Feldolling – Der Juni ist noch nicht vorbei, die hochwasserkritischen Monate Juli und August kommen erst noch. Wer sich an das Jahr 2013 erinnert, der weiß, wie schnell Starkregen die Pegelstände der Flüsse ansteigen lassen und zu Überschwemmungen führen kann.
Im westlichen Landkreis Rosenheim sind es die Mangfall und die Leitzach, die im Extremfall die Wassermassen aus dem Landkreis Miesbach bringen. Das Wasser der Mangfall wird zum größten Teil in Gmund dem Tegernsee entnommen, die Leitzach entspringt im Großbereich um Bayrischzell. Mit dem mehr als sechs Millionen Kubikmeter fassenden Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) bei Feldolling hat das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim im Auftrag des Freistaates Bayern ein Bauwerk geschaffen, das einen Ernstfall entschärfen, eine Katastrophe verhindern kann.
Konkret: Das gesamte Mangfalltal bis Rosenheim wäre bei extremem Starkregen vor Überschwemmungen mit hohen Sachschäden weitgehend geschützt. Wie aber könnte ein mit sechs Millionen Kubikmeter gefülltes Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) wieder entleert werden?
Einfach gesagt: Diesen Weg kurz zu beschreiben heißt, dass das Wasser am östlichen Ende des HWRB über das Überlaufwerk in das sogenannte Unterwasserbecken des Leitzachwerks fließt und erst dann – vom Volumen her gesteuert – wieder zurück in die Mangfall.
Das Auslaufbauwerk im Osten hat also rein steuerungstechnisch die gleich hohe Bedeutung wie das Einlaufbauwerk im Westen des HWRB. Zusammenfassend heißt das, dass das Füllen des HWRB grundsätzlich vom Mangfall- und Leitzachwasser abhängig ist, das Entleeren dagegen nur mit aufwendiger Technik und baulichen Maßnahmen bewerkstelligt werden kann.
Laut Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ist die Fertigstellung des Auslaufbauwerks übrigens für Mitte des kommenden Jahres vorgesehen. me