Bad Aibling – Im März 2025 hatte der THW-Ortsverband Bad Aibling mit einem Festakt sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Jetzt stand auf dem THW-Gelände im Bruckmühler Ortsteil Heufeld eine weitere Festlichkeit an: eine feierliche Fahrzeugweihe.
Dass das THW einen hohen Stellenwert genießt, zeigte sich deutlich in der Gästeliste, die von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Daniela Ludwig, angeführt wurde. Des Weiteren hieß der stellvertretende THW-Ortsbeauftragte Peter Müller Landrat Otto Lederer, die Bürgermeister Paul Dirnecker (Schonstett), Bernd Fessler (Großkarolinenfeld), Stefan Schlier (Bad Aibling), Max Singer (Bad Feilnbach), Georg Weigl (Tuntenhausen) und Johannes Zistl (Feldkirchen-Westerham), den Zweiten Bürgermeister von Bruckmühl, Klaus Christoph, Polizeihauptkommissar Michael Thome (ZED Bad Aibling), Kreisbrandrat Richard Schrank, den Leiter der Gruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Rosenheim, Christian Patsch, zahlreiche weitere Vertreter aus allen „Blaulicht-Einheiten“ sowie Sponsoren willkommen.
Mit Überzeugung
und Herzblut
Zu Beginn ihrer Ansprache überbrachte Daniela Ludwig, (auch Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes Rosenheim) die Grüße von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. „Den Ortsverband Bad Aibling begleite ich bereits seit vielen Jahren. Trotzdem bin ich jedes Mal und immer wieder aufs Neue beeindruckt, mit wie viel Überzeugung und Herzblut Sie sich hier bei Ihrem THW engagieren“, würdigte die Politikerin und führte weiter aus: „Das THW ist weit mehr als eine Freizeitgestaltung. Engagement im THW ist eine Einstellung, eine Überzeugung und eine wichtige Konstante in unserer Gesellschaft zum Wohle von uns allen. THW bedeutet, füreinander da zu sein, kameradschaftlich und zuverlässig.“
Im THW würden sich heute rund 88000 ehrenamtliche Einsatzkräfte engagieren. Fahrzeuge sowie Ausstattung und Unterkünfte würden auf einen modernen Stand gebracht. „Ein starker Zivilschutz ist unerlässlich“, konstatierte die Staatssekretärin und brachte frohe Kunde aus Berlin: Das THW soll finanziell erheblich gestärkt werden, unter anderem für Liegenschaftsertüchtigung, die Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten sowie für die Aus- und Fortbildung. Abschließend dankte sie allen Angehörigen des Ortsverbandes Bad Aibling für ihr herausragendes Engagement und ihren vorbildlichen Einsatz in den letzten 70 Jahren: „Danke, dass es euch gibt!“
Landrat Otto Lederer erinnerte an das Jahr 2024. „Verschiedene Gemeinden im Landkreis sind im Hochwasser versunken, Keller wurden überflutet und Straßen mussten gesperrt werden. Dabei waren rund 1000 ehren- und hauptamtliche Helfer im Einsatz. Unsere Blaulichtorganisationen in der Region haben ein unglaublich gutes Verhältnis untereinander, um im Einsatz professionell zusammen zu arbeiten. Dafür darf ich mich im Namen des Landkreises ganz herzlich bedanken bei allen, die sich dort engagieren.“
Die allermeisten Bürger würden dies auch honorieren, aber es gebe auch andere. „Für alle, die behindern, bedrohen oder verletzen, darf es keinen Freibrief geben. Sie müssen die volle Härte des Gesetzes spüren“, bekräftigte er. Neben dem persönlichen Einsatz brauche es auch aber Werkzeuge und Ausrüstung, so der Landrat.
Kreisbrandrat Richard Schrank wies ebenfalls auf das gute Miteinander zwischen den Organisationen hin und erklärte: „Danke, dass wir heute unsere Fahrzeuge und Geräte hier präsentieren dürfen.“
Tilman Gold, stellvertretender Landesbeauftragter des THW Bayern, stellte fest: „Der THW-Ortsverband Bad Aibling ist ein verlässlicher Partner im Landkreis Rosenheim, aber auch bei überregionalen Einsätzen. Er ist mit 80 Einsatzkräften und 30 Junghelfern gut aufgestellt, das ist ganz hervorragend.“ Er dankte dem Landratsamt für die Finanzierung der Ausrüstung: „Angesichts der großen Herausforderung, die wir vor uns haben, ist eine gute Ausrüstung wichtig“. Ferner sprach er der Ortsverbandsführung und den Einsatzkräften seinen Dank aus und wünschte allzeit „gute Fahrt und eine gesunde Rückkehr von den Einsätzen“.
Notfallgeneratoren
ebenfalls gesegnet
Anschließend erfolgte die kirchliche Weihung des neuen, ausschließlich durch Zuschüsse und Spenden von Kommunen, Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen angeschafften, rund 75000 Euro teuren „Mercedes Vito“ (einschließlich Sonderausrüstung).
Außerdem wurden Fahrzeuge geweiht, die zwar schon seit einiger Zeit in Dienst gestellt wurden, deren Weihe aber unter anderem wegen Corona bisher nicht vorgenommen wurde. Ebenfalls geweiht wurden vier Notfallgeneratoren, die vom Landkreis für die Feuerwehren angeschafft wurden und in Bad Aibling, Rohrdorf, Schonstett und Zaisering stationiert sind.
Pfarrer Augustin Butacu erbat „Gottes Schutz und Segen für diese Fahrzeuge und für alle, die mit ihnen im Einsatz unterwegs sind“. Sein evangelischer Amtskollege Andreas Strauß zitierte „Danket dem Herrn“ aus dem Psalm 107 und leitete zu dem Begriff „Gott sei Dank“ über. Dieser falle auch in Zusammenhang mit Notfalleinsätzen. „All diese ‚Gott sei Danks‘ sind angemessen, denn letztlich kommt alles von Gott.“
Mit dem gemeinsam gebeteten „Vaterunser“ endete die Segnung. Abgeschlossen wurde der Festakt mit der Übergabe eines symbolischen Schecks über 14000 Euro, mit denen die Kommunen des Altlandkreises den THW-Ortsverband Bad Aibling gemeinsam unterstützen.