Bad Aibling – Es ist eine Kooperation, von der nach Überzeugung der Initiatorinnen Elke Netscher (53) und Vero Reiser (31) die Mittagsbetreuung der Georgsschule und das Luli-Theater in Bad Aibling gleichermaßen profitieren können. Am Donnerstag, 10. Juli, wird auf der Bühne in der Aula der Schule das Theaterstück „Der Zauberer von Oz“ aufgeführt. Netscher, Leiterin der Mittagsbetreuung, und Reiser, die von Beruf Musiklehrerin ist und beim Luli-Theater einige Jahre Leiterin des Kindertheaters war, befinden sich mit der Schar der Mitwirkenden mittlerweile auf der Zielgeraden der Vorbereitungen für die Premiere.
Viel mehr als ein Aufbewahrungsort
„Wir dürfen die Mittagsbetreuung nicht einfach nur als Aufbewahrungsort für Kinder verstehen, sondern müssen sie sinnvoll gestalten“, sagt Elke Netscher. Im Rahmen dieses Bemühens fand sie in Vero Reiser eine Verbündete. Sie stieß über ihre berufliche Tätigkeit zur Mittagsbetreuung. Schon bald entwickelten die beiden Frauen die Idee, eine Arbeitsgemeinschaft Laientheater mit Kindern aus der Grund- und Mittelschule sowie der Mittagsbetreuung zu gründen, die an der Georgsschule von der Diakonie betrieben wird.
Fortan wurde regelmäßig einmal in der Woche geprobt, im vergangenen Jahr stand dann kurz vor Weihnachten der erste Bühnenauftritt der Kinder an. Rund 20 Minuten dauerte der Einakter „Die Engel retten Weihnachten“, den rund ein Dutzend Schüler für Schulfamilie und Eltern aufführte. Für die gelungene Darbietung, für die rund ein Vierteljahr Probearbeit erforderlich war, gab es viel Applaus.
Die positive Resonanz war für die beiden Frauen und die Schar der jungen Laienspieler Motivation genug, um sich an eine neue Herausforderung zu wagen, die kurz vor den großen Ferien Premiere hat. „Bis dahin müssen wir noch viel proben. Das Stück ist umfangreicher und anspruchsvoller als der Einakter“, sagt Vero Reiser. Diesmal sind gleich zwei Aufführungen vorgesehen – vormittags für die Schulkinder und am Abend für deren Eltern und geladene Gäste.
Großer Dank für
die Unterstützung
„Wir kriegen das schon hin“, ist Reiser nicht nur angesichts der Tatsache zuversichtlich, dass alle Mitwirkenden mit Feuereifer bei der Sache sind und dem Termin förmlich entgegenfiebern. Es ist vor allem auch die breite externe Unterstützung, die sie und Elke Netscher positiv stimmen. In diesem Zusammenhang erwähnen die Initiatorinnen nicht nur die finanzielle Unterstützung, die der Kreisjugendring für das Projekt gewährt. Sie freuen sich auch sehr darüber, dass der Förderverein der Schule für die Technik und den Bühnenaufbau 550 Euro zur Verfügung stellt. Vero Reiser kann bei ihrem Engagement darüber hinaus auf die Hilfe von Gregor Schumm, dem Vorsitzenden des Luli-Theaters, und Anneliese Lermann bauen. Sie ist ein Urgestein der Laienbühne und wird vom Luli-Team liebevoll einfach nur „Theatermama“ genannt.
Laienbühne mit Nachwuchssorgen
„All diese Hilfen sind sehr wertvoll für uns und geben uns Kraft für unsere Arbeit mit den Kindern“, sind sich Netscher und Reiser einig. „Wir werden das Laientheater im Rahmen der Mittagsbetreuung künftig noch ausweiten“, kündigt Netscher bereits an. Auf Vero Reiser, die beim Luli-Theater heute Regie bei den Aufführungen der Erwachsenen führt und deswegen selber nur noch selten in eine Rolle schlüpft“, kann sie dabei zählen.
Reiser verhehlt nicht, dass die Bad Aiblinger Laienbühne Nachwuchssorgen plagen, und verknüpft ihr Engagement an der Schule mit einer Hoffnung. „Vielleicht gewinnen wir dadurch den ein oder anderen jungen Menschen, der seine Freude an Bühnenauftritten entdeckt und künftig bei uns mitmacht“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.