Riesenandrang bei „Kultur im Park“: Austropop mit einer Extraportion Wolfgang Ambros

von Redaktion

„Wir haben perfektes Wetter und wir haben Ferien – schöner geht’s nicht!“ Mit diesen Worten eröffnete Kurdirektor Thomas Jahn das zweite „Kultur im Park“-Konzert dieses Sommers. Der Besucherandrang war gewaltig – trotz des zeitgleichen Auftritts einer Partyband auf dem Aiblinger Volksfest nahmen rund 1000 Gäste im Brunnenhof im Nu sämtliche Sitzplätze und Stehtische in Beschlag oder tummelten sich auf der Kurhausbalustrade, auf der dazugehörigen Treppe oder beim Picknick auf der Kurparkwiese. Als Musik war Austropop angesagt mit der Band „Olles Leiwand“ (auf Hochdeutsch: „Alles Bestens“).

Das bestens aufgelegte Quartett aus den Freilassinger/Salzburger Raum wies eingangs auf die Tragödie in Graz hin. „Wir haben überlegt, was wir heute spielen oder nicht spielen, aber ihr sollt mit unserem Programm trotzdem Spaß haben“, betonte Frontman Peter Mühlbauer. In der Vorankündigung hatte es geheißen, dass die Band neben den Hits von Ambros, Fendrich & Co. „auch einige weniger bekannte Stücke“ spielen wird. Tatsächlich war es eher umgekehrt: Neben Hits wie „Strada del Sole“, „Bergwerk“, „Die Blume aus dem Gemeindebau“ und „Irgendwann bleib i dann dort“ standen auf der Setliste überwiegend besinnliche und nachdenkliche Balladen. Dies war keineswegs den Graz-Vorkommnissen geschuldet: Aus dem Repertoire hatte die Band deswegen lediglich „Es lebe der Zentralfriedhof“ gestrichen. Zudem war das Programm stark Wolfgang-Ambros-lastig: Elf der insgesamt 24 gespielten Titel stammten aus dessen „Fundus“. Etwas mehr Diversität wäre wünschenswert gewesen: Anstelle von „Gezeichnet fürs Leben“, „Langsam wochs‘ ma z‘amm“ oder „De Kinettn wo i schlof“ hätte man sich beispielsweise gut einen Schuss „Peter Cornelius“ oder eine Prise „EAV“ vorstellen können.

Ein untrügliches Indiz für die Repertoire-gebremste Partystimmung war die äußerst überschaubare „Bevölkerung“ der Tanzfläche, die sich bei anderen Konzerten meist schon nach einer Viertelstunde füllt und bis zum Schluss stark frequentiert ist. Dieses Mal blieb sie über weite Strecken ziemlich oder gar ganz leer.

Richtig voll wurde sie bezeichnenderweise erst beim allerletzten Lied „Schifoan“. Das Publikum spendete der zwei Stunden ohne Pause durchspielenden Band am Ende dennoch viel Applaus – auch wenn nicht „olles leiwand“ war.Fotos /text baumann

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