37 Quadratmeter Heimatverbundenheit

von Redaktion

Spektakuläres Kunstwerk wird der neue Blickfang beim Bruckmühler Volksfest

Bad Aibling/Bruckmühl – Es ist fertig, der optische Höhepunkt für das diesjährige Bruckmühler Volksfest. Mit einer Länge von 9,10 Meter und eine Höhe von 4,05 Meter hat es spektakuläre Ausmaße. Knapp 37 Quadratmeter misst das neu kreierte Bühnenbild von Nikolaus Stigloher, das der Blickfang in der Mitte des Festzeltes werden wird. Es wurde im Auftrag der Schlossbrauerei Maxlrain erstellt und ist ein farbenfroher Baustein in der erstmaligen Kooperation zwischen dem SV Bruckmühl (SVB) als Organisator der Bruckmühler „Fünften Jahreszeit“ und der Maxlrainer Brauerei.

Wie berichtet, wurde die Partnerschaft auf Augenhöhe im Sommer vergangenen Jahres zwischen Peter Prinz von Lobkowicz und SVB-Vorsitzendem Bernhard Gleissner vor dem Familien-Schloss nach altem bayerischem Brauchtum mit einem Handschlag besiegelt. Im Dezember folgte dann im SVB Tennisheim vor großer Kulisse das finale vertragliche Prozedere beider Teams.

Sprachlose Reaktionen

„Mit dieser Aktion wollen wir vor allem auch den Bezug zu unserer Region und die Identifikation damit stärken“, bringt Verkaufsleiter Toni Hoiß die Philosophie der Schlossbrauerei auf den Punkt.

Das malerische, großflächige Kunstwerk wurde in einem 20-tägigen Marathon von Nikolaus Stigloher in professioneller und künstlerischer Handarbeit mit viel Liebe zum Detail gefertigt. In 117 Stunden entstand ein beeindruckendes, ländlich-idyllisches Farbengeflecht. Das spektakuläre Bild-Ensemble besticht mit einer harmonischen Landschaftskulisse.

Die große Portion Lokalkolorit spiegelt sich im Hintergrund mit der Bergkulisse vom Wendelstein und Breitenstein sowie dem Irschenberg wieder. Der Regionalbezug spannt einen Bogen von der Bruckmühler Kulturmühle, dem Heufeldmühler BWB-Gewerbepark über die Höglinger und Weihenlindener Kirche, die Höglinger Baggerseen bis hin zum Maxlrainer Schloss. Für die bewegten Momente sorgen neben Badenden, Spaziergängern mit Hunden auch Landwirte, die mit ihren Traktoren die Felder und Wiesen bearbeiten.

Die Detailverliebtheit von Nikolaus Stigloher zeigt sich unter anderem in den diversen Schattenwürfen, die sich über das gesamte Kunstwerk hinwegziehen und durch die im Westen stehende Sonne erzeugt werden. „Was für ein Ding“, „Das ist ja der pure Wahnsinn“, „Echt Hammer“, „Du spinnst ja“, „Was für eine geniale Arbeit“, „Das ist ja höchste malerische Kunst“, „Echt geil“, „Wie viele Stunden Arbeit stecken da drin?“ – dies ist nur ein kleiner Querschnitt der ausnahmslos positiven, ja fast sprachlosen Reaktionen von Betrachtern, die zum ersten Mal das neue Bühnenbild des Bruckmühler Volksfestes bei seiner Entstehung in der alten Abfüllanlage der Schlossbrauerei Maxlrain „live“ gesehen haben.

Eine eigene Entstehungsgeschichte ist dazu der Zeitraum vor dem ersten, gesetzten Pinselstrich. Ausgangspunkt zu diesem Kunstwerk war laut Stigloher die Ideensammlung samt Fragestellungen wie: Was soll, ja muss auf dem Bild zu sehen sein? Wie groß können, dürfen die unterschiedlichen Dimensionen sein? Womit identifizieren sich die Bruckmühler Volksfestbesucher? Von was fühlen sie sich angesprochen? Was weckt positive Emotionen? Wie findet sich der Auftraggeber, die Schlossbrauerei Maxlrain, auf dem Gesamtwerk wieder?

„Nachdem der rote Faden gesetzt war, folgte die Bild-Recherche, um Berge, Gebäude und Kirchen so real wie möglich in Szene zu setzen“, erklärt der Bad Aiblinger Künstler. Dann folgte die Finalisierung. Dazu wurde ein Gitternetz als Arbeitsgrundlage im DIN-A3-Format erstellt, in dem dann die einzelnen Objekte zu einem Gesamt-Ensemble zusammengestellt wurden. Dieses erstellte Raster übertrug Nikolaus Stigloher dann auf die große Arbeitsfläche zur Orientierung. Und dann ging’s los, von oben nach unten, von links nach rechts, erst grob, dann fein und schließlich feiner, auf der Staffelei, dem Baugerüst, im Stehen oder auf den Knien.

„In Summe komme ich bestimmt auf weit über 3450 Baugerüst- und Leiterbesteigungen sowie Kniebeugen. Das hält fit“, blickt Nikolaus Stigloher mit einem Lächeln auf seine Arbeit zurück. Sein Fazit lautet mit einer ihm eigenen Bescheidenheit: „Die Bildkomposition gut gelungen, die Proportionen passen, die Farbintensität stimmt, das Gesamt-Ensemble ist stimmig. Passt alles, ist doch ganz gut geworden. Ich bin durchaus zufrieden mit mir“.

Künstler Nikolaus Stigloher ist in Willing geboren und hat nach seiner Schulzeit die Malerei „von der Pike“ auf als Schauwerbegestalter gelernt. Dazu gehörte auch eine fundierte Ausbildung als Dekorateur. In dieser Funktion war er viele Jahre lang beim legendären Bekleidungs- und Traditionshaus „Hirmer“ am Münchner Marienplatz verantwortlich. Dem folgte ein langjähriges Engagement als Chef-Dekorateur beim weithin bekannten Bekleidungs-Spezialisten Loferer in Rosenheim.

In seiner Berufszeit gestaltete er gleich mehrfach verantwortlich den teils spektakulären Bühnenbau für Mode- und Messe-Schauen wie in der Rosenheimer Stadthalle und bei der Süd-Ost Messe in Rosenheim.

Seit gut zehn Jahren ist der sympathische Bad Aiblinger als selbstständiger und freischaffender Künstler tätig und anerkannt. Neben großen Flächen wie der Fassaden- und Bühnenmalerei kann der 75-Jährige auch filigrane Kunst. Seine Vielseitigkeit beginnt bei Maibaum-Taferl, geht über Schützenscheiben, Porträts, Urkunden, Stammbäume und endet bei über 200 selbst kreierten Motiven auf Bierfuizl (Bierdeckeln).

So ganz nebenbei ist er zusammen mit seiner Ehefrau Rayka, einer Autorin, Moderatorin und Illustratorin, als „Rayka und Nikolaus“ mit einem eigenen Kabarett in Wort und Musik auf den Bühnen in der Region unterwegs, beliebt und zu Hause.

Artikel 1 von 11