Ostermünchen – Das hätte man sich kaum zu träumen gewagt: Traumhaftes Sommerwetter begleitete das diesjährige Stadlfest des Trachtenvereins Ostermünchen. Kein Wunder also, dass bereits zu Beginn fast alle Plätze belegt waren – vor allem jene, die draußen vor dem Stadl im Freien aufgestellt worden waren.
Für die Kinder gab es
nur einen Höhepunkt
Unter den zahlreichen Besuchern waren auch viele Kinder, die sich ganz besonders auf das traditionelle Hanslverbrennen freuten. Doch bis es so weit war, mussten sie sich noch gedulden, denn das Feuer wurde erst nach Einbruch der Dämmerung entzündet.
Der enorme Zulauf war aber nicht nur auf das schöne Wetter zurückzuführen, nein, das Stadlfest in Stetten hat in Ostermünchen und beim Trachtenverein schon eine lange Tradition. Es begann mit der einstigen Landjugend, die dort schon anfangs der 70er-Jahre feierte. Um unabhängig vom Wetter zu sein, beschloss man, in den danebenliegenden Lipp’n-Stadl zu ziehen. Der Trachtenverein stellte dort dann Mitte der siebziger Jahre ein Stadlfest auf die Beine, anfangs noch im Hagerstadl (Moosmühle), dann in Stetten.
Und das Stadlfest wurde im Laufe der Jahre immer beliebter bei den Ostermünchnern. Und es ließ sich auch von schlimmsten Widrigkeiten, wie Stürme und Hagel, nicht aus dem Jahreskalender der Trachtler verbannen.
Da lohnen sich dann schon die fünf Tage Vorarbeiten zum Ausräumen des Stadls, aufstellen der Küche und ausschmücken des Stadls. Aber Vorstand Andi Neichl hatte viele fleißige Helfer und so klappte alles wie am Schnürchen.
Das dreitägige Fest begann am Freitag mit dem Weinfest, mit der Brandseck Musi. Auch hier zog das schöne Wetter die Besucher an.
Am Samstag, zum eigentlichen Stadlfest, spielte dann die Emmeringer Musi auf. Dazu zeigten die Kindergruppen des Trachtenvereins ihr Können. Viele Eltern und Omas und Opas zückten ihre Smartphones und filmten ihre Kinder oder Enkel während der Auftritte.
Natürlich war der Beifall für die Darbietungen groß, denn ob Dätscher/Sternpolka oder die Hiatamadl oder den Inngautanz und die Amboßpolka, die jungen Trachtler zeigten ihr Können und erhielten dafür auch reichlich Beifall, sehr zur Freude von Jugendleiter Hans Baumgartner.
Als dann die Dämmerung hereinbrach, wurden die vielen Kinder schon ungeduldig. Wann wird das Feuer angezündet? Die Frage aller Fragen an diesem Abend. Kurz nach zehn Uhr war es dann so weit.
Im Nu brannte der Holzhaufen und ein „Uiii“ und „Ahhh“ ertönte rund um das lodernde Feuer. Und bald fing auch der Hansl in der Mitte des riesigen Holzhaufens Feuer. Für Alt und Jung alle Jahre wieder ein einmaliges Erlebnis. So auch heuer.
Mit dem Kesselfleischessen am Montag und den Raffemoser Musikanten endete das diesjährige Stadlfest. „Der Zulauf war enorm und alles klappte hervorragend“ zog Vorstand Andi Neichl sichtlich zufrieden ein positives Fazit.