Au – Das Anwesen „Beim Zimmermeister“ der Familie Gasteiger in Kreuzwies in Au ist heuer erstmals Anlaufstelle in Sachen Stimmung, Tanz und Brauchtum. Der Trachtenverein GTEV „Immergrün“ Au bei Aibling lädt als Veranstalter am Freitag, 4. Juli, zum Auer Weinfest. Beginn ist 19 Uhr. Für Unterhaltung und Gelegenheit, überschüssige Pfunde beim Schwingen des Tanzbeins loszuwerden, sorgt die boarische und gmiatliche Band „Bast-Scho!“ aus Riedering.
Am Sonntag, 6. Juli, steht ein „boarischer Familientag“ auf dem Programm. Beginn ist nach dem Sonntags-Gottesdienst mit Frühschoppen, Mittagessen und buntem Nachmittag für die ganze Familie. Stimmungsgarant ist die Auer Musi. Attraktionen sind Hüpfburg für Kinder, Kutschfahrten, Schießbude der Auer Hubertusschützen sowie Darbietungen der Kinder- und Jugendgruppen und der „Aktiven“ des Vereins. Die Veranstaltungen finden bei jeder Witterung statt.
Seit 1968 feierten die Auer Trachtler im Auer Schwimmbadhölzl ihr Waldfest. Bis dato gab es sommerliche Feste unter anderem in Brettschleipfen. Für Bürger aus dem Ort, den umliegenden Dörfern und Gemeinden war es beliebter Treffpunkt zur Förderung gemeinschaftlichen Zusammenseins unter freiem Himmel, umgeben von schattenspendenden Bäumen. Auch Gäste, die ihren Urlaub hierzulande verbrachten, schätzten das heimatverbundene Ambiente, das verschiedenste Musikkapellen und Musikgruppen sowie Brauchtumsdarbietungen zu Delikatessen aus der Küche sowie Süffiges aus der Schänke bereicherten.
Magnetische Anziehungskräfte hatten Losbude und Bar vom Trachtenverein und die Schießbude der Auer Hubertusschützen. Vorstände wie der legendäre „Moar Mascht“ Martin Rauscher aus Gottschalling, Rupert Kink, Andreas Scheidl und von 2010 bis 2024 Alois Hemeter blickten mit Freude und Stolz auf frohgelaunte Gäste, die jeweils Anfang Juli das Schwimmbadhölzl in den größten Auer Biergarten verwandelten.
Größte Herausforderung in all den Jahren war die Laune der Witterung. Anhaltende Regenfälle veranlassten zu Absagen und Terminverschiebungen. Manchem Vereinsmitglied, Gast und Helfer blieben Masskrüge, gefüllt mit Hagelkörnern, nach kräftigen Schauern in Erinnerung. Ein engagiertes Team aus Elektrikern und Helfern bettelte in den 1980er-Jahren sogar nach einem Hagelunwetter am Samstagabend im ganzen Ort nach Glühbirnen, die am darauffolgenden Sonntag eine Durchführung in den Abendstunden bei wolkenfreiem Himmel garantierten.
Von vielen anderen Geschichten könnten das Woidfest und vor allem sein mächtiger Eschenbestand berichten. Dieser ist in die Jahre gekommen und sein maroder Zustand stellt mittlerweile ein Sicherheitsrisiko für Besucher dar. Alternativer Standort ist daher das Zimmermeisteranwesen am Kreuzwies. Wie die Zukunft am Schwimmbadhölzl aussieht, bleibt noch offen. pes