Zum Bericht „Wie das Hochwasserrückhaltebecken Feldollling das Mangfalltal sichert“ (Lokalteil):
Der Mangfall-Bote stellt die segensreiche Wirkung des Feldollinger Hochwasserrückhaltebeckens für das Mangfalltal flussabwärts heraus. Dem kann man nur zustimmen. Über den Preis dafür wird jedoch nicht geschrieben. Da wurde Auwald zerstört, örtliche landwirtschaftliche Fläche der Nutzung entzogen, und vor allem entsteht für die Bewohner Feldollings im Flutungsfall eine große Gefahr durch unkontrolliert ansteigendes Grundwasser.
Um sicherzustellen, dass durch das Rückhaltebecken zumindest keine Verschlechterung eintreten kann, soll eine Drainage in den nördlichen Mangfalldeich eingebaut werden. So steht es amtlich im Planfeststellungsbeschluss. Umso größer war jetzt die Überraschung, als das Wasserwirtschaftsamt öffentlich im Gemeinderat eingestand, dass die Drainage nicht gebaut würde. Die für den Mindest-Schutz der Feldollinger vorgesehene Drainage sei unwirtschaftlich, so lautete ein Argument. Es soll jetzt erst einmal neu geplant werden.
Wie diese Planung aussehen wird, weiß man noch nicht. Und danach wird es einen ergänzenden Planfeststellungsbeschluss geben. Und wenn der rechtskräftig verabschiedet sein wird, kann mit dem Bau der neuen Maßnahme begonnen werden. Somit ist Feldolling auf noch unbestimmte Zeit durch das Rückhaltebecken einer deutlichen Verschlechterung der Grundwassersituation ausgesetzt.
Eine solche Verschlechterung ist jedoch gesetzeswidrig und widerspricht dem gültigen Planfeststellungsbeschluss. Dieses behördliche Verhalten passt allerdings nahtlos zu früheren Erfahrungen der Feldollinger. Erinnert sei hier nur an den plötzlichen Entfall der während der gesamten Planungszeit in Aussicht gestellten Tegernsee-Vorabsenkung. Für Feldolling scheint nur eines sicher zu sein: Viel Wasser!
Dr. Burghardt Schallenberger
Feldkirchen-Westerham