Ostermünchen – Hans Mosler war ein Urgestein der Ostermünchner Sportschützen und des Sportvereins, ein begnadeter Maler und ein stiller Angler. Erst vor wenigen Wochen feierte er noch seinen 95. Geburtstag und erfreute sich der vielen Glückwünsche. Jetzt ist er verstorben.
Seine 95 Jahre waren bewegt – sehr bewegt, ereignisreich und wechselhaft. Hans Mosler wurde am 6. März 1930 in Zuckmantel im Sudetenland (Zlat‘e Hory) geboren, wo er auch zur Schule ging. Viel zu früh kam dann der Krieg. Schon mit 14 Jahren wurde er nach Thüringen zum Landdienst eingezogen. Seine Mutter musste zu Weihnachten 1944 mit den zwei Geschwistern Gretl und Erika flüchten. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt bereits vermisst. Mosler versuchte, nach Hause zu kommen – aber es war nicht mehr möglich. Erst 1945/46, als Mosler im Allgäu seine Mutter wiederfand, kam Sesshaftigkeit ins Leben des Verstorbenen.
In Oberrain, später in Berg, Ostermünchen und Eisenbartling, fand er ein Domizil und auch seine Frau Renate, die er 1957 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, Hary, Sabine und Hans-Peter.
Als ihn anlässlich seines 90. Geburtstags Bürgermeister Georg Weigl fragte, was das Rezept für sein hohes Alter sei, antwortete er schlicht: „Viel Sport und immer aktiv sein.“ Und aktiv, das war Hans Mosler zeit seines Lebens. Das Gewehr bekam er schon als Kind von seinem Vater – zum Schutz der Familie. Daraus wurde im weiteren Lebensverlauf die Passion für das Sportschießen.
In Ostermünchen bot sich hierfür die beste Gelegenheit. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg zeigten besonders die Flüchtlinge großes Interesse am Schießsport. Der Friseur am Bahnhof beziehungsweise in der damaligen Bahnhofsgaststätte war ihr Domizil. Dort wurde später auch ein eigener Schießstand gebaut, der bis zum Umzug in die Hauptschule genutzt wurde.
Mosler war auch maßgeblich daran beteiligt, dass die Schützentradition in Ostermünchen 1951 mit der Gründung der Sportschützen fortgesetzt wurde. Jahrzehntelang führte er die Sportschützen auch als Schützenmeister an (1973 bis 1992). Und nicht nur das, er war auch selbst ein begnadeter Schütze. Sogar im hohen Alter nahm er aktiv an der deutschen Meisterschaft teil. Bis kurz vor seinem Tod fand er auch noch den Weg zu den freitäglichen Schießabenden in sein geliebtes Schützenstüberl.
Seinem Engagement ist es mit zu verdanken, dass die Sportschützen in den 1970er-Jahren in den SVO eingegliedert werden konnten. 1993 wurde er angesichts seiner Verdienste zum Ehrenschützenmeister ernannt.
Bereits als Kind frönte Mosler auch bereits seiner zweiten Leidenschaft: dem Malen. Kaum jemand kann die vielen Schützenscheiben zählen, die „der Hans“ gemalt hat und die heute noch das Schützenstüberl prägen. Bei den Maibäumen war seine ruhige Hand beim Bemalen der Motivtafeln ebenfalls seit Jahrzehnten in und um Ostermünchen gefragt und sogar einige Kapellen der näheren Umgebung wurden mit seiner ruhigen Hand schmückend ausgemalt.
In den 1960er-Jahren musizierte Hans Mosler zudem als einer der „drei lustigen Ostermünchner“, die in Ostermünchen und Umgebung zum Tanz aufspielten und unzähligen Menschen Freude bereiteten. Wenn Mosler vom Fasching der damaligen Zeit erzählte, strahlten seine Augen. „Unsere Faschingsgilde Osterhausen war überall bekannt“, erzählte er immer wieder und lächelte zufrieden.
Bestürzt über den Tod zeigte sich auch der aktuelle Schützenmeister Markus Prinz: „Unser Ehrenschützenmeister Hans Mosler war eine prägende Persönlichkeit unseres Vereins. Auch nach seiner Zeit im Vorstand stand er uns stets mit Rat und Erfahrung zur Seite. Bis ins hohe Alter war er sportlich aktiv und erzielte beachtliche Leistungen. Die vielen von ihm gestalteten Schützenscheiben in unserem Heim werden uns stets an ihn erinnern. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“
Mit am längsten mit dem Verstorbenen zu tun hatte vom Sportverein natürlich Ehrenvorsitzender Hans Thiel. Für ihn ist Hans Mosler der Mitbegründer des modernen SVO. „Mit seiner Hilfe konnten wir in den 1970er-Jahren die Sportschützen in den SVO integrieren und so die Spartengründungen der Zukunft in die Wege leiten“, erinnert sich Thiel. Für ihn eine „Weichenstellung für Jahrzehnte“. Auch der aktuelle Vorstand des SVO zeigte sich zutiefst berührt über den Tod seines Ehrenmitgliedes. Sie würdigten sein hohes Engagement und seine große Hilfsbereitschaft sowie seinen selbstlosen Einsatz. So bleibt Hans Mosler allen in bester Erinnerung. Die Urnenbeisetzung fand im engsten Familienkreis statt. ws