Bad Feilnbach – Im März 2026 finden in Bayern die nächsten Kommunalwahlen statt. Auch in Bad Feilnbach wird dann der Gemeinderat neu gewählt. Doch nicht allzulang liegt in der Kommune eine Wahl zurück, die über die Grenzen des Ortes hinaus für großen Wirbel und Schlagzeilen gesorgt hatte: Die Bürgermeisterwahl am 14. Januar, die zum Eklat geführt hatte und auch im Nachgang noch die Gemüter erhitzte.
Der amtierende Bürgermeister Anton Wallner von der CSU unterlag dabei dem Kandidaten der ÜW, Max Singer, völlig überraschend. Begleitet wurden die Wochen vor und nach der Wahl von diversen Vorwürfen und heftigen Wortwechseln, es dauerte, bis sich die Wogen einigermaßen glätteten.
An diese Zeit erinnert man sich unwillkürlich, wenn nun die Idee einer „Einheitsliste“ für die kommende Gemeinderatswahl aufkommt. Ein Versuch, Zwistigkeiten wie die vom vergangenen Jahr zu verhindern? „Das ist nicht der Anlass, warum wir das Thema Einheitsliste jetzt wieder ins Gespräch bringen“, verneint ÜW-Gemeinderat Peter Menhofer auf OVB-Anfrage einen unmittelbaren Zusammenhang. Doch: „Natürlich wäre das zugleich ein positiver Effekt, dass es mit einer Einheitsliste nicht mehr so weit kommt. Aber der Beweggrund ist ein anderer.“
Gut zwei Jahrzehnte ist es mittlerweile her, da haben die Überparteilichen Wähler in der Gemeinde Bad Feilnbach bereits einmal einen Vorstoß in Richtung Einheitsliste gemacht. Allerdings ohne dabei auf große Resonanz zu stoßen, wie Menhofer, damals wie heute kommunalpolitisch engagiert, erklärt.
„Auf kommunaler Ebene soll es um die Sache gehen und nicht um Parteipolitik“, war nicht nur der Ansatz der ÜW, sondern ist auch heute quer durch die Lande immer wieder zu hören, wenn es um Gemeinderats- oder Stadtratsentscheidungen geht. Viele haben noch den Appell im Ohr, den auch der Vorgänger-Bürgermeister Anton Wallner immer wieder an den Gemeinderat gerichtet hatte: „Wir wollen eine Fraktion für Bad Feilnbach sein“, weswegen er unter anderem auch die Verteilung der Sitzplätze jeweils im Vorfeld einer Sitzung neu auslosen ließ. Genau das, was auch die ÜW anstrebt? „Ja, haargenau das wollen wir: eine einzige Fraktion Bad Feilnbach, in der es nur um die Interessen des Ortes geht“, bekräftigt Menhofer. Nur müsse man das, so betont er, auch entsprechend umsetzen.
Bei der jüngsten ÜW-Jahreshauptversammlung jedenfalls sei der Gedanke einer Einheitsliste für den ganzen Ort an die Vorstandschaft herangetragen worden. „Von selber hätten wir es wahrscheinlich gar nicht mehr angebracht. Aber es waren verhältnismäßige viele Mitglieder und auch andere Bürger gekommen. Und aus diesen Reihen kam die Frage, was denn gegen eine Einheitsliste spreche. Deswegen greifen wir das jetzt auf“, erklärt Menhofer.
Der Verein ÜW wolle nun einen Anlauf starten, um in Zukunft, „wie schon in vielen anderen Gemeinden Bayerns, nur eine Einheitsliste bei Gemeinderatswahlen zu schaffen.“ Der Zweite Vorsitzende der ÜW, Gemeinderat Andreas Henfling, ist ebenfalls der Meinung, dass „Parteiinteressen oder Parteiideologie in der Kommunalpolitik nichts zu suchen haben.“ Er erläutert: „Falls es nur eine Liste gibt, dann entfallen auch die Listenstimmen und es kommen genau die Kandidaten in den Gemeinderat, welche von den Wählern persönlich und mehrheitlich gewählt werden. Natürlich kann und sollte auch jeder Kandidat mit einer Parteizugehörigkeit diese trotzdem auf Flyern und dem Wahlzettel bekannt geben.“
Bevor die ÜW mit den ihr zufolge bereits informierten Parteien im derzeitigen Gemeinderat in finale Gespräche geht, wolle sie mit einer Umfrage unter den Wählern deren Meinung ermitteln. „In Kürze wird in jedem Briefkasten der Gemeinde ein Abstimmzettel liegen. Die ausgefüllten Stimmzettel können in die Wahlboxen in den Filialen der Bäckerei Pichler in Bad Feilnbach, Litzldorf und Au sowie in der Metzgerei Weingast in Bad Feilnbach und im Gasthaus Weingast in Kematen eingeworfen oder bei den ÜW-Gemeinderäten abgegeben werden. Abgabeschluss ist Montag, 7. Juli. Am Freitag, 11. Juli, wird um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Dettendorf das Ergebnis öffentlich bekannt gegeben und die weitere Vorgehensweise erklärt.