Parallelen zum Einbruch ins Kurhaus

von Redaktion

Haben die Tresor-Diebe von Bad Aibling wieder zugeschlagen? Zumindest ist es jetzt in Neubiberg bei München zu einer ähnlichen Tat gekommen. Was die Polizei zu möglichen Zusammenhängen zwischen den beiden Fällen sagt – und wieso die Ermittler von einer Tatserie ausgehen.

Bad Aibling/Neubiberg – Haben die bislang unbekannten Täter, die in einer spektakulären Nacht-und-Nebel-Aktion am 2. Juni aus dem Bad Aiblinger Kurhaus einen Tresor gestohlen hatten, erneut zugeschlagen? In der Nacht auf vergangenen Dienstag ist es in Neubiberg (Landkreis München), nur rund 35 Kilometer Luftlinie von Bad Aibling entfernt, zu einer ähnlichen Tat gekommen. Ob diese beiden Diebstähle zusammenhängen, dazu kann die Polizei noch keine Angaben machen. Ein Polizeisprecher verriet aber jetzt auf OVB-Anfrage, dass die Bad Aiblinger Tat wohl mit Einbruchsdelikten in Feldkirchen-Westerham und Rosenheim in Verbindung steht.

100 Kilogramm
schwerer Tresor

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hatten sich die bislang unbekannten Täter am Montag, 2. Juni, über „gewaltsam aufgebrochene Fenster“ in den frühen Morgenstunden Zutritt zum Bad Aiblinger Kurhaus verschafft. Dort brachen sie anschließend eine Bürotür auf, um an einen kleineren Geldschrank sowie an den mehrere 100 Kilogramm schweren Tresor zu kommen. Während die Täter den Geldschrank scheinbar vor Ort aufbrechen konnten, nahmen sie den großen Tresor, der nach Polizeiangaben Bargeld und Dokumente enthielt, einfach mit.

Der Aufruf an die Bevölkerung, sachdienliche Hinweise oder Beobachtungen zu melden, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, hat für die Ermittler bislang nichts Wertvolles eingebracht. „Es ist aus der Bevölkerung nichts gekommen, was uns zur Fallklärung weiterbringt“, sagte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf OVB-Anfrage.

Dennoch gibt es bereits erfolgversprechende Ermittlungsergebnisse, auch wenn man „noch nicht entscheidend weitergekommen“ sei: „Wir gehen in Hinblick auf die Tat in Bad Aibling von einer Fallserie aus“, so Sonntag, der verriet, dass der Tresor-Coup in Verbindung mit zwei Einbrüchen in Feldkirchen-Westerham sowie in eine Bäckerei in Rosenheim stehen könnte.

Polizei spricht
von „einigen Spuren“

„Wir prüfen natürlich immer, ob es Zusammenhänge mit anderen Taten gibt“, erklärte Sonntag. „Diese Verbindungen herzustellen, ist aber sehr schwierig.“ Wie die Ermittler dabei vorgehen, dazu wollte sich Sonntag nicht äußern. Zu groß sei die Gefahr, dass sich Kriminelle derartige Infos zunutze machen könnten. Was den Ermittlern allerdings in die Hände spielt: Wenn die Täter wieder zuschlagen, auch wenn sich das die Polizei natürlich grundsätzlich nicht wünsche. Aber: „Je mehr Taten wir aufnehmen und registrieren, umso höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter Fehler begehen und wir sie überführen können“, so der Polizeisprecher, der zudem verriet, dass es im Bad Aiblinger Tresor-Fall einige Spuren gäbe. „Ob die ausreichen, letztlich die Täter zu überführen, ist wieder eine andere Frage.“ Dazu könne er derzeit keine Prognose abgeben.

Vielleicht liegen den Ermittlern der Kriminalpolizei Rosenheim aber schon bald neue Spuren zu den bislang unbekannten Tätern vor. Denn in der Nacht auf Dienstag, 17. Juni, hatte es in Neubiberg nahe München ein Verbrechen gegeben, das deutliche Parallelen zum Tresor-Klau im Aiblinger Kurhaus aufweist.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums München waren einer oder mehrere bislang unbekannte Täter in das „Haus für Weiterbildung“, in dem sich unter anderem Volkshochschule und Bücherei befinden, eingedrungen. Zunächst brachen sie dort mehrere Türen auf, ehe sie sich mit einem Tresor aus dem Staub machten.

Aufgefallen war der Einbruch durch eine Brandmeldeanlage, die gegen 1 Uhr bei der örtlichen Feuerwehr Alarm auslöste. Ein Feuerwehr-Mitarbeiter kontaktierte daraufhin den Verantwortlichen der Bildungseinrichtung, der sofort zum vermeintlichen Brandort eilte. Dort entdeckte er dann die Einbruchsspuren und rief die Polizei.

Wie hoch der Beuteschaden war, wie schwer der Tresor ist und was sich im Inneren befand, dazu machte das Polizeipräsidium München keine Angaben. „Das ist alles Gegenstand der Ermittlungen. Da es sich dabei um Täterwissen handelt, geben wir dazu keine Auskunft“, teilte Tamara Djukaric, Sprecherin des Polizeipräsidiums München, gegenüber dem OVB mit. Man ermittle in alle Richtungen und werde natürlich prüfen, ob die Tat mit ähnlich gelagerten Fällen in Verbindung stehe.

Im Kontakt zu
Münchner Kollegen

Ob es sich also bei den Tätern von Neubiberg um die gleichen Täter handeln könnte, die auch in Bad Aibling zugeschlagen haben, dazu kann die Polizei derzeit noch nichts sagen. „Wir stehen aber diesbezüglich in Kontakt mit den Kollegen in München“, teilte Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit Sitz in Rosenheim mit.

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