Lampferding – Als im Jahr 1911 die alten Glocken der Lampferdinger Marienkirche durch vier neue ersetzt wurden, ahnte keiner, dass dieses Geläut nicht lange Bestand haben wird. Für das kleine Dorf war dies ein besonderes Ereignis und wurde groß gefeiert.
Bereits 1917 mussten die kleineren beiden zur Metallgewinnung für den Ersten Weltkrieg hergegeben werden. Im Jahr 1925, also sieben Jahre nach dem Ende des Krieges, konnte am 10. Juni abends um 8 Uhr eine neue Glocke als Ersatz für die zwei abgegebenen aufgezogen werden.
Sie wurde von der Glockengießerei Bachmair in Erding aus Bronze gegossen. Außer dem Material, das die Kirchengemeinde Lampferding schon eineinhalb Jahre früher angekauft hatte (der Guss der Glocke misslang nämlich zweimal nacheinander), mussten an die Firma Bachmair noch 600 Mark Gusslohn bezahlt werden. In den 100 Jahre alten Aufzeichnungen im Pfarrarchiv steht zu lesen: „Für das Zustandekommen der Glocke waren besonders die Kooperatoren Josef Altmann und Stefan Wachinger sowie der Kirchenpfleger Peter Stelzer sehr bemüht.“
Die Barbara-Glocke mit dem Schlagton „h“ hat ein Gewicht von 300 Kilogramm, einen Schärfen-Durchmesser von 81 Zentimeter und ist die Glocke für den Viertelstundenschlag. Der umlaufende Text an der Schulter lautet: „Gestiftet von der Kirchengemeinde Lampferding“. Es folgt ein umlaufendes breites Zierband darunter. In einer Textkartusche an der einen Flanke ist zu lesen: „Gegossen von Josef Bachmair in Erding 1925“. Das Bild gegenüber stellt die heilige Barbara dar mit einem Speisekelch in der Hand.
Da 1942 die anderen beiden Glocken von 1911 abgegeben werden mussten, konnte die Glocke von 1925 im Turm verbleiben. Sie bekam in den Nachkriegsjahren drei größere Glocken an ihre Seite gestellt und ist heute die kleinste im schönen Lampferdinger Vierer-Geläut. tst