die Maiwand

von Redaktion

Die Maiwand (1135 Meter) hoch über dem Inntal ist einer der gefährlichsten Gipfel in unserer Region, hat schon einige Todesopfer gefordert. Umso spektakulärer die Mission der Flintsbacher Goaßmassfreunde, die jetzt ein neues Gipfelkreuz auf ihrem Hausberg aufstellten.

Flintsbach – Das alte Gipfelkreuz auf der Maiwand stammte aus dem Jahr 1999, aufgestellt vom Volkstheater Flintsbach. Doch die Witterung hatte dem hölzernen Wahrzeichen im Lauf der Jahre stark zugesetzt, die Schäden durch Fäulnis waren unverkennbar. Bei einer Gruppe junger Flintsbacher entstand die Idee, das Kreuz zu erneuern.

„Wir haben beim Theater nachgefragt und grünes Licht für die Erneuerung bekommen“, sagt Peter Trattner gegenüber dem OVB. Er ist Mitglied der Goaßmassfreunde Flintsbach, einem Zusammenschluss junger Männer vom Ort, die sich allesamt der Gefährlichkeit des Weges auf den steilen Gipfel bewusst sind. Immer wieder kommt es dort zu Todesfällen.

Meist sind es Wanderer von auswärts, die die Gefahren trotz der am Berg aufgestellten Warnschilder unterschätzen. Eines der schwersten Unglücke hatte sich im März 2022 ereignet, als drei Bergsteiger aus Niederbayern und der Oberpfalz bei einem Absturz ums Leben kamen. Unter den Flintsbachern jedoch begeben sich nur die Trittsicheren und Schwindelfreien auf diese Tour, die meisten von ihnen dafür aber immer wieder – und beim ersten Mal auf keinen Fall allein. „Jeder von uns kennt das Gelände, wir alle sind beim ersten Mal mit jemandem mitgegangen, der sich sehr gut auskennt“, betont Peter Trattner.

Dieses Mal hatten die elf Männer schweres Gepäck: 80 Kilo wiegt das neue Kreuz aus Lärchenholz insgesamt. Dazu kamen das Werkzeug und die von der Familie Astl (Hohe Asten) zur Verfügung gestellte Brotzeit.

Gebaut hatte das Kreuz Kilian Maier von der Zimmerei Huber, deren Chef Markus Huber das Holz zur Verfügung gestellt hatte und ebenfalls mit von der Gipfelpartie war.

Andreas Obermaier hat noch eine Gams und ein Edelweiß in das Holz geschnitzt. Und auch den kirchlichen Segen bekam das Werk noch im Tal – durch Wortgottesdienstleiterin Johanna Astner aus Fischbach.

Blasmusik an der Alm
und auf dem Gipfel

Deren beiden Söhne Michael (Dirigent der Musikkapelle Flintsbach) und Thomas (Vorsitzender der Kapelle) hatten sogar ihre Instrumente mit auf dem Berg dabei und spielten zunächst an der Riesenkopfalm einige Weisen.

Die Alm hatte Roland Nagele für die Lagerung des am Vorabend mithilfe der Familie Astl antransportierten Materials zur Verfügung gestellt. Sie war Ausgangspunkt für den schweißtreibenden Akt: Mit Muskelkraft, Trittsicherheit und oft maßgenauer Koordination trugen die Männer das Kreuz und weiteres Gepäck bis auf den 1135 Meter hohen Gipfel – natürlich allesamt seilversichert. „Der Weg dorthin ist alles andere als einfach, doch wir kamen recht zügig, gut gesichert und bestens gelaunt am Gipfel an“, schildert Peter Trattner diesen Vormittag.

Um 13 Uhr war es dann so weit: „Das neue Kreuz erstrahlt nun von der Maiwand. Nachdem es stand, spielten die Bauernschmieds noch eine schöne Weis‘“, schildert er den Abschluss, bei dem ein Schluck aus dem eigens mitgeführten Masskrug nicht fehlen durfte.

Warnung allerorts: Achtung Lebensgefahr!

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