„Nicht nur in Beton investiert“

von Redaktion

Wilhelm-Leibl-Realschule nach Umbau und Sanierung eingeweiht

Bad Aibling – Die Wilhelm-Leibl-Realschule wurde in mehrjähriger Bauzeit saniert und umgebaut. Jetzt fand in der neu geschaffenen Aula die Einweihung statt. Stellvertretender Schulleiter Stephan Kausler hieß neben der „Schulfamilie“ zahlreiche Ehrengäste willkommen. Dazu zählten Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landrat Otto Lederer, die Landtagsabgeordneten Sebastian Friesinger, Sepp Lausch und Andreas Winhart, mehrere Bürgermeister, Mitglieder des Kreistags, des Landratsamtes, der Schulaufsicht, der benachbarten Schulen, der beteiligten Unternehmen sowie ehemalige Leiter der Schule.

Ilse Aigner reist in eigene Vergangenheit

„Schulen sind weit mehr als Gebäude. Sie sind Orte des Lernens, der Persönlichkeitsentwicklung, der Begegnung und der gesellschaftlichen Gestaltung. Ein Schulhaus kann man bauen – eine gute Schule entsteht aber durch Menschen, durch Haltung, durch gelebte Beziehung“, stellte der Konrektor fest. Insbesondere die neue Aula sei aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. „Sie ist ein Raum geworden, in dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen, diskutieren, wertschätzen und noch vieles mehr“, erklärte er abschließend.

„Ich freue mich, dass ich wieder da bin, das ist für mich wie ein Nachhausekommen, weil ich mich sehr gerne an meine Schulzeit in der Wilhelm-Leibl- Realschule erinnere“, bekannte Landtagspräsidentin Ilse Aigner und fügte hinzu: „Ich habe hier die Mittlere Reife erworben und danach eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin absolviert. Es schadet nach meiner Meinung Politikerinnen und Politikern nicht, wenn sie eine Ausbildung durchlaufen.“ Sie habe als Klassen- und Schülersprecherin fungiert. „Diese Erfahrungen haben mich ein Stück weit in meinen Weg in die Politik begleitet.“

Zur Sanierung des Schulgebäudes merkte sie an: „Der Landrat und die Mitglieder des Kreistags haben eine gute Entscheidung getroffen, wenngleich es ein organisatorischer Kraftakt war. Damit wurde ein klares Zeichen für die Schullandschaft des Landkreises Rosenheim und ein klares Bekenntnis zur Bildung gesetzt. Schule ist sehr viel mehr, als allein die Bildung zu vermitteln, sondern auch für die Herzens-, Persönlichkeits- und Weiterbildung.“

In der heutigen Zeit sei es besonders wichtig, Grundwerte an die Schüler zu vermitteln, weil aufgrund von Unsicherheit und Unzufriedenheit die Gesellschaft etwas auseinandergedriftet sei. Ihr Grußwort schloss sie mit den Worten: „Es hat sich vieles verändert, aber eines ist gleichgeblieben: das besondere Flair dieser Schulfamilie.“

Landrat Otto Lederer zitierte den Artikel 125 der bayerischen Verfassung: „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes. Sie haben Anspruch auf Entwicklung zu selbstbestimmungsfähigen und verantwortungsfähigen Persönlichkeiten.“ Nach dieser Prämisse habe der Kreistag versucht zu handeln. Er erwähnte den 2020 gefassten Sanierungsbeschluss des Kreisausschusses und wies auf die einzelnen Bauabschnitte hin. Sie betreffen neben der neuen Aula unter anderem die naturwissenschaftlichen Fachlehrsäle, die Ganztagsbetreuung, das Lehrerzimmer und die Verwaltung.

Investitionen von
22 Millionen Euro

Insgesamt hat der Landkreis rund 22 Millionen Euro investiert, mit einem Zuschuss des Freistaates in Höhe von 6,3 Millionen Euro. Den planenden und ausführenden Firmen sowie den Mitarbeitern des Landratsamtes sprach er seinen Dank für die geleistete Arbeit aus und befand: „Das Ergebnis spricht für sich.“ Anschließend wurden in einem Film die neuen Räumlichkeiten präsentiert.

Im Rahmen der geistlichen Segnung zitierte Pfarrer Markus Merz Psalm 21: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Sein katholischer Amtskollege Philipp Kielbassa erbat Gottes Segen „für alle, die hier lehren und lernen.“

„Wir feiern heute vielleicht auch das Ende einer Ära, in der Baustellenpläne manchmal wichtiger waren als Stundenpläne“ konstatierte Schulleiter Matthias Wabner und fügte hinzu: „Und wir feiern noch mehr: nämlich den Mut zu Veränderung, die Kraft von Ideen – und all jene, die die Vision hatten, dass Schule mehr sein kann als ein Gebäude.“ Er ließ die Raumsituation vor dem Umbau Revue passieren und erinnerte an die 2019 entstandene Idee, aus einer bloßen Sanierung etwas Neues entstehen zu lassen.

Mit einer mutigen Entscheidung habe der Kreistag dann im Sommer 2020 zunächst einen alten Beschluss und die laufenden Arbeiten gestoppt und dann den Startschuss für etwas viel Größeres gegeben. Den Mitgliedern des Kreistags sprach er ein „herzliches Dankeschön für ihre Weitsicht und ihre Investition“ aus.

Im Zuge der Umbauten der vergangenen Jahre habe man die Schule auch digital grundsaniert. Jetzt gehe der Blick bereits in die Zukunft: „Wir nehmen neue Ziele ins Visier, beispielsweise die Sanierung der Sportumkleiden und die Neugestaltung der Außenanlagen. Und obgleich uns noch drei bis vier Klassenzimmer fehlen, hoffen wir doch, dass wir uns bald von den Containeranlagen verabschieden können“. Am Ende sprach er der gesamten Schulfamilie und den am Bau Beteiligten seinen Dank aus. An den Landkreis als Suchaufwandsträger gerichtet hob er hervor: „Sie haben nicht nur in Beton investiert – sondern in Bildung, in Begegnung und in Gemeinschaft.“

Den temperamentvollen Abschluss bildete der Auftritt einer Hip-Hop-Gruppe, Parterreakrobatik und geschwungene bunte Bänder. Eingeleitet wurde der Festakt mit einem Stehempfang, musikalisch umrahmt von der Goldbergmusi und der Hackbrettmusi. Die beiden Gruppen wurden mit ebenso kräftigem Beifall belohnt wie die ins Programm eingebetteten Darbietungen des Bläserensembles, der Saitenmusi und der Schulband mit den überzeugenden Sängerinnen Franziska Schmid und Lena Brunecka.

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