Bad Aibling – Im Rahmen des Open-Air-Kultursommers bot das Sonnwend-Musikantentreffen in Bad Aibling ein stimmungsvolles Erlebnis für alle Liebhaber alpenländischer Heimatklänge. Es war von der AIB-Kur als Highlight unter den 15 Konzerten der „Volksmusik im Brunnenhof“ angekündigt. Und es war ein Höhepunkt. Wenngleich es wegen Gewitterschauer nicht vor dem Brunnenhof stattfinden konnten, sondern flugs ins Restaurant des Kurhauses verlegt wurde.
Das tat dem Ganzen aber keinen Abbruch. Die Zuhörer hatten alle Platz und die Stimmung war hervorragend. Roman Messerer dankte zu allererste der AIB-Kur, die diese Veranstaltung ermöglichte, ohne Eintritt zu verlangen. „Der Saal ist voll, was wollen wir mehr?“, freute er sich über den Anklang.
Die Ebrachtaler Tanzlmusi legte auch gleich flott los. Vor genau 40 Jahren sind sie das erste Mal aufgetreten. Die aus Ebersberg stammenden Musiker treten heute noch nahezu in Originalbesetzung auf. In ihrem Repertoire befinden sich auch Eigenkompositionen von Peter Reichert und Stücke aus Bayern und Österreich.
Nach der Tanzlmusi zeigte die Sundergauer Geigenmusi ihr Können. Wie die Musikerinnen erklärten, kommt der Name vom Sundergau, einer mittelalterlichen Gaugrafschaft im heutigen Oberbayern und bezieht sich auf die Lage des Gaus im Land und bedeutet genauer übersetzt „Südgau“. Der Sundergau erstreckt sich zwischen der Isar im Westen und dem Inn im Osten und umfasst so den größten Teil des Mangfalltals. Heute wird er weitestgehend mit dem Altlandkreis Aibling gleichgesetzt. Da die Musikantinnen aus diesem Bezirk stammen, war die Namensfindung eigentlich naheliegend.
Dritte der drei Protagonisten des Abends waren die Geschwister Vordermayer. Brauchtum und Musik prägten die Geschwister schon in jungen Jahren und die Harmonie merkte man ihnen auch an. Da alle mehrere Instrumente spielen, gestalten die Geschwister ihr Liedeinspiel – meistens mit Ziach und Harfe – selber.
Dass der Abend abwechslungsreich und vor allem auch lustig wurde, dafür sorgte als Sprecher Peter Reichert von der Ebrachtaler Tanzlmusi. Er führte lustig und mit viel Schmiss durch den Abend – erzählte Witze und ließ auch so manchen Zuhörer zu Worte kommen.
Dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam, dafür sorgte das Kurhaus-Team mit Bier, Wein und alkoholfreien Getränken sowie schmackhaften und leckeren Speisen. Die drei Stunden traditioneller Volksmusi vergingen aber leider wie im Flug. Alle Besucher waren sich einig, ein wunderbares Volksmusikantentreffen erlebt zu haben. ws